FULDA Der Stadtpfarrer bei O|N

Impulse von Stadtpfarrer Buß: Time out

17.07.21 - Das Buch, das ich am häufigsten in die Hand nehme, ist mein Terminkalender. Oder besser mein Handy, es ist das Mobile Büro mit meinem Emailaccount und Outlookkalender. Wenn ich das Handy mal aus Versehen liegen lasse, dann bin ich ganz schön aufgeschmissen. Ich habe meine Termine, die meinen Tagesrhythmus bestimmen, nicht mehr im Blick. Es ist manchmal schon schwierig, weil es im Alltag oft zu einem Gegenstand wird, der mein Leben völlig kontrolliert.

Stadtpfarrer Stefan Buß. Archivfoto: O|N/Hendrik Urbin

Vielen dürfte es ähnlich gehen. Wer stark in Anspruch genommen ist, verfällt leicht in die "Diktatur der Termine". Bedenklich dabei ist gerade für jemanden, der sich der Sorge um andere Menschen verschrieben hat – erscheint mir der Verlust der Verfügbarkeit. Der Kalender ist voller Termine, ich bin daher nicht immer fähig, mir spontan Zeit für jemanden zu nehmen. Und wo bleibe ich selbst dabei? Mein geistlicher Begleiter gab mir mal den Rat: "Siehe, in allem, was auf dich zukommt, stets den Menschen, nicht nur einen Termin im Kalender!"

Und ein anderer Tipp: Trage auch deine Freizeittermine in den Kalender ein. Es geht also darum ganz im Hier und Jetzt zu sein, im gegenwärtigen Augenblick. Der Augenblick ist der Mensch, dem ich gerade begegne und ich konzentriere mich auf den jeweiligen einen Menschen oder Gruppe. Jesus lädt seine Jünger ein: "Kommt an einen einsamen Ort und ruht ein wenig aus!" (Mk. 6, 31). Jesus war auch ganz im Griff der Menschen. Es heißt von ihm und den Jüngern, sie hätten noch nicht einmal Zeit in Ruhe zu essen, so viele Menschen kamen auf sie zu (vgl. Mk. 6, 31b). Doch Jesus suchte sich "Auszeiten", um in Verbindung mit seinem Vater neu aufzutanken. Wichtig ist sich klar zu machen: Selbst im turbulentesten Betrieb des Alltags darf auch ich als Mensch einmal Vorrang vor allem anderen bekommen.

In diesen Tagen beginnen die großen Ferien nach einem verrückten Jahr. Nach einem Jahr der Kontaktbeschränkungen und Reiseverbote herrscht große Sehnsucht zu verreisen. Einfach raus und was anderes sehen und hören. Aber es gilt die Zeit auch nicht nur mit Aktion und Programm auszufüllen. Der Mensch muss immer wieder versuchen, in Zeiten der Ruhe und der Erholung sein Leben in ein gesundes Gleichgewicht zu bringen. Aber dies gilt nicht nur für die Urlaubstage. Es ist vielmehr die Einladung Jesu immer wieder den Alltag sinnvoll zu durchbrechen. Einfach mal sagen mitten im Alltag "Time out!" für ein nettes Gespräch, ein paar Seiten in einem guten Buch, eine gemütliche Tasse Kaffee oder einfach nur ein Nickerchen auf dem Balkon, was auch immer. Erholsame Zeit! (Stefan Buß) +++


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