Der Gemüsemarkt nach der Bombardierung am 11. September 1944 - Foto: Stadtarchiv Fulda

FULDA Vor 77 Jahren starben über 570 Menschen

Die Bonifatiusstadt blutete: Gedenken an Opfer des Bombenhagels

12.09.21 - Fulda im Bombenhagel, die Bonifatiusstadt blutete: Vor 77 Jahren starben am 11. und 12. September 1944 bei den ersten schweren Bombenangriffen auf Fulda mindestens 574 Menschen. Angst, Elend und Trauer - Fulda glich nach dem Angriff an vielen Stellen einer Geisterstadt. An die fürchterliche Katastrophe, die der erste große Luftangriff im Zweiten Weltkrieg auf Fulda anrichtete, erinnerte ein Gebetsgedenken mit Stadtpfarrer Stefan Buß am Samstagmittag in der Stadtpfarrkirche St. Blasius. Im Anschluss läuteten fünf Minuten lang alle Glocken.                                                                                                            

Normalerweise findet die öffentliche Gedenkveranstaltung mit Beteiligung der Kirchen, Stadt Fulda, Zeitzeugen, Gästen und musikalischer Begleitung, alljährlich am historischen Harstall-Brunnen auf dem Gemüsemarkt statt, an dem auch am Samstag die Kerzen brennen.

An die fürchterliche Katastrophe, die der erste große Luftangriff im Zweiten Weltkrieg ...Fotos: Jonas Wenzel

Mindestens 574 Tote

Allein dort wurden damals 18 Gebäude in Schutt und Asche gelegt. 49 Menschen kamen an dieser Stelle ums Leben – vom sechs Monate alten Säugling bis zum 76-jährigen Senioren - in Fulda insgesamt mindestens 342 zivile Personen. Am Gemüsemarkt erinnert heute nur noch ein Säulenfragment, das wie ein Zeigefinger mahnt, an das Bombardement, die Trümmer und das unermessliche Leid. Das Fragment stammt aus dem Jahre 1791, ist mit dem Wappen des letzten Fuldaer Fürstbischofs Adalbert III. von Harstall versehen, und ist wichtigster Bestandteil des denkmalgeschützten Harstall-Brunnens.

In diesem schrecklichen Augenblick von Angst, Elend und Trauer wurde diese erhalten gebliebene und wieder aufgestellte Säule zu einem Gedenkstein für alle Fuldaer Todesopfer des Zweiten Weltkrieges und zu einem Mahnmal für alle Lebenden. Die Gesamtzahl der Opfer am 11. und 12. September 1944 in Fulda belief sich auf mindestens 574 Tote.

Seit Jahrzehnten stellen die Fuldaer an den Jahrestagen des Infernos am Harstall-Brunnen Kerzen und Blumensträuße auf und halten inne. Die Bombenopfer in Fulda betrugen rund 1.600 Tote, es gab nur wenige deutsche Städte, in denen im Verhältnis zur Einwohnerzahl mehr Menschen ums Leben gekommen sind. Am 11. September entstanden zudem mehr als die Hälfte der Schäden, die bei Kriegsende registriert wurden. Die alljährliche Gedenkveranstaltung dort, muss aufgrund der unsicheren Planungssituation und Unwägbarkeiten infolge der Corona-Pandemie, dieses Jahr ausfallen. (pm) +++


Über Osthessen News

Kontakt
Impressum

Apps

Osthessen News IOS
Osthessen News Android
Osthessen Blitzer IOS
Osthessen Blitzer Android

Mediadaten

Werbung
IVW Daten


Service

Blitzer / Verkehrsmeldungen Stellenangebote
Gastro
Mittagstisch
Veranstaltungskalender
Wetter Vorhersage

Social Media

Facebook
Twitter
Instagram

Nachrichten aus

Fulda
Hersfeld Rotenburg
Main Kinzig
Vogelsberg
Rhön