- Foto: Landkreis Hersfeld-Rotenburg

REGION Pilotprojekt von FD, HEF und VB

Jobcenter unterstützen Berechtigte mit gesundheitlichen Einschränkungen

17.07.21 - A³ / rehapro - Ein Pilotprojekt in den Landkreisen Hersfeld-Rotenburg, Fulda und Vogelsberg: Die kommunalen Jobcenter der drei Landkreise arbeiten präventiv mit Menschen, die besonders gefährdet sind, in einen Teufelskreis aus gesundheitlicher Beeinträchtigung und Langzeitarbeitslosigkeit zu geraten. Das Kommunale Jobcenter Hersfeld-Rotenburg betreut psychisch Beeinträchtigte, das Jobcenter in Fulda kümmert sich um gesundheitlich eingeschränkte Alleinerziehende und das im Vogelsbergkreis um orthopädisch Erkrankte und Menschen mit Herz-Kreislauferkrankungen.

"Wir können gesundheitliche oder psychische Gründe, die einer Arbeitsaufnahme im Weg stehen, oftmals nur vermuten - und selbst, wenn uns die Kunden davon erzählen, waren unsere Unterstützungsmöglichkeiten bislang begrenzt", erklärt René Bieber, Geschäftsführer des Jobcenters Hersfeld-Rotenburg. Das gemeinsame Modellprojekt rehapro, finanziert aus Fördermitteln des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, biete erstmals die Möglichkeit, unterstützungsbedürftigen Menschen außerhalb der üblichen Routinen professionell zu helfen.

"Unser Ziel ist, den Projektteilnehmenden sowohl die berufliche als auch die gesellschaftliche und soziale Teilhabe zu ermöglichen", sagt Anina-Kathrin Kaiser, Projektleiterin im Jobcenter Hersfeld-Rotenburg und ergänzt: "Dafür haben wir ein Team aus pädagogischem Fachpersonal aufgebaut, das die Kundinnen und Kunden fortwährend berät und dabei begleitet, wieder fit für den Arbeitsmarkt zu werden." Die Teilnahme am Projekt sei selbstverständlich freiwillig. In Projektgruppen von bis zu 15 Personen werden die Teilnehmenden bis zu zwei Jahre lang unterstützt. Dazu arbeitet das Projekt in vier Phasen.
 

A³ - Auszeit, Aktiv, Arbeit

In einer ersten Clearing-Phase werden die Interessierten über das Projekt informiert. Die Einzelgespräche finden in den Projekträumlichkeiten in Rotenburg oder im sozialen Umfeld der potenziell Teilnehmenden statt. "Wir haben uns bewusst dazu entschieden, die Erstgespräche außerhalb des Jobcenters zu führen. Es geht darum, gewisse Ängste abzubauen und einen Perspektivwechsel zu ermöglichen", erläutert Kaiser. Die anschließende Auszeit soll die Ressourcen der Teilnehmenden stärken und ihre Selbsthilfepotentiale aktivieren: Rund acht Wochen lang bearbeiten sie am Rotenburger Jugendhof in Gruppen- und Einzelformaten Themen wie Gesundheit, Bewegung und Ernährung – dabei unterstützt die Volkshochschule das Projektteam mit entsprechenden Kursen. "Die Corona-Pandemie hat uns in dieser Phase vor große Herausforderungen gestellt, teambildende Aktionen oder Gruppenausflüge waren nicht oder kaum möglich", so die Projektleiterin. Stattdessen konzentrierten sich die Fachkräfte neben Einzelgesprächen vor allem auf kreative und handwerkliche Aktionen. So wurden beispielswiese Backmischungen oder Kräuteröle hergestellt.

"In der empirischen Arbeitsmarktforschung wird mittlerweile ein Zusammenhang zwischen der Langzeitarbeitslosigkeit und gesundheitlichen Problemen gesehen. Diesen negativen Kreislauf wollen wir mit einem präventiven Ansatz unterbrechen", erklärt Kaiser die Phasen der Auszeit. Im Anschluss resümieren die Teilnehmenden gemeinsam mit ihrem Social Coach ihre persönlichen Erkenntnisse aus der Auszeit, loten ihre persönlichen Ziele aus und erstellen einen individuellen Hilfeplan. Auch in der Umsetzungsphase, in der es konkret darum geht, die selbstdefinierten Ziele in den Bereichen Wohnen, Freizeit, Alltag, soziale Beziehungen und Gesundheit umzusetzen, bleiben sie in engem Austausch mit ihren Coaches.

Förderzusage erhalten

Aktuell werden 22 Teilnehmende im Projekt betreut. Drei Teilnehmende, so Kaiser, konnten seit Projektbeginn bereits in eine sozialversicherungspflichtige oder geringfügige Beschäftigung vermittelt werden.

Die Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernentin Elke Künholz sagt: "Ich freue mich, dass das Kommunale Jobcenter Hersfeld-Rotenburg und seine Projektpartner eine Förderzusage für dieses Projekt erhalten haben. Das Vorhaben bietet einen neu geschaffenen Experimentierraum, mit dem vielen unterstützungsbedürftigen Menschen geholfen werden kann." (pm) +++


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