Die Briefwahl ist gefragt zur Bundestagswahl - Foto: picture alliance / ZB / Z6944 Sascha Steinach

REGION Knapp zwei Wochen vor der Bundestagswahl

Bequem die Kreuzchen von zu Hause machen: Briefwahl steht hoch im Kurs

14.09.21 - In knapp zwei Wochen ist großer Wahlsonntag: Am 26. September dieses Jahres wird der künftige Bundestag gewählt. Der Wahlkampf geht langsam in den Endspurt, der Ton wird zuweilen etwas rauer. Annalena Baerbock (40, Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen), NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (60, CDU/CSU-Bundesvorsitzender) und Bundesfinanzminister Olaf Scholz (63, SPD) wollen Bundeskanzlerin beziehungsweise Bundeskanzler werden.

Im gesamten Land buhlen zudem die Direktkandidaten um die Stimmen der Wählerinnen und Wähler. An der Wahl nehmen laut Bundeswahlleiter von den 54 zugelassenen Parteien letztendlich 47 Parteien teil. Dabei beteiligen sich 40 Parteien mit Landeslisten. Die Auswahl ist groß.

Vielleicht auch deshalb nutzen viele Wahlberechtigte die Möglichkeit der Briefwahl. Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie ist die Briefwahl zudem eine bequeme Möglichkeit, von zu Hause aus in Ruhe zu wählen. Zumal viele Kommunen auf ihren Internetseiten die Beantragung der Briefwahlunterlagen mit einem Online-Formular ganz einfach ermöglichen.

Vor knapp einer Woche hatte OSTHESSEN|NEWS bereits bei einigen größeren Kommunen in Osthessen nachgefragt. Wie hoch ist die bisherige Nachfrage nach den Briefwahlunterlagen? Der Trend zeigt, dass die Wahlbüros Tag für Tag zig Briefwahlunterlagen verschicken. In Fulda zum Beispiel wurden Stand Montagmittag rund 15.000 Briefwahlunterlagen beantragt. Die Tendenz sei steigend, die Stadt rechne mit 20.000 Briefwähler bis zum Wahltag. Im Jahr 2017 waren es bei der vergangenen Bundestagswahl insgesamt lediglich 8.218 Briefwähler.

Briefwahl unkompliziert beantragen

"Es wurden bereits 3.286 Briefwahlunterlagen beantragt und versandt. Über den Rücklauf können wir erst nach dem Zählen der Briefwahlunterlagen des Briefwahlvorstandes berichten", schreibt die Stadt Lauterbach (Vogelsbergkreis). In Alsfeld waren bis vergangenen Freitagmittag 13 Uhr insgesamt 3.795 Briefwahlanträge eingegangen.

Ähnlich hoch ist die Nachfrage in Bad Hersfeld. "Der aktuelle Stand der beantragten Briefwahlunterlagen am 13.9.21 , 10.20 Uhr lautet 7.020 Briefwähler", schreibt die Stadt Bad Hersfeld. Bei der Kommunalwahl wurden insgesamt 7.261 Briefwähler gezählt. "Wir haben Stand jetzt 3.250 Briefwahlanträge, Rückläufe werden von uns nicht erfasst", berichtet die Stadt Rotenburg an der Fulda.

Stadt Fulda verzeichnet bereits 15.000 Anträge

Auch bei der Stadt Fulda sind bereits einige Briefwahlanträge eingegangen, "Zurzeit verzeichnen wir 15.000 Anträge, das sind ähnlich viele wie auch bei der Kommunalwahl", so Uli Schreiner vom Fuldaer Bürgerbüro. "Über den Rücklauf kann man derzeit natürlich noch nichts sagen. Wir gehen aber auch davon aus, dass die Anzahl der Briefwähler bis zum Wahltag noch auf rund 20.000 ansteigt". Im Vergleich zu den letzten Jahren bedeute dies eine immense Steigerung. "Im Jahr 2017 waren es 8218 Briefwähler, in den Jahren davor sogar noch weniger", so Schreiner.

In der Kommune Künzell werden derzeit aktuell 5.300 eingegangene Briefwahlanträge verzeichnet – bei der Kommunalwahl im Frühjahr waren es insgesamt 5.700 – diese Zahl scheint übertroffen zu werden. "Im Vergleich zu allen bisherigen Wahlen vor 2021 ist die Tendenz klar steigend", so Timo Zentgraf, Bürgermeister der Gemeinde Künzell, der betont: "Durch die Einfachheit der Beantragung von Briefwahl haben die Wähler Gefallen an der Stimmabgabe in dieser Form gefunden. Der Trend zur Briefwahl wird wohl, insbesondere im Bereich der Neu- und Jungwähler, noch etwas weiter steigen". Von der Anzahl der Briefwähler zeigte sich Zentgraf dennoch nicht überrascht: "Obwohl die Bundestagswahl im Wahllokal wesentlich einfacher durchzuführen ist als die Kommunalwahl, hält die Corona-Pandemie womöglich doch einige fern. Das ist für unser Personal in den Wahllokalen auch gut und schützt diese zusätzlich. Anfänglich dachten wir, die Zahl der Briefwähler könnte unter denen der Kommunalwahl liegen, durch den recht frühzeitigen Anstieg der Inzidenzzahlen war dann aber wieder mit steigenden Briefwahlzahlen zu rechnen".

Neuer Rekord an Briefwählern auch in Petersberg

Einen neuen Rekord an Briefwählern verzeichnet auch die Gemeinde Petersberg - bereits 5213 Bürgerinnen und Bürger haben dort Antrag auf Briefwahl gestellt. "Das sind so viele wie noch nie. Wir sind schon jetzt über der Zahl der ausgestellten Anträge bei der Kommunalwahl", so Monika Semmler vom Wahlbüro der Gemeinde Petersberg. So werde die Briefwahl laut Semmler immer attraktiver: "Wer sich bei den Kommunalwahlen für die Briefwahl entschieden hat, wird dies wahrscheinlich auch bei der Bundestagswahl tun. Hinzu kommen dann noch einige Urlauber oder Studenten, die ihr Kreuzchen nicht direkt am Wahltag hier vor Ort setzen können".

Auch in Schlüchtern (Main-Kinzig-Kreis) werde die Briefwahl sehr gut angenommen: "Bislang haben 4.050 Wählerinnen und Wähler die Unterlagen angefordert. Das ist gut ein Drittel aller 12.000 Wahlberechtigten und der bisherige Höchststand. Zum Vergleich: Bei der Kommunalwahl im Frühjahr verschickte die Stadt circa 3.900 Briefwahlunterlagen, bei der vergangenen Bundestagswahl 2017 waren es nur 2.800 Stück. Einen Anteil daran hat sicherlich die neue Homepage der Stadt Schlüchtern: Dort kann die Briefwahl nämlich ganz unkompliziert beantragt werden. Die Stadt geht davon aus, dass die Zahl bis zum Wahltag auf gut 4.500 steigen dürfte", erklärte die Stadt Schlüchtern auf O|N-Nachfrage. (Hans-Hubertus Braune / Lea Hohmann) +++


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