Staatsministerin für Kultur und Medien, Prof. Monika Grütters, Rainer Prinz von Hessen, Museumsdirektor Dr. Markus Miller, und MdB Michael Brand vor dem Schloss Fasanerie. - Fotos: Kulturstiftung des Hauses Hessen

EICHENZELL Tag des offenen Denkmals

Staatsministerin Monika Grütters besucht Schloss Fasanerie

13.09.21 - Einen besseren Tag hätte sich die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) für ihren Besuch auf Schloss Fasanerie nicht aussuchen können. Am europaweit begangenen "Tag des offenen Denkmals" informierte sich Prof. Monika Grütters in Gegenwart von MdB Michael Brand über die abgeschlossene Sanierung des Schlosses.

Seitdem im Jahr 1991 der Europarat und in Deutschland 1993 die Deutsche Stiftung Denkmalschutz die "European Heritage Days" ausgerufen haben, ist Schloss Fasanerie mit Sonderführungen und Aktionen dabei. Im Jahr 1994 fand das erste Konzert unter dem Motto "hör mal im Denkmal" zu diesem Anlass statt. Inzwischen stellen die Aktionen auf Schloss Fasanerie in der Region Fulda einen festen Programmpunkt jeweils am zweiten Sonntag im September dar. Man trifft sich zum traditionellen "Frühstück auf dem Schneckenberg" im Wildpark des Schlosses, Familien üben sich im Bogenschießen, man fährt Floß oder Kutsche. Auch die kostenlos angebotenen Sonderführungen, bei denen Freundinnen und Freunde des Schlosses Hintergrundinformationen zur denkmalpflegerischen Sanierung des Schlosses oder zu Restaurierungsfragen erhalten, wurden begeistert angenommen.

Dr. Markus Miller (2. v. r.) im Park mit Prof. Monika Grütters, Michael Brand (l.) und ...

Natürlich öffnete sich den Besuchern, passend zum Motto des Tages, auch manche sonst geschlossene Tür. Schon seit langem steht die Einladung der Kulturstiftung des Hauses Hessen, und MdB Michael Brand versucht ebenfalls schon seit Jahren, der Ministerin und Parlamentskollegin das bedeutende Kunstdenkmal in seinem Wahlkreis vorzustellen. Spätestens seitdem Schloss Fasanerie im Jahr 2008 auf Vorschlag des Hessischen Landesamts für Denkmalpflege als Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung eingestuft wurde, ist das ehemalige Sommerschloss der Fuldaer Fürstbischöfe in den Fokus der BKM gerückt.

Auf Schloss Fasanerie wurde Frau Prof. Grütters von Rainer Prinz von Hessen (Vorstand der Kulturstiftung des Hauses Hessen), MdB Michael Brand und Schlossdirektor Dr. Markus Miller empfangen. Ziel des ministeriellen Besuchs war es, sich vor Ort über die inzwischen weitgehend abgeschlossene Sanierungsmaßnahme von Schloss Fasanerie zu informieren. Die großangelegte Sanierung von Schloss Fasanerie wurde in den Jahren 2009 bis 2016 durch das Ministerium der Beauftragte für Kultur und Medien der Bundesregierung (BKM) aus Mitteln des Denkmalschutzsonderprogramms des Bundes gefördert.  
 
Diese Maßnahmen wurden 2008 projektiert und in den Jahren 2009 bis 2021 umgesetzt. Davon berührt waren alle unbeweglichen Teile der denkmalgeschützten Gesamtanlage – angefangen bei den Ananas-Aufsätzen auf den Spitzen der Dächer bis hin zu den Pflasterflächen in den Schloss-Höfen. Dazwischen wurden insbesondere die Dächer, Dachstühle, Fassaden und Fenster sowie die "Innen-Raumschalen" (Decken, Wände, Fußböden sowie die textile Dekoration der Fenster) aufwendig und nach den Regeln der Denkmalpflege restauriert. Die Gesamtmaßnahme, die in diesem Jahr zu einem vorläufigen Abschluss kam, hat insgesamt 9,5 Millionen Euro gekostet, zu diesem Betrag hat der Bund – über die BKM – gut 2 Millionen beigesteuert und das Land Hessen 3,3 Millionen. Insgesamt 45 Prozent der Gesamtkosten der Maßnahme wurden von der Kulturstiftung des Hauses Hessen selbst getragen.

Für die Kulturstiftung des Hauses Hessen stellte diese Förderung eine Hilfe dar, ohne die die durchgeführten Maßnahmen nicht hätten realisiert werden können. Denn zur laufenden Unterhaltung der Gebäude, der Pflege des Parks, zum Betrieb des Museums und der Bewahrung der Kunstsammlung im Schloss Fasanerie leistet die öffentliche Hand nur geringfügige Beihilfen.

Corona-Hilfen des Staatsministeriums für Kultur und Medien


Im Museum trägt sich Prof. Monika Grütters in das Gästebuch ein

Die Beauftragte für Kultur und Medien unterstützt das Museum Schloss Fasanerie allerdings aktuell durch die von der Bundesregierung aufgelegten Corona-Förderprogramme. Im Jahr 2020 hat das Schloss-Museum eine Förderung von 22.600 Euro für Digitalisierungsmaßnahmen aus dem Programm "Neustart – Sofortprogramm für Corona-bedingte Investitionen in Kultureinrichtungen" erhalten. Und, 2021 wird das Schloss mit 100.000 Euro beim Bau einer neuen Museumstoilette sowie bei der Einrichtung eines Mediaguide-Systems zur Vermittlung der Porzellansammlung unterstützt. In diesem Fall aus dem Programm "Neustart Kultur – Pandemiebedingte Investitionen in Kultureinrichtungen zur Stärkung der bundesweit bedeutenden Kulturlandschaft".

Noch nicht ganz trocken ist die Tinte unter einer Förderzusage, welche die Kulturstiftung des Hauses Hessen am vergangenen Freitag vorab per Mail erreichte. Über das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste (DZK) wird das Museum Schloss Fasanerie dabei unterstützt, die eigene Sammlung nach "NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut" zu durchforsten. Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste wurde 2015 als Stiftung bürgerlichen Rechts von Bund, Ländern und den drei kommunalen Spitzenverbänden auf Initiative von Prof. Grütters gegründet. Mit einer Fördersumme von 100.000 Euro wird das DZK ein Provenienzforschungsprojekt der Kulturstiftung unterstützen, bei dem es darum gehen wird, in der eigenen Sammlung Kunstwerke zu identifizieren, die möglicherweise während der NS-Zeit unrechtmäßig ihren Eigentümern entzogen wurden.

Das Museum Schloss Fasanerie ist damit eines der ersten privaten Museen, dem ein entsprechender Antrag bewilligt wurde und es ist die erste private Sammlung mit einem "Verstrickungshintergrund", die Forschungen in diese Richtung unternimmt. "Wir sind sehr froh, dass wir dieses heikle Thema nun mit Unterstützung des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste angehen können, um einen Ausgleich für eventuell geschehenes Unrecht möglich zu machen", äußert sich Rainer Prinz von Hessen, Vorstand der Kulturstiftung des Hauses Hessen. (pm) +++


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