Heiko Siemon und Jens Mischak sprechen im O|N-Interview über die bevorstehende Kommunalwahl. - Fotomontage: Hendrik Urbin

REGION VB Heiko Siemon und Jens Mischak im Gespräch

CDU im etwas anderen Wahlkampf: "Vermisse das Gespräch in der Dorfkneipe"

20.02.21 - In knapp drei Wochen, am 14. März, stehen in ganz Hessen die Kommunalwahlen an. Doch durch Corona ist in diesem Jahr alles anders als sonst - denn die Parteien müssen auf den normalen, analogen Wahlkampf verzichten. Wie dieser in Zeiten von Corona abläuft und welche Themen die Vogelsberger und Schlitzer CDU bewegen, erzählen Kreisvorsitzender Dr. Jens Mischak und der Schlitzer CDU-Spitzenkandidat für die Stadtverordnetenwahl Heiko Siemon im OSTHESSEN|NEWS-Interview. 

Dr. Jens Mischak. Fotos: O|N

Mischak bringt gleich zu Beginn auf den Punkt, dass es in diesem Jahr ein ganz anderer Wahlkampf ist. "Es ist deutlich entspannter. Abends ist man nicht mehr so viel unterwegs. Der Vogelsbergkreis hat 19 Städte und Gemeinden - sonst hat man schon immer versucht, mindestens einmal überall gewesen zu sein." So geht es auch Siemon von der Schlitzer CDU - denn auch diese war in allen 16 Ortsteilen immer präsent. Nun stellen die Fraktionen eben um - und setzen auf Online-Auftritte: virtuelle Meetings mit Wehrführern und Ortsvorstehern statt Infoveranstaltungen in den heimischen Turnhallen oder Dorfgemeinschaftshäusern. 

Doch auch wenn dies deutlich entspannter ist, fehlt Mischak vor allem der Austausch mit den Bürgern: "Einfach in der Dorfkneipe zu sitzen und sich auch mal hitzig mit den Bürgern zu diskutieren, denn das gehört auch dazu", sagt er und lacht. Denn für Mischak und Siemon lebt der Kommunalwahlkampf vor allem von persönlichen Gesprächen und Begegnungen. 

Die Stadt Lauterbach von oben.

Blick vom Hoherodskopf

Unterscheidung von Bundes- und Kommunalpolitik

Beide Kandidaten hoffen, dass es bei dieser Wahl auch endlich wieder um kommunale Themen geht. "Die beiden letzten Wahlen waren geprägt von Fukushima und von der Flüchtlingskrise", blickt Mischak zurück. Auch wenn das Thema Corona allgegenwärtig ist, sei es wichtig, die Bundespolitik von der Kommunalpolitik zu unterscheiden - auch wenn eine Tendenz im Bund bei einigen leicht mitspiele. "Es gibt Wähler, die eben immer ihre Partei wählen - ganz egal auf welcher Ebene." 

Corona wird jedenfalls eine Rolle spielen - das sehen beide CDU-Kandidaten so: "Das ist das, was die Leute derzeit am meisten bewegt." Doch Mischak macht auch darauf aufmerksam, dass die Zahlen wieder rückläufig sind. Das liegt unter anderem auch daran, dass alle Bewohner in den Pflege- und Altenheimen im Kreis bereits geimpft werden konnten. "Wenn die Leute genauer hinschauen, was auf kommunaler Ebene passiert, gibt es aber eben nicht nur Corona."

Wichtiges Zusammenspiel zwischen Kreis- und Kommunalpolitik

Heiko Siemon.

Siemon und Mischak sprechen in diesem Zusammenhang das wichtige Zusammenspiel zwischen der Kreis- und der Kommunalpolitik in den einzelnen Städten und Gemeinden an. "Wichtig ist, dass man sich gut versteht und einen engen Draht zueinander hat", so Siemon.

Denn jede Gemeinde, jede Stadt, will das beste für die Heimat herausholen. So auch die CDU Schlitz für die Burgenstadt: "Wir haben natürlich ein Interesse, wie es mit dem Gelände der alten Gesamtschule und mit der Schlitzerlandhalle weitergeht." Denn derzeit gehört diese noch dem Kreis - die CDU hätte jedoch gerne Einfluss, um dort zu investieren. Mischak dazu: "Der Schulneubau Schlitz ist derzeit das größte Kreisprojekt. Wir sind sehr dafür, dass auf dem alten Gelände neue Wohnbauflächen ausgewiesen werden. Für die Zukunft möchten wir gemeinsam mit der Stadt eine Lösung finden."

Vogelsbergkreis als Modellregion

Die Stadt Schlitz mit der größten Kerze der Welt. Foto: Frank Löw

Weiteres Ziel ist es natürlich auch, die Region weiter zu stärken und den Vogelsbergkreis als einen Modellkreis für Leben, Arbeiten und Wohnen im ländlichen Raum zu machen. "Corona hat uns deutlich vor Augen geführt, dass der ländliche Raum gerade in Sachen Wohnen Chancen hat", so Mischak. Denn viele Menschen tendieren immer mehr dazu, raus aus der Stadt - und hinein ins Grüne zu ziehen. "Doch dafür müssen auch die Angebote, wie Kindergarten, Schulen oder Breitband, stimmen."

Um diese Ziele auf kommunalpolitischer Ebene zu erreichen, muss allerdings auch der Austausch mit Wiesbaden und Berlin passen: "Beispielhaft ist die Kommunikation mit Michael Ruhl (MdL) und Michael Brand (MdB). Auch hier besteht ein enges Verhältnis, welches für die Entwicklung einer Kommune nur förderlich sein kann." (Luisa Diegel) +++


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