Die Natur in Osthessen ist einfach traumhaft schön - deswegen sollte man gewisse Regeln einhalten - Foto: O|N-Leserin Martina Gilbert

REGION Tag zur Erhaltung der Artenvielfalt

Die Natur (neu) entdecken – so geht es richtig

22.05.21 - Ob klassisch zu Fuß, mit dem Fahrrad, auf Inlineskates, mit dem Kanu oder auf anderem Wege – das Erleben der Natur ist zu allen Jahreszeiten gesund und bereichernd. Gerade während der Corona-Pandemie haben viele Menschen die Natur für sich entdeckt, wenn auch notgedrungen. "Der Freizeitgenuss an und in der Natur ist zu begrüßen, trotzdem müssen wir die Tiere und Pflanzen sowie ihre Lebensräume respektieren und schützen", appelliert der Gießener Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich anlässlich des internationalen Tags zur Erhaltung der Artenvielfalt am 22. Mai. Mit diesem Tag soll darauf aufmerksam gemacht werden, dass die biologische und genetische Vielfalt eine der wichtigsten Grundlagen allen Lebens darstellt und es daher immens wichtig ist, den Reichtum an Arten bei Tieren, Pflanzen, Pilzen und Mikroorganismen zu wahren.

"Wir hier in Mittelhessen haben viele Tiere und Pflanzen, die besonders, schützenswert oder sogar vom Aussterben bedroht sind", betont Dr. Christoph Ullrich. Rotmilan, Silberreiher, Störche, Eisvogel, Neuntöter und Arktische Smaragdlibelle sind dabei nur einige Beispiele. Die Liste dessen, was in Wäldern, auf Feldern, in Auen oder in Naturschutzgebieten lebt und wächst, lässt sich beliebig fortsetzen. Wie leicht es für Groß und Klein ist, Flora und Fauna zu schützen, zeigen die Natur- und Artenschützer des Regierungspräsidiums Gießen mit einem kleinen Natur-Knigge. Denn: Durch schonendes Verhalten beim Aufenthalt im Freien kann jeder Einzelne zum Erhalt der biologischen Vielfalt beitragen.

Wer in der freien Natur Tieren wie diesem Weißstorch begegnet, sollte ausreichend ...Foto: RP Gießen

Fliederduft - Leserbild von Ina Schöppner Foto: Ina Schöppner

Foto: O|N-Leserin Martina Gilbert

"Oft ist es keine böse Absicht, wenn Tiere aufgeschreckt oder brütende Vögel verscheucht werden, sondern Unwissenheit und vielleicht auch Gedankenlosigkeit", sagt Naturschutz-Dezernatsleiter Jürgen Busse. Umso wichtiger ist es ihm und Artenschützerin Corinna Vahrenkamp, sowohl geltende Regeln als auch die ungeschriebenen Gesetze kompakt zusammenzufassen. "Manches ist ganzjährig verboten, wie das Fahren mit Motorfahrzeugen auf gesperrten Wegen und das Entsorgen von Müll in der freien Landschaft, anderes nur zu bestimmten Zeiten, etwa rauchen und offenes Feuer", sagt Corinna Vahrenkamp. Für Schutzgebiete gibt es Verordnungen, die speziell nur dort gültige Verhaltensregeln enthalten. "An den Grenzen der Schutzgebiete stehen Schilder mit den wichtigsten zu beachtenden Regeln", ergänzt Jürgen Busse.

"Viele Regeln stehen jedoch in keinem Gesetz und keiner Verordnung, sondern gehören zum guten Ton für den Besuch in der Natur. So wie wir uns aus Höflichkeit die Schuhe abputzen oder sogar ausziehen, bevor wir eine fremde Wohnung betreten und meistens ein Geschenk für die Gastgeber dabeihaben, weil es die Höflichkeit gebietet, gibt es auch ungeschriebene Knigge-Regeln für das Verhalten in Feld, Wald und Flur", betont Corinna Vahrenkamp.

Die Natur (neu) entdecken – so geht es richtig:

· Verhalten Sie sich leise. Umso mehr haben Sie die Chance, dass die Bewohner der freien Landschaft sich Ihnen zeigen.

· Bleiben Sie auf den Wegen. Das Wild ist Ihnen dankbar, wenn es ungestört in seiner Deckung von Ferne die seltsamen Zweibeiner beäugen kann.

· Belassen Sie Pflanzen und Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum.

· Fahrräder und andere nichtmotorisierte Fahrzeuge dürfen nur auf den beschilderten Radwegen oder auf ausreichend befestigten Wegen gefahren werden. Auf allen anderen Wegen müssen Sie absteigen und schieben bzw. zu Fuß gehen.

· Reiten ist nur auf ausreichend festem Untergrund erlaubt. In manchen Wäldern sind Reitwege ausdrücklich ausgewiesen.

· Auf Gewässern nur die ausgewiesenen Anlegestellen nutzen und mit Wasserfahrzeugen ausreichend Abstand von den Uferzonen halten. Das gilt auch für das Baden in natürlichen Gewässern.

· Während der Vegetationsperiode ist das Betreten von landwirtschaftlichen Flächen nicht erlaubt. Das umfasst auch das Lagern für das Picknick unterwegs.

· Wenn Sie Ihre Erlebnisse fotografieren möchten: Halten Sie einen ausreichenden Abstand von Ihrem Fotoobjekt. Nicht umsonst nutzen Naturfotografen starke Teleobjektive und Tarnzelte, um keine Tiere aufzuscheuchen.

· Parken Sie nur auf ausgewiesenen Parkplätzen und achten Sie darauf, dass von Ihrem Fahrzeug keine Brandgefahr ausgeht.

· Nehmen Sie Ihren Müll wieder mit nach Hause und entsorgen Sie ihn dort.

· Leinen Sie Ihren Hund immer an. Wenn Sie ihn frei laufen lassen möchten, suchen Sie dafür bitte Hundewiesen in öffentlichen Parks auf. Das Wild kann zwischen einem harmlosen Pudel und einem hungrigen Wolf nicht unterscheiden und wird von freilaufenden Hunden unnötig verängstigt.

Picknicken und grillen Sie nur auf den dafür vorgesehenen Bänken oder Plätzen. Holzstapel sind zum Sitzen ungeeignet, sie können instabil sein und für Unfälle sorgen. Achten Sie darauf, dass Grillfeuer einschließlich der Glut vollständig erloschen sind, bevor Sie den Platz verlassen.

· Wenn Sie Ihre Notdurft unterwegs verrichten müssen, suchen Sie bitte einen vor Einsicht geschützten Platz auf und lassen keine schwer verrottenden Materialien zurück.

· Zu guter Letzt: Medizinische Mund-Nasen-Bedeckungen gehören nicht in die freie Natur. In ihren Schlingen können sich Wildtiere verfangen und elend zu Grunde gehen. (pm) +++


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