REGION Der Stadtpfarrer bei O|N

Impulse von Stadtpfarrer Buß: Schaut hin (Mk.6,38) – Ökumenischer Kirchentag

15.05.21 - "Schaut hin" – eine Präventionskampagne der Polizei oder doch eher ein Achtsamkeitstraining? Wieder eine Marketingstrategie für das neueste Produkt oder vielleicht doch ein Aufruf zur Zivilcourage? An all das könnte man denken, wenn man dies zwei Worte wahrnimmt. Es ist aber das Motto des 3. Ökumenischen Kirchentages, der in diesen Tagen in Frankfurt stattfindet, allerdings durch die Pandemie bedingt nicht real.

Die Textstelle für dieses Motto ist dem Markusevangelium entnommen und steht dort im Kontext der sehr bekannten Geschichte der Brotvermehrung (Mk. 6,30-44). Jesus gibt seinen Jüngern den Auftrag nachzusehen, wie viele Vorräte noch vorhanden sind bei den Leuten, die sich versammelt haben, um Jesus zuzuhören. Der Auftrag Jesu ist unmissverständlich klar: hingehen und hinschauen, einen Perspektivwechsel und einen Ortswechsel vornehmen, aktiv auf etwas zugehen und genau nachschauen und daraus Schlüsse ziehen. Die Jünger erstatten Bericht und Jesus weist sie zum Handeln an (vgl. Mk. 6,38.39).

Stadtpfarrer Stefan Buß Foto: Hendrik Urbin

"Schaut hin" ist auf die Gegenwart bezogen an alle Christinnen und Christen gerichtet. Der Auftrag Jesu, einen Orts- und Perspektivwechsel vorzunehmen, ist wohl in der aktuellen Situation notwendiger denn je. Und dies gilt nicht nur für den Ökumenischen Kirchentag auf dem Hintergrund der Pandemie. Der Auftrag hinzuschauen, heißt auch wahrzunehmen, dass das Christentum weltweit, aber durchaus in Deutschland vielfältig ist. Hinzuschauen bedeutet dann auch, dass zumeist Kleine und Verborgene zu betrachten und darin etwas zu bekennen, das auch für die eigene Tradition eine Bereicherung darstellen kann. Ökumene heute bedeutet die "allumfassende" Dimension der Kirche Jesu Christi immer weiter sichtbar werden zu lassen – nicht durch die Einigung auf kleinsten gemeinsamen Nenner, sondern durch eine Bereicherung.

Das Motto "Schaut hin" wird zum Auftrag der Christen in unserem Land mehr aufeinander zu achten. Es kann fruchtbar werden, wenn es sich am biblischen Beispiel orientiert und nicht beim Hinschauen stehen bleibt, sondern Orts- und Perspektivenwechsel einnimmt und danach fragt, welche Handlungen aus dem Wahrgenommenen folgen müssen. Der Aufruf zu mehr ökumenischen Miteinander, der Aufruf zu mehr Einheit in einer zunehmend stärker gespaltenen Gesellschaft und der Umgang mit auseinanderdriftender Pluralität – all das muss aus dem "Schaut hin" folgen. Dann kann aus dem Brotvermehrungswunder ein Vermehrungswunder des ökumenischen Gedankens werden. (Stefan Buß) +++


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