Gähnende Leere in Fuldas Innenstadt. - Symbolbild: O|N / Carina Jirsch

FULDA Nach Kritik der CDU-Abgeordneten

DEHOGA-Kreisverband nimmt Stellung zum Vorwurf der Falschmeldungen

18.02.21 - Anfang der Woche äußerte sich der  Deutschen Hotel- und Gastronomieverband Kreisverband Fulda in einer Pressemitteilung kritisch gegenüber vieler Entscheidungen der Politiker bezüglich der Corona-Krise. Daraufhin nahmen MdL Markus Meysner und Thomas Hering sowie MdB Michael Brand Stellung und kritisierten das Vorgehen des DEHOGA Verbandes. Dieser meldet sich nun mit einer Stellungnahme und stellt "Falschmeldungen" klar.

OSTHESSEN|NEWS veröffentlicht die Stellungnahme der DEHOGA, Kreisverband Fulda, im Wortlaut:

Fuldaer DEHOGA-Vorsitzenden Steffen Ackermann Archivfotos: O|N

"Heute nehmen wir Stellung zu den gestrigen Vorwürfen der Politiker MdB Brand, MdL Hering und MdL Meysner. Es hätte verschiedene Möglichkeiten gegeben, auf unsere Kritik zu reagieren. Beispielsweise durch Dialog. Doch in der schwersten Krise des Gastgewerbes sieht sich der Branchenverband DEHOGA im Kreis dem Vorwurf der Falschmeldung ausgesetzt. Was ist eigentlich passiert? Der DEHOGA Kreisverband, hat sich zur aktuellen Lage, rund um die Coronapandemie geäußert. Besonders die Äußerungen eines Ministerpräsidenten haben in den vergangenen Tagen für Kritik gesorgt, in denen zu hören war, dass der Osterreiseverkehr ausgeschlossen sein wird. Hierüber wurde mehrfach berichtet. Diese inakzeptablen und unnötigen Äußerungen sorgen für zusätzliche Existenzangst bei den Gastgeberinnen und Gastgebern. In der veröffentlichten Pressemeldung, getragen von allen gastgewerblichen Vereinen und Verbänden in der Region, hat der Verband die Abgeordneten in folgendem Wortlaut kritisiert: "Wir vermissen unsere Abgeordneten aus Bund und Land! Seit Monaten herrscht nahezu Funkstille. Keine Hilfe. Keine Vorschläge. Keine Unterstützung. Kein Dialog. Keine Lösungen. Kein Interesse?".

Diese Wasserstandsmeldung sorgte bei 3 Abgeordneten für Empörung. Dass seitens der genannten Politiker einzelne Kontakte zu Gastgebern bestehen, bestreiten wir nicht. Doch die gestrige Behauptung, dass "zahlreiche und kontinuierliche Direktkontakte" zum Verband bestehen, verwundert zum einen und ist obendrein schlichtweg falsch. Falschmeldung Fehlanzeige!

Der DEHOGA Kreisverband hatte durch seinen Vorsitzenden am 31.03.2020 per E-Mail, daraufhin postalisch und anschließend telefonisch versucht, Kontakt zum Bundestagsabgeordneten Brand aufzunehmen. Die telefonische Rückmeldung kam. Das Stimmt. Jedoch erst wenige Tage vor Weihnachten. Mit fast 9 Monaten Verspätung! In diesem Telefonat wurde vereinbart, eine gemeinsame Diskussionsplattform per Videokonferenz zu planen. Um den Gastgeberinnen und Gastgebern genügend Zeit über die Feiertage und den Jahreswechsel zu geben, um einen freien Kopf zu bekommen, sollte diese Videokonferenz im Januar oder Februar stattfinden. Dies nun als Ablehnung darzustellen, nur, weil der Verband nicht direkt zur Verfügung stand, ist absolut indiskutabel. Am 08.02.2021 hat der Kreisverband per Mail um einen konkreten Terminvorschlag zur Videokonferenz gebeten, der leider bis zum gestrigen Tag ausblieb. Falschmeldung Fehlanzeige!

Alles zu: In den hessischen Innenstädten sieht es derzeit überall gleich aus. ...

Zwischen den beiden Landtagsabgeordneten und dem Verband kam es zum Erstkontakt zwischen März und Mai 2020. Während des ersten Lockdown trafen die Vertreter in diversen Videokonferenzen, die auf Initiative der Region Fulda GmbH, aufeinander. Nach den Lockerungen im Mai, wurden diese vorerst auf Eis gelegt, um die weitere Entwicklung der Pandemie im Auge zu behalten. Der Ablauf der folgenden Monate ist jedem bekannt. Bis dato hat keiner der beiden Kontakt zum Verband aufgenommen. Wenngleich die extreme Notlage spätestens seit November des vergangenen Jahres bekannt war. Der Abgeordnete Meysner hat Ende vergangenen Jahres von einem Konzept für einen alternativen Weihnachtsmarkt berichtet. Bis auf eine Telefonnummer zu einem Zeltverleih ist bei uns nichts angekommen. Falschmeldung Fehlanzeige. Die Kritik richtete sich an die Landes- und Bundespolitik. Explizit nicht an die Kommunikation mit der Politik aus Stadt und Landkreis. Dort herrscht eine gute, verständnisvolle und kooperative Zusammenarbeit.

Fakt ist, dass bis heute noch immer 25 Prozent der Novemberhilfen nicht zur Auszahlung gekommen sind, sowie ein größerer Teil des Dezembers. Noch immer gibt es Anträge, die nicht einmal bearbeitet wurden. Öffnungsperspektiven fehlen bis heute. Die BundLänderkonferenz hat das Gastgewerbe noch nicht einmal erwähnt. Die Aussagen zum Osterreiseverkehr ließen dann das Fass zum Überlaufen bringen. Vom Digitalisierungschaos in den Schulen bis hin zur chaotischen Impfstoffbeschaffung ganz zu schweigen. Die Art und Weise, dem Verband Falschmeldungen und somit Lügen vorzuwerfen, ist beschämend und ist der Situation nicht angemessen. Wo kommen wir hin, dass sich ein Branchenverband, dessen Mitgliedbetriebe teilweise oder gänzlich seit fast einem Jahr geschlossen sind, Hilfsgelder nach mehr als 3 Monaten nicht angekommen sind, Öffnungsperspektiven gänzlich fehlen, auf Kritik an fehlendem Interesse an den Abgeordneten entschuldigen soll? Sie finden eine Entschuldigung wäre angebracht? Das finden wir auch! Wir erwarten diese gerne.

Wir hoffen nun sehr, dass sich die Abgeordneten und der Verband auf ihre eigentliche Arbeit konzentrieren können. Mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gastgewerbes im Landkreis Fulda sowie weitere 2.400.000 Beschäftigte in Deutschland und zahllose Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus den kooperierenden Branchen, wie der Getränkeindustrie, Reinigung, Erzeuger und Landwirtschaft, der Kunst und Kultur, der Eventbranche sowie viele weitere, erwarten mehr als trotzige Reaktionen", so die Dehoga.

Die Abgeordneten Meysner, Hering und Brand haben auf die Stellungnahme ebenfalls reagiert und zu einer kurzfristigen Videokonferenz eingeladen. "Mit gegenseitigen Schuldzuweisungen ist keinem weitergeholfen. Es ist sinnvoller miteinander als gegeneinander zu arbeiten und deshalb sollten wir dieses "Gewitter" nutzen um mit "frischer Luft" gemeinsam nach vorne zu schauen", so Meysner abschließend. (pm) +++


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