Nicolas Cotton ist Heilerziehungspfleger bei antonius. - Fotos: antonius

FULDA Begegnungen auf Augenhöhe

Arbeit als Heilerziehungspfleger: "Aufgaben so bunt wie das Leben selbst"

21.05.21 - Empathie, Durchsetzungsvermögen und Geduld - diese Fähigkeiten sollte ein Heilerziehungspfleger (HEP) mitbringen. Inklusion wird in immer mehr Bereichen des Alltags gelebt - zum Beispiel Kinder mit und ohne Behinderung in der Kita zusammen betreut - und daran haben genau diese einen großen Anteil. Menschen mit Behinderung die Möglichkeit geben, Teil des normalen Alltags zu sein - das ist die Aufgabe von Heilerziehungspflegern wie Nicolas Cotton. 

"Es ist ein gutes Gefühl Menschen unterstützen zu können und gebraucht zu werden. Es sind oft die kleinen Momente, die einen wissen lassen, wie wertvoll der Beruf ist", so der junge Mann. Seine Ausbildung hat er an der Konrad-Zuse-Schule in Hünfeld absolviert. Seit zwei Jahren arbeitet er bei antonius und ist als Heilerziehungspfleger im Kropphaus in Blankenau tätig. "Man braucht eine ganz lockere Art. Das wichtigste ist, den Menschen immer auf Augenhöhe begegnen zu können."

Vielschichtige Ausbildung

Den Bezug zum Beruf hat Cotton quasi in die Wiege gelegt bekommen: "Mein Bruder hat seit seiner Geburt eine Behinderung. Ich bin also mehr oder weniger damit groß geworden. Nachdem ich mein Fachabitur beendet habe, entschied ich mich für einen Bundesfreiwilligendienst bei antonius." Danach führte ihn sein Weg zur Ausbildung. Diese dauert insgesamt drei Jahre und teilt sich in verschiedene Lerngebiet auf - ist komplex und vielschichtig. 

"Man beschäftigt sich zusammengefasst mit Themen der Pädagogik und Pflege. Pädagogik zum Beispiel beinhaltet die Möglichkeiten der Bildung und Erziehung für Menschen mit Unterstützungsbedarf. Es ist sehr großes Feld, wenn man bedenkt, dass ein Heilerziehungspfleger/eine Heilerziehungspflegerin sowohl in der Kita als auch in den stationären Einrichtungen Menschen mit und ohne Behinderung begleitet - neu ist jetzt auch der Bereich der Kinder- und Jugendhilfe hinzugekommen", berichtet Nikola Franke. Sie ist Berufsschullehrerin an der Konrad-Zuse-Schule und selbst nach jahrelanger Tätigkeit in der Pflege als Quereinsteigerin an die Fachschule gekommen.

Personalmangel auch in der Heilerziehungspflege

Als Quereinsteigerin fragen Franke viele, warum sie denn die Praxis verlassen habe, wenn diese so viel Spaß gemacht hat. "Die Antwort ist einfach: Es braucht deutlich mehr Personal in den Einrichtungen. Viele suchen händeringend nach ausgebildetem Personal und diesen Mangel wollte ich durch meine Lehrtätigkeit ändern. Ich möchte Menschen begeistern für diesen wunderbaren Beruf. Die Mischung des Alters in den Fachschulklassen der HEP bringt eine große Vielfalt, eine Vielfalt an Erfahrungen und Herangehensweisen im Umgang mit Menschen. Diese Vielfalt brauchen die Menschen in den Einrichtungen. Intensive Auseinandersetzungen mit Themen, die Behinderungen mit sich bringen, lässt die Lernatmosphäre in der Fachschule zu einer besonderen werden. Junge Menschen haben so viel Enthusiasmus für ihre Arbeit, sie auf dem Weg bis zum Abschluss zu begleiten, ist etwas Wunderbares für mich", so die Lehrerin euphorisch. 

Jeden Tag neue Herausforderungen

Oft sei es ein Problem, dass bei der Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin nur an die reine Pflegearbeit gedacht wird. Dem sei aber genau nicht so. Vielmehr sei es eine ganzheitliche Beratung, Betreuung und Unterstützung von Menschen mit Unterstützungsbedarf, manchmal auch von deren Angehörigen. "Es sind jeden Tag neue Herausforderungen, so bunt wie das Leben selbst, das zeichnet diese Arbeit aus. Einmal ist man Pädagogin, dann wieder Teilhabebegleiterin oder Bezugsperson in schwierigen Lebenslagen. Aber man ist ebenso Entwicklungsbegleiterin, 'Anwältin' oder Seelentrösterin - ja, und natürlich pflegt man Menschen auch", so Franke. 

Für alle Interessierten empfiehlt sich ein Einblick in die heilerzieherischen Aufgaben und Wirkungsgebiete. Diesen bekommt man zum Beispiel im Rahmen eines antonius Jahres, dem Freiwilligendienst des Netzwerks. Neben der beruflichen Orientierung, hat man dabei auch die Möglichkeit in seiner Persönlichkeit zu reifen, Verantwortung für die Gesellschaft zu übernehmen und erste Einblicke in die Berufswelt zu bekommen. (mi) +++


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