Der Elternbeirat der Winfriedschule setzt sich für Tests in Bürgertestzentren ein - Archivfoto: Laura Struppe

FULDA "Aus infektiologischen Gründen bedenklich"

Innovatives Konzept: Schulelternbeirat gegen Testpflicht vor Unterricht

26.04.21 - Der Schulelternbeirat der Winfriedschule in Fulda will sich nicht mit den neuen Vorgaben des Landes Hessen zufriedengeben. Mit einem innovativen Konzept möchte der Vorstand um Dr. Kai Witzel, Dr. Svenja Beres und Marco Herbert einen Lichtblick in unschöne Zeiten bringen – und Schülern ermöglichen, dass die für den Präsenzunterricht erforderlichen Corona-Schnelltests in entspannter Atmosphäre zuhause durchgeführt werden können.

Konzept auf für andere Schulen denkbar

Corona-Tests für Schüler hält der Schulelternbeirat zwar für sinnvoll – allerdings nicht so, wie es von den Regierenden angedacht ist. Kinder und Jugendliche, die im Klassenzimmer beschult werden, sollten vorab - und im Beisein der Eltern – zuhause auf das Virus getestet werden dürfen. "Wir haben ein gutes Konzept erarbeitet, mit dem dies möglich sein könnte", erklärt Marco Herbert im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS. Dafür habe man in ständigem Kontakt mit dem Gesundheitsamt, Gesundheitsdezernenten Frederik Schmitt sowie verschiedenen Ministeriumsabteilungen in Wiesbaden gestanden. Das ausgearbeitete Projekt soll in den kommenden Tagen an das Kultusministerium übergeben werden.

Geht es nach dem Schulelternbeirat, werden Schüler:innen künftig zuhause auf Corona ...Symbolbilder: Pixabay

Aus mehreren Gründen lehnt der Schulelternbeirat Schnelltests vor Unterrichtsbeginn in der Schule ab, auch aus medizinisch-infektiologischen Gründen sei eine Schultestung bedenklich.

"Wir brauchen ein langfristiges - und vor allem sicheres - Vorgehen"

"Ohne vorherige Testung zu Hause besteht eine höhere Infektionsgefahr auf dem Weg zum Unterricht - zum Beispiel im Bus - und auch in der Schule selbst. Es kommt zu Kontakten, die man hätte vermeiden können", erklärt Marco Herbert. Zusätzlich bemängelt er, dass Kinder, die im Klassenraum ein positives Ergebnis erhielten, dauerhaft stigmatisiert und ausgegrenzt werden könnten. "Die Gruppendynamik unter den Schülern darf nicht unterschätzt werden."

Lernrückstände werden durch Vorgehen nicht kleiner

Eine Testung vor Schulbeginn bedeute außerdem einen erheblichen Mehraufwand, der auf dem Rücken der Kinder und Jugendlichen ausgetragen werde. "Aus organisatorischen Gründen ist es bedenklich, wenn die Tests während der wertvollen Unterrichtszeit stattfinden."  Durch die Pandemie hätten die Schüler:innen Lernrückstände, die durch den Präsenzunterricht kompensiert werden müssten. "Erfahrungen haben gezeigt, dass die Selbst-Testung einer Klasse nahezu die gesamte erste Unterrichtsstunde benötigt."

Im Falle eines positiven Tests müsste ein Lehrer den betroffenen Schüler in einem Raum separieren, die Eltern verständigen und die Betreuung bis zur Abholung gewährleisten. "Auch in dieser Zeit kann kein strukturierter Präsenzunterricht für die Klasse stattfinden."

In aller Kürze

Die Selbsttestungen zuhause sollen folgendermaßen ablaufen: Jeder Schüler erhält am Wochenanfang ein Testkit inklusive Anleitung sowie einen "Laufzettel". Zuhause soll dann, am Abend vor den Präsenzschultagen, getestet werden. "Die Eltern bekommen vorab ein Einwilligungserklärung, die unterschrieben werden muss", so Herbert. "Das Testergebnis wird in den Laufzettel eingetragen, der wiederum am nächsten Tag in der Schule abgegeben wird." Wer positiv getestet wurde, muss dem Unterricht natürlich fern bleiben.

Missbrauch verhindern

Reagiert ein Schüler positiv auf einen Schnelltest und die Eltern geben das aber nicht an, begehen sie damit einen Straftatbestand. "Darüber werden alle, die am Projekt teilnehmen, natürlich aufgeklärt." Zu einem Schnelltest gezwungen wird natürlich weiterhin niemand. "Wenn Eltern ein nicht durchgeführter Nasenabstrich wichtiger als die Schulbildung ihrer Kinder ist, können sie diese vom Präsenzunterricht abmelden." Der Großteil der Eltern von Schüler:innen an der Winfriedschule gibt dem Elternbeirat in allem Recht. Das zeigte eine kürzlich durchgeführte Online-Befragung.

Ob das Konzept des Schulelternbeirats umgesetzt werden kann, muss nun in Wiesbaden entschieden werden. (mr) +++


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