„Entwarnung“ – ein gezeichneter Entwurf von Reinhard Hölker. - Fotos: kunstturm Mücke

MÜCKE Kunstturm Mücke plant

Drei große Ausstellungen: "Online-Format keine Alternative für Kunsterlebnis"

29.04.21 - Wie überall ruhte auch im Kunstturm Mücke im vergangenen Jahr der Betrieb. Viel zu klein ist der ungewöhnliche Veranstaltungsort, viel zu sehr Teil der Ausstellung selbst und viel zu bedeutsam sind die Schauen flankierenden Veranstaltungen. "Online-Formate waren aus diesem Grund keine Alternative zu einem echten Kunsterlebnis", so Volker Schönhals und Thomas Vinson vom Verein kunstturm Mücke e.V.

Beide kuratieren die hochkarätigen Ausstellungen, für die der Kunstturm weit über die Grenzen des Vogelsbergs hinaus bekannt ist, und beide haben sie mit großer Freude (und einer Riesenportion Zuversicht) für das neue Jahr geplant. Gemeinsam mit ihren Mitstreiterinnen und Mitstreitern vor und hinter den Kulissen des regen Vereins ist es ihnen gelungen, für dieses Jahr drei Ausstellungen nach Mücke zu holen.

Erste Ausstellung im Juni mit Erwin Wortelkamp

Grobes Holz, mit und ohne Farbe, zeigt der Künstler Erwin Wortelkamp.

So konnte man drei Künstler von überregionalem bis internationalem Ruf für den Kunstturm gewinnen: Erwin Wortelkamp, Reinhard Hölker und Rupprecht Geiger. Die erste Ausstellung im Juni ist mit Werken von Erwin Wortelkamp bestückt. Er wird eine Installation am Turm anbringen und verschiedene große, eigens für den Turm konzipierte Exponate im Innenraum zeigen. Wortelkamp ist bekannt für seine "Eckarbeiten" und "Angelehnten", Arbeiten, vorzugsweise aus grobem Holz mit und ohne Farbe. Sein Umgang mit dem Raum wird, ebenso wie seine Materialauswah,l mit dem Ort Kunstturm korrespondieren.

Zu seiner Bereitschaft, gerade in Mücke auszustellen, bekundet Wortelkamp, dass ihn das Engagement des Vereins kunstturm Mücke e.V. für Kunst im ländlichen Raum sehr beeindruckt. Ganz fremd ist dem aus Hamm/Sieg stammenden Künstler, dessen beide Wohnsitze jetzt in Hasselbach/Westerwald und Acquaviva Picena (Italien) liegen, die Region Oberhessen nämlich nicht: In den Jahren 1982/83 hatte Wortelkamp eine Gastprofessur in Gießen inne. Mit seinem Skulpturenpark "im Tal" in Hasselbach hat der Künstler ein Objekt von internationalem Ruf geschaffen. Er wird bei der Vernissage der Ausstellung mit dem Titel "Liegende, Turmstück und andere" am 6. Juni in Mücke vor Ort sein.

"Entwarnung" mit Reinhard Hölker

"Entwarnung" – so lautet der Titel der Ausstellung, die der kunstturm Mücke e.V. am 25. Juli mit dem Künstler Reinhard Hölker eröffnen wird. Inspiriert vom Erzabbau, dem Ursprung des Kunstturms, wird Hölker im ehemaligen Verladeturm eine Video-Installation präsentieren. Dabei macht sich der Meisterschüler von Prof. Reiner Ruthenbeck altes Wissen zu eigen: In früheren Zeiten wurden Kanarienvögel in Kohleminen als Warnvögel vor Sauerstoffmangel eingesetzt. Dieses Szenario ist die Grundlage seiner Motive, die auf zahlreichen Monitoren, angebracht rund um eine Lore, einen ausgedienten Transportwagen, gezeigt werden. Kinder werden dem Betrachter per Video durch melodiöses Pfeifen mitteilen, dass keine Gefahrensituation besteht – eine vielfältige Symphonie soll so entstehen, aufgenommen voraussichtlich mit Schulkindern aus der Umgebung.

Hölker ist bekannt für seine multimedialen Arbeiten: Installation, Skulptur, Zeichnung, Fotografie und Video mischt er angstfrei zu nie da gewesenen Konzepten, die Zeit und Grenzen überschreiten. Ein Ansatz, den er auch in Mücke umsetzen wird. Zur Vernissage am 25. Juli ist Hölker anwesend.

"Rot macht high" mit Rupprecht Geiger

„Rot mach high“ – kein Zweifel an dieser Aussage lässt Rupprecht Geiger. ...

Die dritte und letzte Ausstellung des Jahres wird Werken des Münchner Künstlers Rupprecht Geiger gewidmet sein. Der Arbeitstitel "Rot macht high" verrät bereits, dass bei dem 2009 verstorbenen Maler die Farbe im Vordergrund steht – neben den Urformen Kreis und Rechteck. Rupprecht Geiger war Mitbegründer der Künstlergruppe ZEN 49 in München und ein herausragender Vertreter der gegenstandslosen Malerei in Deutschland. Eines seiner Werke ist ein 10 x 10 Meter großer begehbarer Farbraum, bestehend aus monumentalen Gemälden.

In Mücke wird eine großzügige Auswahl typischer Form- und Farbmotive aus seinem druckgrafischen Werk zu sehen sein, sowie "Farbspuren" aus dem Atelier, die die Werkauswahl ergänzen. Alle Werke wurden in Abstimmung mit dem Archiv Geiger ausgewählt. "Süchtig nach Farbe", sei er gewesen, habe er selbst bekannt. Geiger erklärte die Farbe zu seinem Motiv. Als mehrfacher Documenta-Teilnehmer ist Geiger in vielen wichtigen Museen Deutschlands vertreten und international bekannt, wie z.B. in der MoMA Sammlung in New York. Zur Vernissage am 19. September wird Geigers Enkelin und Leiterin des Archivs Geiger, Julia Geiger, in Mücke erwartet.

Jetzt heißt es also: Zuversichtlich planen und die Kunst zurück in den Kunstturm holen – natürlich unter Berücksichtigung der jeweils gültigen Coronabestimmungen. (pm) +++


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