Damit die Bürger auch künftig in Sicherheit leben, wird die erfolgreiche Initiative zu einem noch umfassenderen Programm weiterentwickelt. - Symbolbild: O|N/Jonas Wenzel (Yowe)

WIESBADEN "Passgenaue Lösungen"

Innenministerium baut landesweite Sicherheitsinitiative KOMPASS aus

20.07.21 - Bereits 90 Kommunen nehmen an der Sicherheitsinitiative KOMPASS (KOMmunal-ProgrAmm-Sicherheits-Siegel) des Hessischen Innenministeriums teil. Somit profitieren bereits über 2,5 Millionen Menschen von der bundesweit einmaligen Initiative. Damit die Bürger auch künftig in Sicherheit leben und das Sicherheitsgefühl weiter gestärkt wird, wird die erfolgreiche Initiative zu einem noch umfassenderen Programm weiterentwickelt.

Innenminister Peter Beuth (CDU) hat jetzt wesentliche Erkenntnisse aus den KOMPASS-Kommunen und der Stärkung des Sicherheitsgefühls sowie die künftige Weiterentwicklung der landesweiten Sicherheitsinitiative präsentiert.

"Unsere Initiative KOMPASS hat sich zu einem bundesweit einmaligen Erfolgsmodell entwickelt. Hessenweit von Kassel bis zur Bergstraße – von Limburg bis Fulda leben mittlerweile mehr als 2,5 Millionen Menschen in KOMPASS-Kommunen. Mit KOMPASS setzen wir gezielt auf eine enge Zusammenarbeit zwischen Land und Kommune. Wir schließen gemeinsam mit den hessischen Kommunen individuelle Lücken in ihrer Sicherheitsarchitektur und beteiligen dabei gezielt auch die Bürgerinnen und Bürger, die ihr subjektives Sicherheitsempfinden bei standardisierten Umfragen einbringen können", sagt Hessens Innenminister Peter Beuth.

Passgenaue Lösungen


Innenminister Peter Beuth (CDU). Foto: Hessisches Innenministerium

Zahlreiche Bürgerbefragungen und lokale Sicherheitskonferenzen haben stattgefunden. Als Ausfluss daraus sind jeweils vor Ort in den KOMPASS-Kommunen passgenaue Lösungen für identifizierte Problemlagen angestoßen und vielerorts bereits umgesetzt worden. Im Dezember 2017 wurde KOMPASS als Pilotprojekt in vier hessischen Modellkommunen (Bad Homburg, Schwalbach am Taunus, Hanau und Maintal) eingeführt. Diese vier Modellkommunen haben Pionierarbeit geleistet und zahlreiche wirksame Präventions- und Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt. Sie werden für ihre Bemühungen im Rahmen des KOMPASS-Programms zeitnah mit den KOMPASS-Sicherheitssiegeln ausgezeichnet. Neben den vier Modellkommunen haben sich auch die KOMPASS-Kommunen Kronberg, Bensheim und Weiterstadt die Auszeichnung mit dem KOMPASS-Sicherheitssiegel erarbeitet.

"Diese Auszeichnung bedeutet aber nicht, dass dort künftig keine Straftat mehr stattfindet. Es steht vielmehr dafür, dass die Kommune sich in besonderem Maße für die Sicherheit ihrer Bürgerinnen und Bürger eingesetzt, deren Sorgen und Ängste aufgegriffen und gemeinsam mit der Polizei Sicherheitsmaßnahmen erfolgreich umgesetzt hat", so der Innenminister.

Bürgerbefragungen im Fokus


Die Auswertungen der Bürgerbefragungen zeigen, dass sich Sicherheitsgefühl und Sicherheitslage oftmals deutlich unterscheiden. Zugleich zeigen die Bürgerbefragungen, dass in kleineren Kommunen das Sicherheitsgefühl oft schlechter ist als in einer großen Stadt, obwohl dort tatsächlich nur wenig Kriminalität feststellbar ist. Objektive und subjektive Sicherheitslage können also durchaus sehr unterschiedlich sein. Die Bürgerbefragungen dienen den KOMPASS-Kommunen als Ergänzung des objektiven Kriminalitätslagebilds und ergeben damit ein Gesamtbild der Sicherheitslage vor Ort. Dadurch können die Problemstellen identifiziert und dafür passgenaue Lösungen erarbeitet werden.

"Die Bürgerbefragungen haben sich als zentrales Element von KOMPASS in den letzten drei Jahren herauskristallisiert. In der Weiterentwicklung unserer Sicherheitsinitiative sind die Bürgerbefragungen fester Bestandsteil und werden weiter ausgebaut", betont Beuth.

KOMPASSpartner und KOMPASSregion

Mit KOMPASSpartner und KOMPASSregion bietet die Sicherheitsinitiative des Landes künftig speziell auch kleineren Kommunen einen leichten Einstieg in das Sicherheitsprogramm. So können kleinere Kommunen zunächst als KOMPASSpartner von einzelnen KOMPASS-Bausteinen profitieren. Ebenso können sich mehrere kleinere Kommunen als KOMPASSregion zusammentun und so gemeinsam die Vorteile des Programms nutzen und sich das kommunalen Engagement für mehr Sicherheit aufteilen. Bereits drei Regionen befinden sich im Aufbau für das neue Programm KOMPASSregion: "Hoher Meißner" (Waldkappel, Hessisch Lichtenau und Großalmerode), "Oberer Rheingau" (Kiedrich und Wallau, außerdem gibt es weitere Interessenten) und "Weschnitztal" (Lindenfels, Fürth, Rimbach und Mörlenbach).

KOMPASSoperativ


Mit KOMPASSoperativ entwickelt die hessische Polizei derzeit ein internes digitales Lagebild, das objektive Kriminalitätswerte mit dem jeweils lokal geäußerten subjektiven Sicherheitsgefühl verknüpft und gezielt für die polizeiliche Arbeit nutzbar macht. Die subjektive Sicherheitslage, die die Bürgerinnen und Bürger in den KOMPASS-Bürgerbefragungen geäußert haben, wird in der digitalen Streifenkarte KOMPASSoperativ mit den objektiven Kriminalitätswerten zusammengeführt. So kann die Polizei künftig noch stärker auch an subjektiv empfundenen Angsträumen Präsenz zeigen.

"Gemeinsam Sicher In Hessen"


"Die hessische Polizei hat eine Vielzahl von individuellen Präventionsprojekten im Angebot, die in den Kommunen in unterschiedlicher Intensität Anwendung finden können. KOMPASS hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig es ist, dass sich alle Beteiligten aktiv in den Prozess einbringen. Schließlich wissen die Bürgerinnen und Bürger in unseren Kommunen am ehesten, wo der Schuh drückt und die Gemeinde, was umsetzbar ist. Diese vernetzte Sicherheit zwischen Bürgern, Kommunen, Land und Polizei wollen wir unter der neuen Dachmarke ‚Gemeinsam Sicher In Hessen‘ vereinen und stetig weiterentwickeln", sagt Innenminister Peter Beuth abschließend. (pm/sh) +++


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