Die Schule in Hessen stehen aufgrund des Lockdowns erneut vor großen Herausforderungen. - Foto: picture alliance / Fotostand | Fotostand / Lammerschmidt

REGION Wie soll Unterricht umgesetzt werden?

Lockdown-Regelungen für die Schulen sorgen für "gemischte Gefühle"

07.01.21 - Die Lockdown-Regelungen der Landesregierung für die Schulen stoßen auf gespaltene Meinung: Kultusminister Alexander Lorz (CDU) hatte erklärt, dass Schüler:innen ab der Jahrgangsstufe 7 von Montag an für vorerst drei Wochen nicht in die Schule kommen, sondern in den Distanzunterricht gehen sollen. Ausnahme bilden die Abschlussklassen, die in der Schule unterrichtet werden sollen. Grundschüler sowie Fünft- und Sechstklässler sind vom Präsenzunterricht befreit und sollen – wenn möglich – zuhause bleiben.

Wer doch den Weg zur Schule antritt, soll laut Kultusminister genauso unterrichtet werden wie die Schüler im Distanzunterricht. OSTHESSEN|NEWS hat bei heimischen Schulen nachgefragt.

Domgymnasium will "besten Weg" gehen

Archivfoto: O|N / Martin Engel

"Ich finde es richtig und wichtig, dass bei den angekündigten Maßnahmen die Gesundheit der Schüler:innen im Mittelpunkt steht und die Reduzierung des Infektionsrisikos für alle Beteiligten Maßstab des Entscheidens und des Handelns ist", sagt Matthias Höhl, Schulleiter der Rabanus-Maurus-Schule Fulda (Domgymnasium). Bisher hätten Landesregierung und Kultusministerium die Schulen in der Pandemie gut begleitet. "Mein erster Eindruck ist, dass dies auch bei den aktuell beschlossenen Maßnahmen der Fall ist", berichtet der Oberstudiendirektor.

Kultusministerium und Schulamt hätten angekündigt, die Schulen über die beschlossenen Regelungen umgehend und im Detail zu informieren. Allein das begleitende Schreiben des Kultusministers umfasse sechs Seiten.

"Die darin enthaltenen Maßnahmen für die Schulen werden wir zunächst im Kreis unseres Schulleitungsteams besprechen und analysieren, um die für das Domgymnasium besten Wege einer möglichst effektiven und praktikablen Umsetzung im Sinne unserer Schüler:innen und deren Eltern festzulegen", erläutert Matthias Höhl. "Dann werden wir zeitnah die Schulgemeinde über die konkreten Umsetzungsmaßnahmen informieren. Ich finde es wichtig, dass man in der Schule umsichtig, unaufgeregt und gelassen plant und agiert. Dadurch erzielt man für die Schüler:innen hinsichtlich eines kontinuierlichen und gut begleiteten Lernens den größten Gewinn – auch im Distanzunterricht."

Unverständnis über neue Regeln in Alsfeld

Peter Schwärzel, Schulleiter an der Alsfelder Gesamtschule, versteht die neuen Regeln der hessischen Landesregierung nicht. "Das ist nichts Halbes und nichts Ganzes", sagt er im Gespräch mit O|N. Er findet, dass Hessen damit keine klare Entscheidung getroffen hat, die vor allem für Familien in Zukunft sehr schwierig zu händeln sein wird. "Die drei Tage vor Weihnachten haben viele überbrücken können, doch die nächsten drei Wochen werden für Familien nicht leicht."

Auch deshalb rechnet er damit, dass ab Montag erheblich mehr Kinder den Präsenzunterricht besuchen, als noch vor Weihnachten - eben, weil viele keine anderen Betreuungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Das Problem: "Ich weiß derzeit noch nicht, wie viele Kinder von den 220 Grundschülern am Montag tatsächlich in die Schule kommen." Die Telefone der Stadtschule laufen derzeit heiß, Schwärzel und seine Kollegen sind dabei, alles Mögliche zu händeln, um am Montag vorbereitet zu sein. 

Der Plan aber soll sein, aus einem Jahrgangsband von drei Klassen eine oder zwei Gruppen zu bilden. Wenn die Ressourcen da sind, sollen diese Gruppen von einem Lehrertandem betreut werden. Für Schwärzel bleibt aber der Schlüssel des Ganzen die Klassenlehrer. "Keine einfache Aufgabe", so sein ernüchterndes Fazit.

Geistalschule rechnet mit Schulbetrieb unter Notfallbedingungen

Archivfoto: O|N / Kevin Kunze

Karsten Vollmar, stellvertretender Schulleiter der Gesamtschule Geistal in Bad Hersfeld, blickt den Regelungen mit gemischten Gefühlen entgegen: "Wir haben das Schreiben aus dem Kultusministerium gesichtet und passen die Einzelauslegungen an unsere Schule an." Schüler:innen, Eltern und das Kollegium sollen zeitgleich und umfassend über die Unterrichtsorganisation, die ab Montag zum Zuge kommt, informiert werden. Als positiv erachtet er, dass der Schutz der Gesundheit für Schüler:innen und Lehrer:innen im Vordergrund stehe und den Abschlussklassen ein Präsenz-Unterrichtsangebot vorgehalten werde.

"Einige Fragezeichen bleiben aber stehen: Wie viele Schüler:innen der Jahrgangsstufe fünf und sechs werden am Montag dennoch den Weg zur Schule antreten? Wir sind gerade dabei, das bei den Eltern abzufragen. Und: Wäre ein Wechselmodell nicht eine sinnvollere Alternative gewesen?", bekräftigt Karsten Vollmar. Aus Sicht des Vaters eines Schulkindes könne er durchaus nachvollziehen, dass die Eltern in einer regelrechten Zwickmühle stecken: "Lasse ich mein Kind zuhause oder schicke ich es in die Schule?"

Sämtliche Schulen stünden vor einer "Riesen-Herausforderung": "Wir Lehrer können uns nicht teilen: Wie soll der Unterricht für alle Schüler:innen umgesetzt werden? Fakt ist: Es wird ein Schulbetrieb unter Notfallbedingungen."

Heizprobleme an der Eichbergschule

Man glaubt es kaum, aber die Eichbergschule in Lauterbach hatte bis Donnerstagmittag ein ganz anderes Problem, was nichts mit Corona zu tun hatte. "Wir haben derzeit in den Räumen 14 Grad - seit Sonntag funktioniert unsere Heizung nicht mehr", erklärt Schulleiter Michael Schäfer am Morgen auf Nachfrage von O|N. Es stand also nicht fest, ob die Schule überhaupt für den Betrieb am Montag wieder öffnen konnte, bis am Mittag die freudige Nachricht vom Kreis kam: Die Heizung wird repariert, sodass der Unterricht am Montag starten kann. (Stefanie Harth/Luisa Diegel) +++


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