Umweltministerin Priska Hinz (Bündnis 90/die Grünen) - Archivbilder: O|N

REGION Kommentar von Miriam Rommel

Die Freude der Priska Hinz (die Grünen): "So viele Rehe wie noch nie erlegt!"

09.06.21 - Ihre Kompetenz in Sachen Flora und Fauna stellte Umweltministerin Priska Hinz (Bündnis 90/die Grünen) am vergangenen Freitag erneut eindrucksvoll unter Beweis. Weil in Hessen in der vergangenen Jagdsaison so viele Rehe wie nie zuvor erlegt wurden, meint Hinz nun, eine Überpopulation des Schalenwildes entdeckt zu haben.

89.506 geschossene Tiere, 12.401 überfahrene sowie 2.263 sonstig verendete scheint für Hinz ein echter Etappensieg zu sein. Denn für den Aufbau eines klimastabilen Mischwaldes müssten Wildbestände den Kapazitäten des Lebensraumes angepasst sein, urteilte sie bei der Veröffentlichung der Zahlen. Nicht infrage dafür kommen offenbar Waldschutzmaßnahmen oder, ganz einfach, weniger Abholzung für wirtschaftliche Zwecke.

Die Situation in Hessen sei offensichtlich, denn die Streckenergebnisse zeigten sehr deutlich, dass es so viele Rehe und Hirsche wie noch nie in Hessen geben würde.

Eine mehr als fragwürdige These: Weil viel Rehwild geschossen wurde, gibt es auch viel? Weil in der vergangenen Saison viel geschossen wurde, muss in der nächsten noch mehr erlegt werden? Und das alles, ohne auch nur einen Blick auf beispielsweise ein Vegetationsgutachten zu werfen oder, noch besser, den Jagdausübungsberechtigten oder die Hegegemeinschaft anzuhören? In der deutschen Vergangenheit hat sich mehr als einmal gezeigt, dass ein derartiger Schuss ins Blaue ziemlich nach hinten losgehen kann, ein Beispiel dafür ist das Verschwinden von Wisent, Waldrapp oder Stör.

Rotwild, kein Rehwild...

Davon ganz abgesehen, was hat die Streckenliste des Rehwildes mit dem König der Wälder, dem Hirsch zu tun? Beim Rotwild sind die Abschusszahlen, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, fast identisch geblieben (+70 Tiere). Wie kommt Frau Hinz also darauf, dass "es so viele Hirsche wie noch nie in Hessen" geben würde? War die Umweltministerin noch nie in einem Wald? Vor rund 20 Jahren standen die Tiere in Rudeln auf vielen Wiesen, heute werden sie vom Land überhaupt nur noch auf wenigen Flächen eingeschränkt geduldet. Oder, ist es sogar so, dass sie den Unterschied zwischen Reh und Hirsch nicht einmal kennt?

Es tut mir leid, aber von einem Politiker, der rund 19.000 Euro monatlich verdient, erwarte ich fachliche Kompetenz und eine entsprechende Ausbildung. Ich möchte, in einer solch wichtigen Position, weder einen Phrasendrescher, noch jemanden, der zeitweilig völlig überfordert wirkt. Ich wünsche mir jemanden, der sich Mühe gibt, Sachverständigen zuhört und tatsächlich hinsieht. (Miriam Rommel) +++

 


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