Passanten spazieren über den Strøget, die zentrale Einkaufsstraße von Kopenhagen. Davor ist ein ausgeblichenes Schild zu sehen, auf dem «God sommer og god afstand» (Guten Sommer und guten Abstand) geschrieben steht. Dänemark hebt die restlichen im Land geltenden Corona-Maßnahmen auf. - Foto: picture alliance/dpa | Steffen Trumpf

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Corona-Vorbild Dänemark? Nachbarland hebt alle Maßnahmen auf

13.09.21 - Laut vielen Politikern und Gesundheitsexperten befindet sich Deutschland derzeit inmitten der vierten Corona-Welle. Während bei Überschreitungen von 50er, 100er oder 200er Inzidenzen strengere Maßnahmen in den jeweiligen Regionen gelten, geht Dänemark einen ganz anderen Weg. Deutschlands nördlichstes Nachbarland hat nämlich in dieser Woche alle Corona-Maßnahmen aufgehoben. 

Denn laut dem dänischen Gesundheitsminister Magnus Heunicke sei die Epidemie unter Kontrolle. Und die Regierung habe versprochen, an den Maßnahmen nicht länger als notwendig festzuhalten. Dieser Punkt ist mit der Aufhebung aller Maßnahmen wohl gekommen: Seit Freitag leben etwa sechs Millionen Dänen wieder in Freiheit. 

Kein Corona-Pass mehr

Freiheiten gelten hier in Deutschland vor allem für Geimpfte und Genesene: Denn diese dürfen auch bei höheren Inzidenzen Innenlokale oder den Friseur ohne Test aufsuchen. Dänemark macht auch hier keinen Unterschied mehr: Egal ob geimpft oder nicht, einen Corona-Pass braucht man - selbst bei Großveranstaltungen oder dem Diskobesuch - nicht mehr. Eine Empfehlung zum Abstand halten solle es laut Regierung allerdings weiterhin geben. 

Inzwischen gibt es in Dänemark auch keine Maskenpflicht mehr. Denn Corona wird nicht länger als "gesellschaftskritische Krankheit" kategorisiert. Das liegt unter anderem an der hohen Impfquote im Land. Denn dort sind über 96 Prozent der über 60-Jährigen vollständig geimpft - ein Schutz also für die größten Risikogruppen. 

Blick auf Krankenhauspatienten statt Inzidenzen

In Dänemark liegt die Sieben-Tage-Inzidenz aktuell (Stand RKI von Sonntag) bei 63,0. Im Vergleich: Die Bundesrepublik weist derzeit einen Wert von 80,2 auf. Deutschlands nördliches Nachbarland will allerdings die Inzidenz nicht mehr als Maßstab für Regeln und Lockdowns nehmen. "Wir müssen nicht mehr auf die Infektionszahlen schauen, sondern auf die Anzahl der Krankenhauspatienten", sagt Lone Simonsen, Pandemieforscherin der Universität Roskilde im Gespräch mit der BILD. Dieser Wert sei mit 130 Patienten verhältnismäßig niedrig. Laut Simsonsen müsse man nun die neuen Krankenhauseinweisungen beobachten. (ld)

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