In einigen Supermärkten sind Aktionswaren schnell ausverkauft - Symbolbilder: Pixabay

REGION Das sagt ein Discounter zu den Vorwürfen

Lockvogelangebote? Supermarkt-Kunden sind mächtig sauer

14.05.21 - Es ist einfach ärgerlich: Es ist Montagmorgen, kurz nach 7 Uhr. Noch vor Arbeitsbeginn möchte man sich ein Werbeartikel eines Lebensmittel-Discounters sichern. Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Geschäftsschließungen sind viele Verbraucher glücklich darüber, Gartengeräte, Bettwäsche oder andere Haushaltsgegenstände zumindest im Supermarkt ergattern zu können.

Die Werbeprospekte werden am Wochenende sorgfältig studiert, Dinge, die gefallen, auf eine Kaufliste gesetzt. Um so ärgerlicher, wenn das gewünschte Stück dann bereits am Montag nicht mehr verfügbar ist. Aber, wie kann das überhaupt sein?

Keine eindeutige Rechtsprechung

Dass beliebte Waren bereits frühzeitig ausverkauft sind, weiß jeder. Das Gesetz regelt nicht konkret, wie lange Angebotswaren vorrätig sein müssen. Jüngere Rechtsprechungen halten teilweise ein Vorhandensein am Erscheinungstag der Anzeige für ausreichend, in einem anderen Fall urteilte der BGH dagegen, dass der in einer Werbebeilage beworbene Artikel grundsätzlich eine Woche vorrätig sein müsse. Was sich jedoch offenbar in letzter Zeit häuft, sind Angebote, die überhaupt nicht verfügbar sind.

OSTHESSEN|NEWS-Leser berichteten in der vergangenen Woche von einem Norma-Werbeartikel, der tatsächlich niemals angeboten wurde. Angeblich nicht das erste Mal. "Ich fühle mich schon ein wenig betrogen", erklärt ein aufgebrachter Fuldaer. "Ich war in zwei Filialen in Fulda und in einem Markt in Hünfeld. Nichts." Auf Nachfrage beim Personal habe man ihm mit einem Schulterzucken mitgeteilt, dass man die Ware gar nicht bekommen habe. Bereits zum dritten Mal sei ihm derartiges im vergangenen halben Jahr geschehen. "Für mich sind das klar Lockvogelangebote", wettert der Mann. "Ich werde mit einem Angebot geködert, damit ich in den Laden gehe. Anscheinend denkt man, dass ich dann, wenn ich schon mal dort bin, eben alles andere dort kaufe."

Das sagt Norma

Winfried Beetz, Norma-Verkaufsleiter von insgesamt 50 Filialen in Unterfranken und Osthessen, zeigt sich verwundert über den Vorwurf. Auf O|N- Nachfrage erklärt er, dass es nicht die Absicht der Unternehmenskette sei, mit unlauteren Mitteln zu werben. "Das würde uns auf Dauer auch sicher nicht gut bekommen."

Warum manche Artikel nicht, oder nur begrenzt verfügbar sind, hätte unterschiedliche Gründe. "Natürlich kann es sein, dass wir falsch kalkuliert haben und die Sachen schnell vergriffen sind. Das ist dann klar unsere Schuld." Die Normalität sei das jedoch nicht, betont er. Seien Artikel hingegen gar nicht verfügbar, könne das an den Herstellern liegen. "Die Sachen werden oft in Fernost produziert, da kann es schon mal sein, dass es gar nicht oder eben zu spät eintrifft."

Viele Verbraucher dürfte das wenig trösten. "Ich zumindest weiß, dass sich dieses Geschäft für mich in Zukunft erledigt hat", so der enttäuschte Kunde abschließend. (mr) +++

 

 

 

 


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