Präsenzunterricht in schwierigen Zeiten: Allerdings für die Abschlussklassen, wie hier an der Bad Hersfelder Obersberg-Schule, eine wichtige Vorbereitung für die anstehenden Prüfungen. - Fotos: Gerhard Manns / Kevin Kunze

REGION "Gesundheit steht über allem"

Neue Schulregelungen ab Montag: Zwischen Präsenz- und Distanzunterricht

12.01.21 - Es ist eine schwierige Zeit für alle Schüler:innen und Lehrer:innen. Doch alle Beteiligten versuchen ihr Bestes, um die neuen Bestimmungen des Landes umzusetzen. Während im Landkreis Fulda viele Schulen komplett auf einen Distanzunterricht setzen, stellt sich die Situation im Landkreis Hersfeld-Rotenburg anders dar.

Der stellvertrende Schulleiter Jörn Breitkreutz geht durch die leeren Gänge der Modellschule Obersberg. ...

"Der Präsenzunterricht für die Abschlussklassen ist für uns als große Schule ein Vorteil. Ich sehe die Modellschule Obersberg Bad Hersfeld sehr gut gerüstet, auch durch unsere Erfahrungen im Sommer mit dem Distanzunterricht, die jetzt die anderen Jahrgänge betrifft", erklärt der stellvertretende Schulleiter Jörn Breitkreutz. Natürlich sei die große Belastung für alle nicht zu unterschätzen - allerdings sollte auch jedem klar sein, wie schwierig die Situation im Allgemeinen ist. "Im Allgemeinen ist der Präsenzunterricht ein sehr hohes Gut, bei den momentanen Corona-Zahlen gilt aber das Motto: "Gesundheit steht über allem".

30 Kinder in Grundschule Niederaula

Die Grundschule in Niederaula

Von den insgesamt 158 Kindern, die normalerweise die Grundschule in Niederaula besuchen, sind am Montag 30 Kinder erschienen. "Das ist kein Problem, es ist relativ ruhig", sagt Grundschulleiterin Tanja Rös gegenüber OSTHESSEN|NEWS. Sie hätte sich allerdings vom Land eine klarere Entscheidung gewünscht. Nach den Weihnachtsferien gilt für die Grundschulklassen die grundsätzliche Empfehlung, die Kinder zu Hause zu lassen. Wo das nicht geht, können die Eltern ihre Sprösslinge dennoch in die Grundschulen schicken. Vom Unterrichtsinhalt her bekommen die Kinder, welche zu Hause bleiben, die Materialen zugeschickt. Die Kinder in der Schule bearbeiten ebenfalls diese Unterlagen. Wie Kultusminister Professor R. Alexander Lorz deutlich machte, entstehe kein Nachteil für die Kinder, die zu Hause bleiben.

Präsenzunterricht bei Abschlussklassen

Die Gesamtschule in Niederaula

In der Gesamtschule Niederaula sind am Montag die drei Abschlussklassen mit Prüfungen der Realschule und der Hauptschule mit insgesamt 60 Jugendlichen im Präsenzunterricht. Bei den fünften und sechsten Klassen haben fünf Kinder das Betreuungsangebot am ersten Schultag nach den Weihnachtsferien genutzt. Insgesamt 676 Schüler besuchen die selbstständige Allgemeinbildende Schule in "normalen" Zeiten. "Es muss ja sein. Die Vorgaben lassen sich händeln", sagt Schulleiterin Nicole Stutz. Die drei Abschlussklassen sind in insgesamt sechs Gruppen aufgeteilt. Die anderen Schüler der verschiedenen Jahrgangsstufen erhalten Distanzunterricht.

Die Werratalschule in Heringen sieht sich gut für die neuen Regelungen gerüstet. Allerdings ohne dabei Probleme zu vernachlässigen. ...

Christoph Peters, Schulleiter der Werratalschule in Heringen befindet: "Es ist für uns im ländlichen Raum wichtig, den Spagat zwischen Präsenz- und Distanzunterricht zu schaffen. Gerade für Lehrer:innen ist es eine enorme Belastung, da sie beide Unterrichtsformen durchführen müssen." Auch die Internetverbindung birgt ein weiteres Hindernis - gerade im ländlichen Raum: "In der Schule haben wir kein besonders schnelles Internet, aber auch für viele Schüler ist dies ein großes Hindernis. Damit wird der Distanzunterricht weiter erschwert", so Peters weiter. Die Werratalschule als Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe betreut zudem auch Fünft- und Sechstklässler. Allerdings stellt dies laut dem Schulleiter keine großen Probleme dar: "Knapp unter zehn Prozent der Schüler:innen haben das Angebot angenommen - dies wahrscheinlich ein positiver Aspekt im ländlichen Raum."

Schulen vor großen Herausforderungen

Ralf Kleemann zeigt sich zuversichtlich.

Ralf Kleemann, Konrektor der Konrad Adenauer Schule und Pressesprecher des staatlichen Schulamts Fulda, über die Lage an der Fuldaer Realschule: "Aktuell befinden sich 32 Schüler:innen aus den beiden Jahrgangsstufen fünf und sechs, fest angemeldet, bei uns im Präsenzunterricht. Trotzdem sind wir natürlich bei Änderungen in der familiären Betreuung flexibel weitere Kinder aufzunehmen. Sie sind in kleine Gruppen aufgeteilt, sodass wir den nötigen Abstand einhalten können. Betreut werden die Kinder von ihren gewohnten Lehrer:innen. Das gilt auch für die rund 220 restlichen Schüler:innen dieser Jahrgangsstufen, die sich im Distanzunterricht zu Hause befinden.

Sie haben die Möglichkeit, ihre gewohnten Ansprechpartner auch von dort zu erreichen. Videounterricht gibt es in diesem Fall nicht - Datenschutzrichtlinien und das teils fehlende technisches Verständnis der noch jungen Schüler:innen machen diesen zu einer großen Herausforderung. Die Arbeitsmaterialien für die Kinder daheim stehen online zur Verfügung. Höhere Klassen können sich die nötigen Unterlagen kistenweise an einem festen Ort in der Schule abholen. Ich denke, wir sind gut organisiert und machen das beste aus der Situation. Jede Schule muss hier schließlich die richtige Lösung für sich finden. Eins wird aber gerade aktuell immer deutlicher. Schule lebt von persönlichen Beziehungen - zum Lernen gehören auch Empathie und Emotionen. Wir hoffen, dass dies bald wieder möglich ist."

Eichbergschule: 10 Prozent der Schüler im Präsenzunterricht

An der Lauterbacher Eichbergschule haben einige Eltern den Anspruch des Präsenzunterrichtes wahrgenommen. Wie Schulleiter Michael Schäfer auf O|N-Nachfrage mitteilt, sind von 420 Kindern etwa 40 Kinder am Montag zum Unterricht erschienen." Chaos sei dabei nicht ausgebrochen - denn man war gut vorbereitet. "Die Eltern sollten ihre Kinder bis Freitag für heute anmelden", erklärt er. So konnte die Grundschule besser planen - dennoch wurden zur ersten Stunde allerdings alle Lehrer eingesetzt, "um einen möglichen Ansturm trotzdem abzufedern". Doch es sei alles händelbar gewesen. (Kevin Kunze / Hans-Hubertus Braune / Michelle Kedmenec / Luisa Diegel) +++


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