Die Herren auf den Wahlplakaten haben allesamt ihre Schlipse abgelegt. - Fotos: O|N

REGION Parteien haben die Schlipse abgeschafft

Haben sich alle Wahlkämpfer verabredet? Überall "weiße Westen"

28.02.21 - Das Straßenbild in Fulda und auch allen anderen Gemeinden in unserer Region hat sich knapp zwei Wochen vor der Wahl schon ziemlich verändert: von jedem Laternenpfahl und vielen Plakatständern blicken den Betrachter lächelnde Menschen an und werben um ihre Stimme. Zwölf Parteien und Wählergruppen sind in Fulda allein für die Kreistagswahl zugelassen worden, 850 Personen stellen sich zur Wahl. Weil bei der Kommunalwahl nicht die ganz großen politischen Themen zählen, sondern eher der Alltag in den Gemeinden, fehlt es meist auch an programmatischen Schlagworten auf den Plakaten, was allerdings kein großer Verlust ist. Wichtiger scheint die Ausstrahlung der Bewerber zu sein. Kommt er oder sie sympathisch, zupackend und glaubwürdig rüber?

Dynamisch, on the run, ohne Binder

Jonathan Wulf, schlipslos

Claus-Dieter Schads Hemd ist zartbleu

Ein auffälliger Trend ist bei den männlichen Bewerbern zu beobachten - nicht nur in Fulda. Landauf, landab haben die Herren (wie am Faschingsdonnerstag, dem Tag der Weiberfastnacht) allesamt ihre Schlipse abgelegt und öffnen ganz leger mindestens den obersten Hemdknopf. Allen voran Fuldas Rathauschef, der bar-halsig darum bittet, ihn doch in die Verlängerung zu schicken. Dabei scheint er im vollen Lauf von der Kamera eingefangen worden zu sein - er wirkt fit und sehr dynamisch. Sein Kontrahent und Gegenkandidat Jonathan Wulff von der SPD war als einer der ersten auf Plakaten zu sehen - auch er wie selbstverständlich mit weißer Hemdbrust ohne Krawatte. Und so geht es lustig weiter - quer durch alle Parteien, ob Hans-Dieter Alt, Markus Hoffmann, Barny Tritschler, Dr. Herbert Büttner, Dag Wehner oder Bernd Woide. Die beiden Letzteren stehen übrigens gar nicht zur Wahl. Zwei liberale Herren stehen in Fulda aber tapfer gegen die neue Verabredung: Helge Mühr trägt Fliege, Michael Grosch einen schmalen schwarzen Schlips, back to the Fifties?

Bei Grünen sind Schlipse schon immer verpönt Foto: Lea Hohmann

Zwölf Menschen, zwei Schlipse Foto: Hans-Hubertus Braune

Weiße Hemdbrüste, wohin man schaut

Vielleicht liegt der Trend zum Hemd ohne Binder gerade an der zunehmenden Lässigkeit im Homeoffice, vielleicht wollen die oft so schlecht beleumundeten Politiker vor allem ihre "weiße Weste" präsentieren - es kann uns eigentlich ganz schnuppe sein, denn letztlich kommt es halt doch auf den Inhalt mehr als auf die Verpackung an. 

Fotos (11): Hendrik Auth

Bernd Woide steht eben sowenig zur Wahl wie Dag Wehner, aber sie eint das schlipslose ...Foto: Lea Hohmann

Barny Tritschler trägt auch sonst keinen Schlips

Auch Mario Klotzsche ist "oben ohne"

Foto: Lea Hohmann

Wissen Sie, wofür der Schlips ursprünglich diente?

Warum und seit wann sich die Herren der Schöpfung überhaupt diesen textilen Strick umbinden, wissen wohl die wenigsten Schlipsträger. Angeblich liegt der Ursprung der Krawatte im Jahre 1663, als 6.000 kroatische Söldner nach Frankreich kamen, um das Land im Krieg zu unterstützen. Der Name lässt sich vom französischen Wort cravate ableiten, das übersetzt Kroate heißt. Was war der Sinn der Krawatte? Das vorgebundene Leinentuch diente wohl hauptsächlich zum Schutz vor Kälte und  - zum Schnauben der Nase. Wer's braucht? (Carla Ihle-Becker)+++


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