Einsatz am Dienstagvormittag auf der A5. - Symbolbild: O|N

BREITENBACH/H. Polizei untersagt Weiterfahrt

Lastzug trotz Schieflage mit 110 km/h auf der Autobahn A5 unterwegs

26.03.21 - Einsatz auf der Autobahn 5: Einer Streife der Polizeiautobahnstation war am Donnerstagvormittag ein polnischer Lkw mit Anhänger auf der Autobahn A5 zwischen dem Hattenbacher Dreieck und der Rastanlage Rimberg, wegen überhöhter Geschwindigkeit und stark schwankenden Aufbauten, aufgefallen. Der Lastzug wurde daraufhin durch die Beamten an der Rastanlage Rimberg von der Autobahn gezogen und dort kontrolliert.

Foto: Polizei Osthessen

Bereits bei der ersten Inaugenscheinnahme waren starke Beschädigungen an den Planenaufbauten von Lkw und Anhänger feststellbar. Die Trägerkonstruktionen der Aufbauten wiesen an mehreren Stellen sichtbare Risse und massive Beschädigungen auf. Die Verschlüsse und Scharniere der Laderaumtüren waren sowohl beim Lkw, als auch bei dem Anhänger eingerissen und verbogen oder fehlten teilweise sogar ganz.

Als die Türen der Laderäume geöffnet wurden, wurde die Ursache der während der Fahrt schwankenden Aufbauten klar. Lkw und Anhänger waren bis unter die Decke mit Europaletten beladen, die in keiner Weise gesichert waren und sich während der Fahrt bereits stark bewegt hatten. Auf dem Anhänger drückte die Ladung derart in die stark beschädigten seitlichen Planenaufbauten, dass schon bei einem Ausweichmanöver oder einer engeren Kurvenfahrt zu befürchten gewesen war, dass die Aufbauten kollabieren und die gesamte Ladung auf der Fahrbahn gelandet wäre.

Wie sich bei der Auswertung des digitalen Fahrtenschreibers des Lkw zeigte, war der beanstandete Lastzug bereits mehrfach mit deutlich über 100 km/h unterwegs gewesen - ein absolut unverantwortliches und leichtsinniges Verhalten der Zweifahrer-Besatzung dieses schadhaften Lastzuges.

Eine Vielzahl von festgestellten Verstößen

Verschärfend wirkte sich hierbei weiterhin aus, dass der Lastzug etwa 10 cm höher war, als erlaubt und damit auch mehr Ladung beförderte, als zulässig. Der erhöhte Schwerpunkt, die nicht gesicherte Ladung, die erheblichen technischen Mängel und nicht zuletzt die deutlichen Überschreitungen der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von bis zu 30 km/h, hätten im Fahrbetrieb bis zum Umfallen des gesamten Lastzuges und damit zu schwersten Folgen auch für andere Verkehrsteilnehmer, führen können.

Wegen der Anzahl und Ausprägung der festgestellten Verstöße sowie der zu treffenden verkehrspolizeilichen Folgemaßnahmen, holte sich die kontrollierende Funkstreife Unterstützung durch Kollegen der spezialisierten Schwerverkehrsüberwachung der Autobahnpolizei Bad Hersfeld an den Kontrollort.

Aufgrund der bestehenden erheblichen Fahrzeugmängel, der Überhöhe sowie der völlig fehlenden Ladungssicherung, war die Weiterfahrt des Lastzuges zwingend zu untersagen und dessen vollständige Entladung direkt am Kontrollort anzuordnen.

Bußgeldverfahren 

Gegen beide Fahrer, die gleichzeitig auch gemeinsam als Transportunternehmer fungierten, wurden wegen der genannten Verstöße Bußgeldverfahren eingeleitet. Weil beide Personen keinen festen Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland hatten, wurden zur Sicherung der Verfahren durch die Polizei Sicherheitsleistungen mit jeweils dreistelligen Eurobeträgen erhoben.

Die Umladearbeiten dauern aktuell an. Ob im Anschluss eine Weiterfahrt im leeren Zustand erfolgen kann, wird erst nach der vollständigen Entladung von Lkw und Anhänger abschließend zu beurteilen sein. Sollten die erheblichen technischen Mängel vor Ort nicht zu beheben sein, werden die kontrollierten Fahrzeuge wohl nur selbst auf einem Tieflader verladen, ihren Heimweg nach Polen antreten können. (pm) +++


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