Gute Nachrichten für alle Wasserratten das Erlenbad kommt zurück aus der Corona-Pause. - Fotos: Erlenbad

ALSFELD Ab dem 11. Juni 2021

Nach acht Monaten Pause: Der größte Pool der Stadt öffnet wieder

07.06.21 - Vor acht Monaten schlossen sich die Türen – zumindest für den Publikumsverkehr. Viele Wochen ohne Schwimmen, Saunieren und Aquasport. Endlich wacht das Bad aus seinem Corona-Schlaf auf, der Countdown läuft und die Öfen fangen langsam wieder an zu heizen. Kommenden Freitag, 11. Juni, ist es soweit: Das Alsfelder Erlenbad öffnet wieder seine Türen – ein lang herbeigesehntes "GO" für alle Wasserratten.

Das Alsfelder Freibad – der größte Pool der Region – hätte aufgrund der Inzidenzzahlen und der lautenden Verordnungen schon Ende Mai öffnen dürfen. Hat es aber ganz bewusst nicht. Der Grund ist besucherfreundlich: Das Wasser in den Becken wäre noch zu kalt gewesen. "Wir haben Mitte Mai einen neuen Heizkessel bekommen", erläutert Betriebsleiter Waldemar Dullson, der schon seit Wochen mit der Freibadvorbereitung beschäftigt ist. "Bei der Größe ist das nicht so einfach und es dauert ein paar Tage, ihn auch wieder ins Heizsystem zu integrieren." Und dann muss "der Neue" ja auch noch seine Arbeit tun: Heizen. In dem Fall das Wasser des Freibades auf 23-24 Grad, denn das ist die Standardtemperatur in den Alsfelder Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken. Im angrenzenden Babybecken wird es sogar noch wärmer aufgeheizt, nur im Springerbecken bleibt es frisch. "Damit der Spruch "der Sprung ins kühle Nass" Bestand hat", zwinkert Dullson.

Zeit sinnvoll genutzt

Nicht nur der Heizkessel ist erneuert worden. Abgesehen von den Bauarbeiten im Hallenbad, in dem die Decke ersetzt werden muss, hat das Erlenbad-Team in den vergangenen Monaten die Zeit genutzt, viele Renovierungs- und Sanierungsarbeiten vorzunehmen. So wurden beispielsweise das Beachvolleyballfeld von Grund auf neu aufgebaut, der Spielplatz verschönert und unter anderem mit neuem Sand ausgestattet, die Grünflächen, Hecken und Beete bereinigt, frisch gemacht und neu eingefriedet sowie natürlich, wie bisher jedes Frühjahr, die defekten Fliesen in und um die Becken ausgetauscht.

Das Erlenbad hat dem Vogelsberger Gesundheitsamt wieder ein Pandemie- und Hygienekonzept zur Genehmigung vorgelegt, um das Freibad betreiben zu können. Inhaltlich geht es dabei um Wegeführungen, Nutzung Umkleidekabinen und Toiletten, Personenzahl auf dem Freibadareal aber auch in den jeweiligen Becken, Personaleinsätze zur Umsetzung der Hygienemaßnahmen und vielem mehr. Das Ergebnis: Im Freibad dürfen sich gleichzeitig 800 Menschen aufhalten – natürlich auf Abstand und die AHA-Regeln einhaltend. Im Schwimmerbecken können zeitgleich 100 Schwimmer ihre Bahnen ziehen, im Nichtschwimmerbecken dürfen sich 70 Personen aufhalten. Im Babybecken und Springerbecken ist auf die Abstandsregeln pro Haushalt von 1,5 Metern zu achten. "Wir werden das Aufsichtspersonal wie im vergangenen Jahr wieder verdoppeln, sodass wir nicht nur wachsames Auge auf die Becken haben, sondern auch einen Blick darauf werfen können, ob sich auf dem gesamten Areal an die Regeln gehalten wird." Zudem müssen natürlich zusätzliche Reinigungsschichten eingelegt werden, was auch einen erhöhten Personaleinsatz erfordert.

Die Preise bleiben wie im vergangenen Jahr stabil, es gibt Einzelkarten sowie Mehrfachkarten, die wie immer drei Jahre Gültigkeit haben. Die Saisonkarte 2021 wird es auch in diesem Jahr nicht geben, da die Saison wieder verkürzt ist. Einlassbestimmungen: Eine Voranmeldung ist für den Einlass nicht notwendig, aber die Kontaktdatenerfassung. "Wir werden mit der Luca-App arbeiten, das ist für Smartphone-Besitzer am einfachsten. Für diejenigen, die kein Smartphone besitzen, werden wir wieder mit Kontaktformularen arbeiten", erläutert der Bäder Geschäftsführer Kaufmann.

