Leidenschaftlich sprach Bischof Dr. Michael Gerber beim Priestertag im Fuldaer Dom über die Herausforderungen der Berufung. - Fotos: Bistum Fulda / Burkhard Beintken

FULDA Brücke zur Botschaft Jesu

Priestertag: Bischof Gerber spricht über Herausforderung der Berufung

10.06.21 - Über die Anforderungen des Priesterberufs in einer sich wandelnden Welt und mögliche Wege des persönlichen Umgangs mit belastenden Themen sprach Bischof Dr. Michael Gerber am Mittwoch beim Priestertag in Fulda. Der Priester muss in der Lage sein, den Menschen als Brücke zur Botschaft Jesu zu dienen, betonte er dabei in Anlehnung an Papst Johannes Paul II.

Der Priester, zitierte Bischof Gerber Papst Johannes Paul II., müsse seine Persönlichkeit so formen, dass "er sie für die anderen bei der Begegnung mit Jesus Christus, dem Erlöser des Menschen, zur Brücke und nicht zum Hindernis macht." Doch die Anforderungen an die Seelsorger ändern sich und es erfordert oft einige Anstrengungen, dem apostolischen Auftrag treu bleiben zu können.

Das, so der Bischof von Fulda, fasziniere ihn am Bistumspatron Bonifatius: "Er hatte so viel einstecken müssen an Rückschlägen, an Anfeindungen – ob aus der Politik oder aus den Reihen der Kirche selbst", erklärte Gerber: "Aber – daran ist er letztlich nicht verbittert, sondern gewachsen: Er ist seiner Mission treu geblieben!"

Auch heute sehen sich diejenigen, die das Evangelium verkünden, zahlreichen Herausforderungen und Anfeindungen ausgesetzt, berichtete der Bischof: "Mit dem, was irgendwo auf der Welt in unserer Kirche schiefläuft, werden wir als kirchliche Repräsentanten vor Ort schnell identifiziert oder zumindest konfrontiert", sagte er während der Predigt im Hohen Dom zu Fulda.

Seelsorge für Seelsorgende

Bei einem Empfang im Innenhof des Priesterseminars hatten die Seelsorger unter freiem ...

Bischof Gerber berichtete dabei auch über seine Art und Weise, darauf zu reagieren. Das sei zwar eine Möglichkeit, so Gerber, aber sicher kein Patentrezept: Vielmehr brauche es Lösungen wie zum Beispiel tragfähige Netzwerke, in denen auch Priester und Diakone ernsthaft über Grenzerfahrungen und Emotionen sprechen können. Ein Ansatz dazu sei die Seelsorge für Seelsorgende, sagte Gerber – und kündigte für den Herbst den Start eines entsprechenden Angebotes an.

Dabei gelte es, gemeinsam Wege zu finden, diese Herausforderungen und Angriffe auch als Chance zu verstehen, so der Bischof von Fulda: "Es ist mein Gebet, dass wir uns dem, was da oft unerwartet auf uns einprasselt, mit einer Regung des Herzens stellen können, die sagt: Auch gerade dadurch will Gott mich wachsen und reifen lassen."

Chrisammesse

Am Priestertag in Fulda nahmen unter den bewährten Hygiene- und Abstandsregeln etwa 100 Geistliche aus dem gesamten Bistum teil. Unter ihnen waren auch Bischof Emeritus Heinz Josef Algermissen, Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez sowie die in diesem Jahr neu geweihten Priester und Diakone. Das Pontifikalamt im Fuldaer Dom wurde gleichzeitig als Chrisammesse mit Weihe der heiligen Öle gefeiert.

Generalvikar Prälat Christof Steinert ehrte die Jubilare und gedachte der Verstorbenen. Bei einem kleinen Empfang im Innenhof des Priesterseminars hatten die Seelsorger anschließend unter freiem Himmel Gelegenheit zur Begegnung und zum Austausch. www.bistum-fulda.de (pm)+++


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