Der Schutzzaun steht! - Fotos: Privat

BAD BRÜCKENAU Den Schwarzkitteln geht es an den Wamst

Ex-DDR-Grenzsperranlage als Schutzzaun am Volkerser Sportplatz aufgebaut

01.04.21 - Und ewig grüßt das Murmeltier. In diesem ganz speziellen Fall: die Wildsau! Alle bisherigen Schutzvorkehrungen nutzten nichts. Nun greifen die Vereins-Verantwortlichen des TSV Volkers zu drastischen Abwehrmaßnahmen. Am Gründonnerstag, 1. April, errichtet eine Rotte aus freiwilligen Helfern einen Schutzzaun gegen die sich massenhaft vermehrenden Schwarzkittel im Umfeld des Fußballplatzes.

Die Besonderheit dabei: Das Zaunmaterial besteht aus Altbeständen der "Schweine treffen anstatt sie integrieren"-, kurz "Stasi"-Sowchose im Dreiländereck Bayern-Hessen-Thüringen bei Birx, wo sich noch Reste der ehemaligen innerdeutschen Grenzanlage befanden. Die dort fündig gewordenen findigen Volkerser erwarben das rund 500 Meter lange, immer noch scharfkantige Stahlgeflecht stasi, pardon quasi, für‘n Appel und ein Ei. Im Gegenzug müssen sie nur den aufgewühlten Mutterboden des hiesigen Sportfeldes nach Westthüringen transportieren, welchen die dortige Rhöner Weideochsen-Kolchose zum Abdecken der Kuhfladen verwenden will.

"Das kommt uns sehr gelegen", sagt TSV-Vorstandssprecher Klaus Förster. "Da wir ja sowieso aufgrund der wilden Wühlschweine, sorry, wühlenden Wildschweine, einen Hartplatz planen, muss der Humus eh weg." Und auch Volkers’ italienisch-stämmiger umtriebiger Abteilungsleiter Olivio Mamma ist des Fußballer-Lateins mehr als mächtig: "Dann können wir auch leichter die Pflastersteine vom DDR-Grenzweg verlegen, die wir den Funktionären noch obendrein kostenlos rausgehandelt haben. Danach wird alles Grün grau zubetoniert, damit die Schwarzkittel nicht mehr rot sehen."

Dieser Deal dürfte sicherlich auch den Fußball-Feingeistern der 1. Männermannschaft des TSV zugute kommen, die dann ihre technischen Fähigkeiten auf einem "Kunstrasenplatz" noch besser ausspielen kann. Und auch die dauernden Sticheleien von Spielern der gegnerischen Teams ("Na kommt, gebt es endlich ehrlich zu, den Bolzplatz habt ihr doch im Training selbst umgepflügt. Das mit den Wildschweinen ist doch nur eine billige Ausrede.") würden künftig auch verstummen. Vier Mal wurde in den vergangenen drei Jahren das heilige Volkerser Grün mindestens zur Hälfte umgegraben. Alle bisher eingeleiteten Schutzmaßnahmen gegen die Trüffel-, Eichelund Engerlinge-Such(t)-Schweine blieben mehr oder weniger erfolglos: Die verstärkte Bejagung durch Treib- und Ansitzjagden verpuffte. Das "Verstänkern" ebenso.

Die ausgelegten Schweiß-durchtränkten Spielertrikots, stinkenden Stutzen oder getragenen und bis dato in der gegnerischen Umkleidekabine des Volkerser Vereinsheims archivierten sexy Funktionsunterwäschestücke samt Sport-BHs der früheren Frauenmannschaft zeigten ob der betörenden Duftstoffe eine eher animierende denn abschreckende Wirkung. Auch das nächtliche Abspielen von Hessen 4-Klassik-, Bayern 3-Pop- und Thüringen 1-Volksmusik unter Flutlicht-Illuminierung war für die Wildsäue offenbar nicht wirklich ein Hit. Selbst das allabendliche Freikörperkultur-Turnen der männlichen U 70-Fastnachtssänger sowie der weiblichen adidaspositiven Ü 90-Gymnastikgruppe des TSV konnte die Hardcore-Hooligan-Säue nicht bei ihren exzessiven Heimspiel-Schandtaten bremsen. Und als auch noch das Auslegen von Frauen-Achsel- und Männer-Barthaaren wegen Coronabedingter Schließungen von Schönheitsstudios und Friseursalons gecancelt werden musste, hatten die Keiler, Bachen und Frischlinge ein leichtes Spiel.

Doch ein heißes Eisen haben die TSVler noch im Feuer - im Sperrfeuer, wenn man es so ausdrücken will. Denn mit im "Stasi-Gesamtpaket" waren auch sechs Selbstschussanlagen, die nie gegen Menschen zum Einsatz kamen, für den Fall aller denkbar schlechten Fälle gegebenenfalls aber noch gegen die lästigen Vierbeiner Verwendung finden könnten. Die Dinger wurden derart umgebaut, dass sie für Zweibeiner nicht gefährlich sind, weil sie mit getrockneten tierischen Wolfs- und menschlichen Jäger-Kot-Pellets bestückt werden können. Ein Pilotprojekt mit der Städtischen Kläranlage in Trübenbrunn und der Bayerischen Staatsforstverwaltung wurde diesbezüglich schon auf den (Holz-) Weg gebracht. Na dann, Waidmanns Heil.

Die derart beschossenen, getroffenen und betäubten Wildsäue wollen die schlitzohrigen Volkerser dann in umliegenden Ortschaften aussetzen, idealerweise mit tierischer Namensund Biotop-Affinität Sportplatz-nah etwa in Hausen, Wildflecken, Waldfenster, Fuchsstadt, im Neuwutzhauser Forst, in Kot(h)en, selbst bis nach Schweinfurt. Schweine fort, so die Losung. Demnächst wird wohl an den Stammtischen für Jäger, Fischer, Fußballer und andere Lügner in der Rhöner Region der Volkersberg-Halali-Song "Sau tot" erklingen. Waidmanns Dank! (Jean-Pierre Berger/Hans-Peter Ehrensberger) +++


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