Voraussichtlich Mitte März beziehen Martin Kersting (links) und Andreas Heinz die neuen Räume des Pflegestützpunkts im Behördenhaus am Schlossgarten. Mit zum Team gehört auch Silke Dittmar (kleines Foto). - Foto: Sebastian Mannert

FULDA Umzug vom Zentrum Vital ins Behördenhaus

Pflegestützpunkt seit zehn Jahren feste Größe in Beratungslandschaft

22.02.21 - Die Corona-Pandemie hat Auswirkungen auch auf die Arbeit des Pflegestützpunkts im Zentrum Vital, der seit über zehn Jahren gesetzlich Versicherten aus Stadt und Landkreis Fulda eine qualifizierte, trägerneutrale und vor allem kostenfreie Beratung in Fragen rund um Pflege und Behinderung anbietet. Weil Unterstützungsangebote weggebrochen oder nur noch stark eingeschränkt möglich sind, ist der Hilfebedarf von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen eher größer geworden.

Ganz aktuell steht der Umzug des Pflegestützpunkts vom Zentral Vital beim Herz-Jesu-Krankenhaus in das Behördenhaus am Schlossgarten an, der voraussichtlich im März erfolgen wird. Seit seiner Eröffnung im Dezember 2010 wurde der Pflegestützpunkt gut angenommen und stellt mittlerweile eine feste Größe in der Beratungslandschaft der Region dar.

Flächendeckendes Netz von Pflegestützpunkten

Der Pflegestützpunkt wird in Kooperation zwischen dem Landkreis Fulda und der AOK Hessen (stellvertretend auch für die übrigen gesetzlichen Pflegekassen) betrieben und zu gleichen Teilen von beiden Trägern finanziert. Nach Einführung der Pflegeversicherung durch den Bundesgesetzgeber im Jahr 1995 wurde in Hessen ein inzwischen flächendeckendes Netz von Pflegestützpunkten aufgebaut. Diese fungieren als Anlaufstellen mit Ansprechpartnern vor Ort, die es den Betroffenen erleichtern sollen, finanzielle und sonstige Hilfen bei Pflege und Betreuung in Anspruch zu nehmen. Von Anfang an dabei sind Diplom-Sozialarbeiter Martin Kersting und Pflegeberater Andreas Heinz, die zusammen mit Verwaltungsfachkraft Silke Dittmar das Team des Pflegestützpunkts Landkreis Fulda bilden. Aus ihrer langjährigen Erfahrung können sie sehr gut einschätzen, wo Pflegebedürftigen und Angehörigen in dieser besonderen Lebenslage der Schuh drückt.

Überforderung aller Beteiligten kann vermieden werden

Insbesondere geht es um Fragen wie "Wo finde ich einen Heimplatz oder einen Pflegedienst?", "Wie beantrage ich einen Pflegegrad?", "Welche Leistungen bietet die Pflegeversicherung?", "Was tun bei Demenz?" oder "Welche Entlastungsmöglichkeiten gibt es für pflegende Angehörige?" Da die weit überwiegende Zahl der Pflegebedürftigen im Landkreis Fulda ambulant versorgt wird, betreffen viele Beratungsgespräche die konkrete Ausgestaltung der Pflege zu Hause. Durch eine möglichst frühzeitige Inanspruchnahme von niedrigschwelligen Hilfsangeboten gerade im hauswirtschaftlichen Bereich kann eine Überforderung aller Beteiligten vermieden werden. Generell sollte sich die Bevölkerung auch schon in jüngeren Jahren mit dem Leben im Alter auseinandersetzen und über entsprechende Maßnahmen nachdenken. Hierzu gehören Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten ebenso wie seniorengerechte Verbesserungen im Wohnumfeld.

Es fehlt an qualifiziertem Personal

In Folge von Corona haben sich Verschiebungen in der Art der Beratungen beim Pflegestützpunkt ergeben. Während sich die Telefonkontakte mit rund elfhundert Anrufen im Durchschnitt der letzten Jahre bewegen, ist die Pflegeberatung zu Hause stark rückläufig. Zeitweise konnten Hausbesuche gar nicht mehr stattfinden. Auch hat sich durch die Pandemie-bedingte vorübergehende Schließung außerhäuslicher Betreuungseinrichtungen wie zum Beispiel in der Tagespflege die Belastung der Angehörigen enorm erhöht. Mittelbar sieht sich der Pflegestützpunkt mit einem Problem konfrontiert, das bereits vor Corona bestanden hat, jetzt aber verstärkt in den öffentlichen Blickpunkt gerückt ist: Es fehlt in der ambulanten und in der stationären Pflege an qualifiziertem Personal. Ein anderes Problem ist der gestiegene Eigenanteil bei den Heimkosten. Dies kann dazu führen, dass eine eigentlich notwendige Heimunterbringung zu lange hinausgezögert wird.

Neues Domizil sorgt für zentrale Erreichbarkeit

Eine weitere Veränderung betrifft den künftigen Standort des Pflegestützpunkts, der Mitte März vom Zentrum Vital ins neue Behördenzentrum am Schlossgarten umziehen wird. Vorzüge des neuen Domizils sind die zentrale Erreichbarkeit auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln, mögliche Synergieeffekte sowie ein engerer fachlicher Austausch, weil sich das Sozialamt, das Seniorenbüro der Stadt Fulda, die Betreuungsbehörde und die Wohngeldstelle im gleichen Haus befinden. Sprechzeiten sind weiterhin dienstags von 9 bis 12 Uhr und donnerstags von 14 bis 16 Uhr, sie können wegen Corona vorerst aber nur telefonisch wahrgenommen werden. Nach Voranmeldung stehen Martin Kersting, Telefon (0661) 6006-8782 und E-Mail [email protected], sowie Andreas Heinz, Telefon (0661) 6006-8783 und E-Mail [email protected], für eine Sozial- und Pflegeberatung zur Verfügung. Ausführliche Infos im Internet unter www.pflegestuetzpunkt-fulda.de. (pm) +++


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