Die Hochschule Fulda baut ihr weltweites Netzwerk aus. - Symbolbild: O|N/Jonas Wenzel

FULDA Weltweites Netzwerk

Hochschule: Knapp eine Million Euro für die internationale Zusammenarbeit

29.03.21 - Bis Ende des Jahre 2024 wird sich der Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften der Hochschule Fulda noch internationaler aufstellen: in Studium, Lehre, Forschung und im Bereich Promotion. Knapp eine Million Euro stellt der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) dafür bereit. In dessen Programmlinie HAW.International, die die Internationalisierung der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften unterstützt, hatte er sich mit seinem groß angelegten Projekt unter dem Titel "Transnational Governance and Human Rights" erfolgreich durchsetzen können. 

Partnerschaften über vier Kontinente

Das Projekt sieht vor, zahlreiche Austauschprogramme mit sechs ausgewählten Partnerhochschulen weltweit zu fördern. Dazu gehören die State University of New York (SUNY) in Cortland, die MacEwan University in Edmonton, Kanada, die German Jordanian University in Amman, die Birzeit University bei Ramallah in Palästina, Sciences Po Toulouse in Südfrankreich und das University College London (UCL). "Die Weiterentwicklung unseres Partnerhochschulnetzwerks ein ganz entscheidender Erfolgsfaktor für eine gelungene Internationalisierung", sagt Julia-Sophie Rothmann, Leiterin des International Office an der Hochschule Fulda.

Auch die Kooperationen zwischen Wissenschaft und Praxis sollen im neu einzurichtenden Centre for Transnational Governance gestärkt werden: "Studierende und Forschende der Partnerinstitutionen werden mit Vertreter*innen aus Politik und Wirtschaft, von internationalen Organisationen und Think Tanks zusammenarbeiten", kündigt Professorin Dr. Claudia Wiesner an, die für das Jahr 2021 die Leitung des Projekts übernommen hat. "Das gibt uns einen einmaligen Zugriff auf die politische Praxis, um daraus zu lernen. Und umgekehrt bringen wir Praktiker*innen in den direkten Austausch mit Studierenden und Forschenden." Geplant sind Workshops und Vorträge zu Menschenrechten, Europa, interkultureller Kommunikation und nachhaltiger Entwicklung. Das Centre wird außerdem Studierende dabei unterstützen, sich im Planspiel "Model United Nations" zu erproben und an internationalen Konferenzen teilzunehmen.

Lernen und Lehren international

Für das Masterprogramm "Human Rights Studies in Politics, Law and Society" ist ein englischsprachiger Zweig geplant. Die gemeinsame Lehre mit den Partner-Universitäten soll ausgebaut werden. "Menschenrechte, wie sie in unserem Masterprogramm interdisziplinär verhandelt werden, sind ein globales Thema", sagt Professor Dr. Matthias Klemm. In der Projektleitung ist er verantwortlich für die Internationalisierung des Studiums. "Wir haben gute Erfahrungen mit internationalen Onlinekursen gemacht und werden sie nun fest im Lehrplan verankern." Das Projekt schult auch interkulturelle und fremdsprachliche Kompetenzen. So können unter anderem 24 Stipendien vergeben werden, um Fuldaer Studierenden ein Auslandssemester zu ermöglichen und internationale Gaststudierende einzuladen. 

Ein inspirierendes Forschungsumfeld

Neben der Internationalisierung von Studium und Lehre steht vor allem der Ausbau einer internationalen Forschungsumgebung an der Hochschule Fulda im Fokus. Das Promotionszentrum Sozialwissenschaften plant, jedes Jahr renommierte Gastprofessor*innen von den Partnerinstitutionen einzuladen und internationale Konferenzen zu organisieren. "Gerade für den wissenschaftlichen Nachwuchs ist es wegweisend, weltweit Kontakte aufzubauen und sich zwischen verschiedenen Wissenschaftstraditionen zu orientieren und von ihnen inspirieren zu lassen. Als deutschlandweit erste Hochschule mit eigenem Promotionsrecht in den Sozialwissenschaften wollen wir auch hier vorangehen", erklärt Professorin Dr. Eva Gerharz, Leiterin des Promotionszentrums Sozialwissenschaften und Mitglied der Projektleitung. So strebt das Projekt unter anderem an, die binationale Betreuung von Promotionen zu ermöglichen. 

Mit einer "Global Lectures Series" und einer "Autumn School" – beides vorerst nur digital –  werden die ersten Angebote bereits im kommenden Sommersemester starten und zeigen, dass sich internationale Kooperation auch in Zeiten einer globalen Pandemie ausbauen lässt. (pm) +++


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