Die Mitarbeiter des Teams fiebern dem 11. Juni aufgeregt entgegen: "Endlich sehen wir unsere Gäste – vor allem unsere Stammgäste – wieder. Denn der Kontakt zu den vielen Menschen, die wir sonst täglich sehen, hat uns doch sehr gefehlt." Nun heißt es bald wieder auf der Sonnenterrasse ein Schwätzchen halten oder den Tag ausklingen lassen, Kindern das Schwimmen beizubringen oder beim Sprung vom 5er Mut zuzureden, bei den sonntäglichen, kostenfreien Aquasport-Kursen den Vorturner zu machen oder die Gäste sicherheitshalber vom Aufsichtsturm aus beobachten, immer sprungbereit, um zur Hilfe zu eilen. "Wir möchten unseren Besuchern einen schönen Sommer bereiten, dass sie ein wenig abschalten und hier ein Gefühl von Urlaub bekommen, falls sie nicht wegfahren können oder wollen", ist Dullsons Ziel. "In den nächsten Wochen werden wir auch schauen, ob wir außer den Aquakursen nicht auch die eine oder andere unserer beliebten Veranstaltungen durchführen können – wie das Midnightswimming, den Arschbomben-Contest, das Beachvolleyball-Turnier oder das Bürgerfrühstück, je nachdem, wie sich die Corona-Zahlen entwickeln."

Klar ist aber leider schon, dass das Erlenbad-Team dafür letztendlich nur bis Mitte September Zeit hat. Denn dann startet die nächste Phase der Sanierung im Rahmen des Förderprogrammes zur Sanierung kommunaler Einrichtungen, dann werden die Beckenköpfe saniert, sodass diese nicht nach jedem Winter neu und für viel Geld geflickt werden müssen, sondern nach dem einmaligen Invest dauerhaft witterungsbeständig sind. Ein kurzer Verzicht für die Gäste, aber eine langfristige und kostensparende Investition ins Freibad. Das Freibad in den Erlen hat werktags von 8 bis 19 Uhr geöffnet, an den Wochenenden von 10 bis 19 Uhr.

Schwitzen ja, sogar mit Aufgüssen!

Neue Farbanstriche in den Umkleidekabinen, Reparaturen im Außenbecken und ein entspannendes Lichtbild in der Bio-Sauna sind wohl die auffälligsten Arbeiten, die in dem monatelangen Stillstand in der Erlenbad-Sauna getätigt wurden. Natürlich hat das Team– neben der zwischenzeitlichen Unterstützung des Bauhofes bei Flurreinigungs- oder Streicharbeiten – die Zeit genutzt, um viele kleine Ausbesserungs-, Reinigungs- und technische Arbeiten durchzuführen. Doch genug von der Theorie endlich ist wieder Zeit für Praxis: Saunieren!

Auch die Sauna öffnet wieder.

Am Wochenende – Freitag, 11. Juni 2021 – öffnet auch wieder die Alsfelder Sauna. Mit Anstand und Abstand können die Angebote im Herzen des Erlenbades wieder genutzt werden: Bio-Sauna, 80°-Sauna, 90°-Sauna und 100°- Sauna. Das Dampfbad und die Salzgrotte bleiben bis auf Weiteres wegen der Aerosole geschlossen. Aufgüsse dürfen wieder stattfinden, es darf nur nicht gewedelt werden. "Aber Saunieren ist auch ohne Wedeln schön – entspannen, schwitzen, abkühlen, ruhen, das habe ich unglaublich vermisst", gesteht ein Stammgast der Erlensauna, der als einer der letzten Saunagäste in 2020 vor Ort war und sich vorgenommen hat, jetzt bei den ersten Gästen wieder dabei zu sein.

Die Sauna hat künftig montags bis donnerstags von 14 bis 21 Uhr, freitags von 14 bis 22 Uhr, samstags von 10 bis 22 Uhr und sonntags von 10 bis 21 Uhr geöffnet. Die Tarife bleiben wie gehabt, trotz zusätzlichem Hygieneaufwand und -kosten. So gibt es Zwei- und Vierstundentarife, Tagestarife und 7er- und 30er-Mehrfachkarten. Bereits gekaufte Mehrfachkarten vom vergangenen Jahr können weiter genutzt werden.

Das Team, das für seine abwechslungsreichen Aufgüsse und Programme bekannt ist, wird sich auch in diesem Corona-Sommer etwas einfallen lassen, um seinen Gästen ab und zu ein Highlight zu bieten – vielleicht öfter Klangschalenentspannungen, kleinere Events oder mehr Gimmicks als bisher. Tanja Kliche-Gehrau, Saunaleiterin in Alsfeld, lachend: "Die Gäste dürfen gespannt sein. Wir sind ja für unsere Kreativität und Spontanität bekannt – das haben wir durch Corona nicht verloren, im Gegenteil, wir hatten ja genug Zeit, das eine oder andere "auszuhecken", während wir so am Werkeln waren!" (pm) +++


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