Streik der Gewerkschaft Verdi in Hünfeld - Fotos: Henrik Schmitt

HÜNFELD Kritik an Arbeitgeber-Angebot

Tarif-Streit zwischen Gewerkschaft und Helios-Kliniken - Streik und Wäscheleine

31.03.21 - Tarifstreit während der Corona-Pandemie: Einen Tag vor der geplanten Fortsetzung der Tarifverhandlungen hat die Gewerkschaft Verdi bundesweit zu Streiks aufgerufen. "Es ist ein Unding, dass Krankenhausbeschäftigte mitten in der Pandemie dafür streiten müssen, dass ihre Leistungen angemessen honoriert werden", sagte Gewerkschaftssekretärin Kerstin Röhrhoff (MainKinzig-Osthessen).

Auch am Standort in Hünfeld gingen einige Mitarbeiter:innen auf die Straße. Rund 30 Personen beteiligten sich an dem rund einstündigen Streik. Verdi fordert eine bessere Bezahlung für die bundesweit rund 21.000 nicht-ärztlichen Beschäftigten in 34 Krankenhäusern.

Für Empörung sorge, dass das Unternehmen die tarifliche Vereinbarung zur Pflegezulage gekündigt habe. Bleibt es dabei, könnte sie Pflegekräften bei Neueinstellung oder Vertragsänderung ab Januar 2022 vorenthalten werden. "Während die dritte Welle der Corona-Pandemie auf die Einrichtungen zurollt, stellt Helios Gehaltsbestandteile für Pflegekräfte infrage - ein fatales Signal", wird Röhrhoff in einer Pressemitteilung der Gewerkschaft zitiert.

"Pflegezulage neu verhandeln"


Helios entgegnet in einem Pressestatement: Diese Kündigung von Bestandteilen der Tarifverträge sei jedoch ein völlig übliches Vorgehen bei Tarifverhandlungen, so habe auch Verdi die Entgelttabellen zum 31. Dezember 2020 gekündigt. Helios wolle die Pflegezulage außerdem nicht streichen, sondern neu verhandeln.

Der Klinikbetreiber habe ein erstes Angebot gemacht und erwarte, dass am Mittwoch konstruktiv weiter verhandelt werde. Die Gewerkschaft erklärte dazu: "Wir erwarten am Mittwoch ein deutlich verbessertes Tarifangebot. Dafür machen die Kolleg:innen mit dem Aktionstag Druck."

Helios plant Corona-Sonderzahlungen


Das Angebot des Arbeitgebers sehe neben der Anpassung der Arbeitszeit auf 38,5 Stunden in den neuen Bundesländern ab dem Jahr 2024 unter anderem vor: "Lohnsteigerungen in Höhe von einem Prozent zum 1. Juni 2021 und 1,4 Prozent zum 1. Juni 2022 bei einer Laufzeit des Tarifertrages bis zum 31.12.2022, sowie eine Erhöhung der Vergütung für Auszubildende in Höhe von 25 Euro zum 1.6.2021 und nochmals 25 Euro zum 1.6.2022 und die Fortgeltung des Kinderbetreuungskostenzuschusses." Zudem plane Helios, Corona Sonderzahlungen in Höhe von 400 Euro für die Beschäftigten des nichtärztlichen Dienstes und 75 Euro für alle Auszubildenden.

Verdi fordert bessere Bedingungen: Die Klinikkette könne sich Verbesserungen durchaus leisten. Der Helios-Mutterkonzern Fresenius habe angekündigt, die Dividende zum 28. Mal in Folge zu erhöhen. "Immer mehr Geld für Aktionäre und Lohnkürzungen für die Beschäftigten – solche Praktiken haben im Gesundheitswesen nichts zu suchen", sagte die osthessische Gewerkschaftssekretärin Kerstin Röhrhoff. (Hans-Hubertus Braune) +++


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