Riesige Stimmzettel bei der Kommunalwahl 2021 in Hessen. Ganz so ufangreich wie in Frankfurt am main sind die osthessischen Stimmzettel zwar nicht, doch auch hier stehen viele Kandidaten:innen zur Wahl - Foto: picture alliance / dpa / Frank Rumpenhorst

REGION Osthessen setzen auf Briefwahl

Kreuzchen machen vom Sofa aus: Flut von Anträgen in Wahlämtern

23.02.21 - Sind die klassischen Wahllokale noch nötig? In Zeiten der Corona-Pandemie nutzen jedenfalls immer mehr Menschen die Möglichkeit der Briefwahl. Das zeigen die aktuellen Zahlen aus verschiedenen Wahlämtern. In knapp drei Wochen - am 14. März 2021 - werden die kommunalen Parlamente neu gewählt. Dazu kommen in einzelnen Regionen Landratswahlen, Oberbürger- oder Bürgermeisterwahlen. Die dazugehörigen Unterlagen ergeben mancherorts schon eher ein kleines Päckchen.

Natürlich ist der traditionelle Gang zur Wahl auch bei der Kommunalwahl 2021 möglich. Die Städte und Kommunen sorgen mit entsprechenden Abstands- und Hygieneregelungen für die Sicherheit der Wahlhelfer:innen und Wähler:innen. Doch die Briefwahl bietet eine gute Alternative. Vor allem: Zuhause auf dem Sofa oder vor dem Schreibtisch ist es einfach bequemer, sich die ganzen Wahllisten genauer anzuschauen. Eine interessante Frage ist, ob Briefwähler ihre Kreuzchen mehr verteilen, weil sich viele Wähler:innen zu Hause mehr Zeit nehmen?

"Briefwahl gefragter denn je"


Die Partei und Wählergrupen werben mit Plakaten Archivbild Hendrik Auth

Eine Umfrage bei den Wahlämtern einzelner Kommunen hat ergeben: "Momentan liegen wir bei 5.161 Briefwahlanträgen. Im Jahr 2016 hatten wir insgesamt 3.540 Briefwahlanträge ausgestellt. Man merkt also, dass die Briefwahl gefragter denn je ist", sagt Noah Seitz aus dem Bürgerbüro in Bad Hersfeld. In Fulda wurden Stand Montagvormittag 9.159 Wahlscheine mit Briefwahlunterlagen ausgestellt. "Im Jahr 2016 wurden bis zum Wahltag insgesamt 4.467 Wahlscheine mit Briefwahlunterlagen ausgestellt", schreibt Pressesprecher Johannes Heller auf Anfrage von OSTHESSEN|NEWS. Schon jetzt sind es also doppelt soviel Briefwähler im Vergleich zur Kommunalwahl 2016.

Auch in Niederaula ist die Nachfrage nach den Briefwahlunterlagen groß. "Aktuell haben wir bereits 870 Anträge vorliegen. Bei der Kommunalwahl in 2016 waren es insgesamt 714 Anträge", erklärt Wahlleiter Jörg Keileweit. Bei der Bürgermeisterwahl am 1. November vergangenen Jahres war der Trend sichtbar. Damals hatten 1.045 Wähler:innen die Briefwahlunterlagen angefordert.

"Die Nachfrage nach Briefwahlunterlagen ist sehr hoch. Erfreulicherweise nutzen viele Wählerinnen und Wähler die Möglichkeit, den Wahlschein online zu beantragen. Die Mitarbeiter:innen im Wahlamt sind - unterstützt durch Beschäftigte aus anderen Bereichen - dabei, die Flut der Anträge möglichst noch am selben Tag abzuarbeiten", schreibt Fachbereichsleiterin Monika Kauer von der Stadt Alsfeld.

"Stand 22.2.2021 - 13:15 Uhr - wurden für 1.867 Wählerinnen und Wähler Wahlscheine ausgestellt. Damit ist schon jetzt annähernd die Zahl der Wahlscheine erreicht, die bei der letzten Kommunalwahl 2016 ausgestellt wurden. Vor fünf Jahren waren dies 1.922. Gewählt mit Wahlschein hatten damals dann 1.698 Wählerinnen und Wähler", sagt Kauer weiter.

Sicher in den Briefkasten oder per Post


Das Stadtschloss in Fulda Archivbilder: O|N

Briefwähler sollten aber darauf achten, ihre Unterlagen ordentlich in den entsprechenden Briefkasten der Stadt- oder Gemeindeverwaltung zu werfen. Nicht überall ist so viel Platz: "Mit unserem Briefkasten haben wir keine Probleme: Der Wahlbüro-Container im Schlossinnenhof hat außen einen Einwurfschlitz mit ausreichender Kapazität auch über ein Wochenende", sagt der Pressesprecher der Stadt Fulda. Eine Alternative: Jederzeit ist auch der Postversand möglich. Die Wahlbriefe werden innerhalb Deutschlands kostenlos durch die Deutsche Post AG transportiert.

Das rathaus und links daneben das Weinhaus in Alsfeld

Das ist auch in Alsfeld so. "Eine der Möglichkeiten, die Wahlbriefe zurückzugeben, ist der Einwurf im Briefkasten im Weinhaus. Bisher hatten wir kein Problem mit einer Überfüllung unter der Woche und auch am Wochenende wird dieser regelmäßig geleert. Seitens der Verwaltung ist es deutlich einfacher, von montags bis freitags bedarfsgerechte zusätzliche Leerungen vorzunehmen, sodass ein sicherer Einwurf dann jederzeit möglich ist. Bei der Menge der erwarteten Wahlbriefe ist allerdings am Wochenende nicht auszuschließen, dass der städtische Briefkasten diese nicht mehr aufnehmen kann", schreibt die Mitarbeiterin der Stadt Alsfeld und empfiehlt ebenso den Versand mit der Post, das Porto übernimmt die Stadt.

Weitere Informationen zur Briefwahl bieten die Verwaltungen der jeweiligen Kommune. Die Briefwahl ist gerade in Zeiten der Corona-Pandemie eine sinnvolle Alternative, um sicher zu wählen. (Hans-Hubertus Braune) +++


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