Wie steht es um die ärztliche Versorgung im Landkreis Hersfeld-Rotenburg? - Archivfotos: O|N / Gerhard Manns / Stefanie Harth

BAD HERSFELD Keine Patentlösung in Sicht

Diskussion per Live-Stream: Wie steht es um Zukunft der ärztlichen Versorgung?

18.02.21 - Zu einer digitalen Diskussionsrunde zur zukünftigen ärztlichen Versorgung im Landkreis Hersfeld-Rotenburg hat Landrat Dr. Michael Koch (CDU) per Videokonferenz geladen: Neben dem Landrat stellten sich Dr. Martin Ebel, Vorsitzender der Hausarztakademie Hersfeld-Rotenburg, Dr. Tobias Hermann, medizinischer Geschäftsführer des Klinikums Hersfeld-Rotenburg, sowie der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH), Dr. Eckhard Starke, den Fragen der Teilnehmer.

Landrat Dr. Michael Koch (CDU).

"Die Corona-Pandemie zeigt einmal mehr, wie unverzichtbar eine qualitativ hochwertige und wohnortnahe Gesundheitsstruktur für unsere Gesellschaft ist. Deshalb wollen wir über die aktuelle Situation der haus- und fachärztlichen Versorgung im Kreis sprechen", sagte Dr. Koch. Noch sehe er die Region gut versorgt: "Aber wir werden immer älter – darauf müssen wir uns einstellen."

Werbetrommel für Nachwuchsmediziner rühren


Dem konnte Dr. Martin Ebel nur zustimmen: "Wir müssen uns noch mehr anstrengen, weil nicht nur die Bevölkerung altert, sondern auch die Ärzteschaft." Zudem habe sich die Einstellung von jungen Leuten gegenüber Selbständigkeit und Risikobereitschaft geändert. Ein zentrales Thema sei die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. "Wir müssen viel mehr die Werbetrommel für unser Berufsfeld rühren", appellierte der Vorsitzende der hiesigen Hausarztakademie. Schließlich könne sich der Landkreis keine Ärzte backen. Kommunal getragene medizinische Versorgungszentren (MVZ) oder Gemeinschaftspraxen seien beispielsweise ein Ansatz, um Nachwuchsmediziner in die ländliche Region zu locken.

Können kommunal getragene medizinische Versorgungszentren (MVZ) den Ärztemangel ...

Angesprochen auf die sogenannte Bedarfsplanung, meinte Dr. Eckhard Starke: "Die Bedarfsplanung ist schon vor 40 Jahren eingeführt worden." Diese sei "noch immer von Bestand" und regele, wie viele Ärzte in einem Umfeld gebraucht werden. Allerdings sei sie nicht mehr als ein Recheninstrument. Der Trend gehe "eindeutig" in Richtung Gemeinschaftspraxen. Der Vereinbarkeit von Familie und Beruf müsse Rechnung getragen werden, berichtete der stellvertretende KVH-Vorstandsvorsitzende, der von einem "gefühlten Ärztemangel" sprach.

Hintergrund: Das Durchschnittsalter der Hausärzte im Landkreis Hersfeld-Rotenburg liegt bei 56 Jahren, 37,8 Prozent von ihnen sind sogar über 60 Jahre alt. Laut Berechnungen der KVH werden in 2030 voraussichtlich 64 Hausärzte altersbedingt eine Nachfolge suchen. Eine einfache Patentlösung, dem Hausärztemangel entgegenzudrehen, wird es wohl nicht geben. (sh) +++


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