FULDA Kritische Fragen nicht erlaubt

Der Robin Hood der Grünen: Robert Habeck auf dem Uniplatz

09.09.21 - Bei der parteiinternen Wahl zum Bundeskanzlerkandidaten musste sich Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen) zwar geschlagen geben, deswegen im Hintergrund zu verschwinden, kommt für den Bundesvorsitzenden aber nicht infrage. 

Am Mittwoch trat er im Rahmen seiner Wahlkampftour auf dem Fuldaer Universitätsplatz auf. "Bereit, weil Ihr es seid", lautete das Motto, mit dem die Bürgerinnen und Bürger um ihre Stimmen gebeten werden. Der eine oder andere Wähler hatte sich sicher mehr erhofft: Während Direktkandidatin Gianina Zimmermann die Fragen, die ihr von Jutta Hamberger gestellt wurden, mit Leidenschaft und vor allem konkret beantwortete, "glänzte" Robert Habeck vor allem durch Parolen. Man kämpfe für die Freiheit, "Wir wollen endlich Antworten" oder "Die Zukunft ist jetzt": Wirklich konkret wurde der Bundesvorsitzende nur dabei, was die Regierung seiner Meinung nach alles falsch gemacht habe. Ob das in 2019 selbstgesteckte Klimaziel der Groko, die Emissionen bis 2040 um 88 Prozent zu senken ("Wir Grünen wären da ehrgeiziger und hätten noch eine Schippe draufgepackt"), oder der Afghanistaneinsatz: Schuldzuweisungen hatten am Mittwoch bei Habecks Vortrag ziemlich viel Raum.

Die anderen tragen die Schuld

Robert Habeck in Fulda Fotos: Henrik Schmitt

Jutta Hamberger moderierte die Veranstaltung

Er selbst gab an, Robin Hood als Vorbild zu haben. "Früher wollte ich immer so sein, deswegen bin ich wohl Grünen-Politiker geworden." Die Ära Merkel ginge nun zu Ende und damit verschwinde nicht nur die Bundeskanzlerin von der Bildfläche, es breche auch eine komplett neue Zeit an. Deutschland müsse sich seiner Verantwortung endlich stellen, ob der eigenen, wie auch der für andere Länder. "Wir als reiche Industrienation können nicht einfach etwas von Afrika oder Indien fordern, ohne selbst Leistung zu zeigen. Wir haben die Verpflichtung, mit gutem Beispiel voranzugehen." Die Zeit der "Schlafwagenmentalität" der Bundesregierung sei endgültig vorbei, gerade auch unbequeme Wahrheiten müssten ausgesprochen werden. "Die Grünen wussten bereits im Juni 2021, dass es Zeit wird in Afghanistan zu handeln. Die Regierung hat sämtliche Hinweise jedoch einfach ignoriert, wohl auch, weil es gerade im Hinblick auf die anstehenden Wahlen ein ungemütliches Thema ist."  

Habeck versprach, unter den Grünen beispielsweise Landwirte, Wirtschaft und Politik an einen Tisch zu bringen. Wie das aussehen könnte oder welches Ziel dabei verfolgt würde, ließ er unbeantwortet. Er setze sich für mehr Vielfalt in der Regierung ein und dafür, dass dort mehr Menschen mit Migrationshintergrund oder Hauptschulabschluss vertreten sind. "Es gibt bisher viele Akademiker unter den Politikern. Die haben beispielsweise viel Ahnung von Zahlen oder rechtlichen Aspekten. Wir brauchen aber auch die einfache Sprache in der Politik." Ob das überhaupt umsetzbar ist, blieb offen.

Bei der Antwort auf die Frage, ob Deutschland mehr Gesetze und auch Verbote benötige, um Klimaziele zu erreichen, blieb Habeck schwammig. Man müsse erkennen, dass Regeln Freiheit bedeuteten, gab er an. "Wenn ich in ein Kaufhaus gehe, um mir eine Badehose zu kaufen, kann ich mir ja auch nicht aussuchen, ob ich bezahlen will."(mr) +++

Gianina Zimmermann mit Robert Habeck


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