Der Verkehr hat durch den Lockdown weltweit deutlich abgenommen. - Symbolbild: Pixabay

REGION Neue Studie der Ozonforschung

Schädliches Ozon nimmt durch Lockdowns auf der Nordhalbkugel ab

18.02.21 - Weniger Verkehr, weniger Termine, mehr Zeit für die Familie: Die Corona-Pandemie zeigt, dass es in der aktuellen Zeit nicht nur Schattenseiten gibt. Das zeigt auch eine neue Forschungsstudie der Ozonforschung. Denn: Um durchschnittlich sieben Prozent ging das für den Menschen schädliche Ozon in der freien Troposphäre bis etwa zehn Kilometer Höhe auf der Nordhalbkugel im Frühjahr und Sommer des vergangenen Jahres zurück.

Das zumindest ist das Ergebnis einer begutachteten Studie, die unter der Federführung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Mittwoch veröffentlicht wurde. Insgesamt wurden dazu die Daten von 45 Messstationen weltweit ausgewertet, an denen Ballonsondierungen und Fernerkundungen zur Messung des Ozongehalts in der gesamten Atmosphäre durchgeführt werden.

Weniger Stickoxid, weniger Ozon

Die Rechnung ist simpel: Denn der Verkehr ist eine Hauptquelle von Stickoxid in der Atmosphäre. Und dieser hat während der Corona-Pandemie weltweit deutlich nachgelassen. "Im Mittel gingen 2020 die weltweiten Emissionen durch Landverkehr um rund 14 Prozent, beim Flugverkehr sogar um 40 Prozent zurück", erklärt der DWD. "Mit den Lockdowns wurde weniger Stickoxid in die Atmosphäre emittiert und deswegen in der freien Troposphäre weniger Ozon produziert."

Dr. Wolfgang Steinbrecht, Leiter des regionalen Ozonzentrums am Meteorologischen Observatorium Hohenpeißenberg, freut sich über diese gute Nachricht: "Dies ist ein bemerkenswert großer und großräumiger Rückgang. Der ungeplante weltweite Corona-Großversuch zeigt deutlich, wie komplex die Atmosphäre auf Emissionsminderungen reagieren kann. Er zeigt aber auch, was mit international abgestimmten Maßnahmen für die weltweite Luftqualität erreichen werden könnte."

Hintergrundinformationen zu Ozon

Ozon ist ein wichtiges Spurengas in der Erdatmosphäre. Rund 90 Prozent des Ozons befindet sich in der stratosphärischen Ozonschicht zwischen 10 und 50 km Höhe. Diese Ozonschicht schützt als natürliche "Sonnenbrille" das Leben auf der Erdoberfläche, indem sie harte und gefährliche UV-Strahlung von der Sonne fast völlig blockiert. Ausreichend Ozon in der Stratosphäre ist grundlegend wichtig für das Leben auf der Erde. 

Rund 10 Prozent des Ozons befinden sich in der Troposphäre, d.h. vom Boden bis in 10 km Höhe. In der Troposphäre ist Ozon ein wichtiges Treibhausgas. Als starkes Oxidationsmittel kann es bei höheren Konzentrationen zu Reizung und Schädigung der Atemwege von Menschen und Tieren führen, bei Pflanzen zu Schädigungen und Ernteausfällen. (ld) +++


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