Die Initiative Stolpersteine in Wüstensachsen - Foto: privat

EHRENBERG (RHÖN) Spenden gesucht

Projekt des Bildhauers Gunter Demnig: Initiative Stolpersteine in Wüstensachsen

21.03.21 - Stolpersteine erinnern an Menschen, die während des Dritten Reiches von den Nationalsozialisten verschleppt, ermordet oder vertrieben wurden. Auch in Ehrenberg (Rhön) soll das eindrucksvolle Projekt individueller Gedenksteine des Bildhauers Gunter Demnig verwirklicht werden.

Zurzeit sind 52 in Wüstensachsen geborene Holocaustopfer bekannt. Einige sind freiwillig schon zu Beginn des letzten Jahrhunderts aus dem Dorf weggezogen, so dass wir ca. 30 Wüstensachsener Männern, Frauen und Kinder jüdischen Glaubens mit Stolpersteinen gedenken wollen.

Die Initiative "Stolpersteine in Wüstensachsen" ruft daher dazu auf, das Vorhaben nachhaltig zu unterstützen. Alle Geldspenden, große wie kleine, sind zur Verwirklichung des Projekts sehr willkommen. Eine entsprechende Spendenquittung kann ausgestellt werden. Die Kosten für einen Stein betragen 120 Euro.

Die ersten Stolpersteine werden aller Voraussicht nach im November 2021 durch den Künstler Gunter Demnig selbst verlegt. Eine weitere Verlegung ist im Rahmen der 50-Jahr-Feier der Gemeinde Ehrenberg (Rhön) im Jahr 2022 geplant. 

Hintergrund

Nachweislich seit 1653 lebten Juden in Wüstensachsen. Es gab im Laufe der Zeit u.a. eine Elementarschule, eine Synagoge und einen Rabbiner. Länger als zwei Jahrhunderte war die Gemeinde Wüstensachsen die mitgliederstärkste jüdische Gemeinde in der Umgebung. Der Anteil der jüdischen Bewohnerinnen und Bewohner lag vom 18. Jahrhundert an bei über 10%.

Während der Novembertage des Jahres 1938 wurde die Synagoge zerstört und anschließend abgerissen. Ungefähr 52 gebürtige Juden aus Wüstensachsen fielen dem Holocaust zum Opfer. Der aus dem Ort vertriebenen und ermordeten Menschen und ihren Schicksalen soll in Form von sog. "Stolpersteinen" gedacht werden. Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig. Es handelt sich um quadratische Messingtafeln mit abgerundeten Ecken und Kanten, die mit von Hand mittels Hammer und Schlagbuchstaben eingeschlagenen Lettern beschriftet werden, getragen von einem angegossenen Betonwürfel mit einer Kantenlänge von 96x96 und einer Höhe von 100 Millimetern. Sie werden meist vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern der NS-Opfer niveaugleich in das Pflaster eingelassen. Mittlerweile sind weltweit über 75.000 Stolpersteine verlegt.

Die Idee der Verlegung von Stolpersteinen in Wüstensachsen kam in Gesprächen des Bürgermeisters mit dem Nachfahren ehemaliger jüdischer Wüstensachsener Michael Lee Buchsbaum und Inge Hohmann auf, die die Geschichte der Wüstensachsener jüdischen Gemeinde erforscht. Der Gemeindevorstand und die Gemeindevertretung der Gemeinde Ehrenberg (Rhön) befürworten einstimmig das Projekt und unterstützen das Ziel, für die noch in der Nazidiktatur im Ort lebenden Opfer des Holocaust und zur Erinnerung an deren Schicksal je einen Stolperstein zu verlegen. (pm) +++


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