Abgeschickt: Stefan Pruschwitz (Stadtentwicklung Bebra) und Bebras Bürgermeister Stefan Knoche werfen die Bewerbung an den Hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier ein. - Foto: Stadtentwicklung Bebra

BEBRA / ROTENBURG/F. Bewerbung an MP Bouffier abgeschickt

Das starke Doppel an der Fulda will Modellregion werden

27.03.21 - "Sehr geehrter Herr Minister, die nordhessische Städtekooperation Bebra und Rotenburg an der Fulda bewirbt sich mit diesem Schreiben offiziell als Modellregion in Hessen für die Erprobung einer Wiedereröffnungsstrategie im Rahmen der Corona-Pandemie", so beginnt das Bewerbungsschreiben an Volker Bouffier, den Hessischen Ministerpräsidenten.

Unterzeichner sind die beiden Bürgermeister Stefan Knoche (Bebra) und Christian Grunwald (Rotenburg) gemeinsam mit den jeweiligen Geschäftsführern der Stadtentwicklungen, Stefan Pruschwitz und Torben Schäfer. Bereits am Freitag hatte "das starke Doppel an der Fulda" die Bewerbung zur Modellregion fertiggestellt. Vorausgegangen war ein intensiver Abstimmungsprozess zwischen den beiden Kommunen. "Wir wollen so schnell wie möglich einen Weg finden, den Einzelhandel, die Gastronomie und die Kulturbetriebe wieder zu öffnen", erklären die Verantwortlichen der beiden Städte im Norden des Kreisgebiets. 

Um das im Zuge des Modellprojekts zu ermöglichen, sollen Schnelltests mit Armbändern nachgewiesen werden, die dann für 24 Stunden den freien Zugang zu allen teilnehmenden Geschäften, Gaststätten und kulturellen Einrichtungen ermöglichen. Dort wiederum müssen strikt definierte Hygienekonzepte nachgewiesen werden. Gekoppelt ist das Ganze an die Einführung der Luca-App zur Kontaktermittlung.

Tübingen als Vorbild

Vorbild für das Modell mit dem Armband ist Tübingen. Dort wird diese Möglichkeit seit Mitte März erfolgreich getestet. "Das Armband ähnelt dem, wie es auch auf Festivals eingesetzt wird. Es übernimmt die Funktion eines Tagespasses und kann nur abgenommen werden, indem man es zerstört", sagt SEB-Chef Stefan Pruschwitz. "Über einen QR-Code lässt sich nachweisen, wie lange das Armband Gültigkeit hat. Ein Schnelltest weist für einen Zeitraum von 24 Stunden nach, dass der Proband kein Überträger von Corona-Viren ist."

Zu den hessischen Modellregion-Bewerbern zählen auch Frankfurt und Fulda. Torben Schäfer von der MER sieht aber gerade in kleinen Kommunen mit ihren weniger dichten Bevölkerungsstrukturen einen Vorteil gegenüber großen Städten. Ein wesentlicher Faktor für den Erfolg der Bewerbung dürfte auf jeden Fall die aktuelle Inzidenz vor Ort sein.

Rotenburg und Bebra hatten bereits frühzeitig zu Beginn der Corona-Pandemie zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, um die Ausbreitung von Covid-19 soweit wie möglich einzudämmen. Dazu gehören Hygiene-Konzepte in allen öffentlich zugänglichen Bereichen, die strikte Durchsetzung von AHA-Regeln, Desinfektionsmöglichkeiten an allen neuralgischen Punkten und darüber hinaus die Entwicklung von digitalen Info- und Einkaufsportalen, um Handel und Gastronomie im Rahmen der jeweils gültigen Corona-Regeln zu unterstützen.

Belastbare Organisationsstruktur

Besonders mit den digitalen Eigenentwicklungen hatten sich die beiden Kleinstädte weit über die Region hinaus an die Spitze gesetzt. Zu dem Konzept einer Modellregion für die Wiedereröffnungsstrategie gehören weitere Maßnahmen, die zum Teil bereits umgesetzt sind. Sowohl Rotenburg als auch Bebra verfügen über laufende Testzentren und eine belastbare Organisationsstruktur für die Wiedereröffnung.

Ihre Bewerbung hat die Städtekooperation mit der Bitte um Unterstützung auch an Landrat Dr. Michael Koch und die Landtagsabgeordnete Kaya Kinkel gesendet. Kinkel hat in Kenntnis der gut funktionierenden Strukturen in Bebra und Rotenburg bereits ihre Unterstützung gegenüber dem hessischen Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir zugesagt. (pm) +++


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