Es ist bereits der 23. Früchteteppich und er ist besonders farbenfroh und leuchtend: Es ist "Der Sämann", das Werk von den Künstlerinnen sind Silvia Schleuning, Elsbeth Schmidt, Silvia Horst und Angelika Scharrenbach. - Foto: Jutta Schütt-Frank

MÜCKE Farbenfroh und leuchtend

Ab heute zu bestaunen: Der Früchteteppich "Der Sämann" in Ruppertenrod

Der Sämann streut die reiche Saat, still hoffend, in die lockre Erde - sein ist der Wille, sein die Tat, Gott weiß, ob sie entkeimen werde. Ja, hoffe still und streue fort, Streu aus nimmermüden Händen, ob sie verweht, ob sie verdorrt, Du darfst dein Säen drum nicht enden, Und frag' nicht, wann ein Frühlingsblick. Die Saat dir reift mit lindem Lichte, Denn Gott vollendet dein Geschick; Dein ist die Saat, sein sind die Früchte!  (Gedicht von Hermann Kletke 1813-1886)

19.09.21 - Es ist bereits der 23. Früchteteppich und er ist besonders farbenfroh und leuchtend: Es ist "Der Sämann", das Werk von den Künstlerinnen sind Silvia Schleuning, Elsbeth Schmidt, Silvia Horst und Angelika Scharrenbach. Dieser kann ab heute in der Kirche bestaunt werden.

In diesem Jahr hat das fertige Bild ein Maß von 2 auf 2 Metern. Es ist farbenfroh und es wurden viele Blütenblätter, welche dann verschieden verarbeitet wurden, verwandt. Christiane Hümmer aus Londorf ist wohl das ganze Jahr durch die Gärten und die Natur gestreift. Sie hat den Körnerteppich-Frauen ganz viel sortiertes und getrocknetes Blütenmaterial zur Verfügung gestellt. Verwandt wurden beispielsweise für die Konturen schwarze Pfefferkörner und der Himmel wurde aus roten Geranien rot, der Lampionblume, und getrockneter Mandarinenschale, Gries, Petersilie, Pfefferminze, Majoran, Kornblume und Rittersporn gemischt. Weiterhin wurden Hafer, Ringelblume, heller und dunkler Buchweizen verwandt und der Dornenbusch entstand aus Petersille, Ringelblume und Äste.

Das Gewand des Sämann besteht aus Rosenblüten und Geranien und der Sä-Sack aus Winterkresse. Die Beine und das Gesicht sind aus Weizenkleie und der Bart und die Haare aus schwarzem Tee gelegt worden. Das Kopftuch wurde aus Graupen hergestellt, für den Schriftzug wurde Sago verwandt und der Hintergrund ist aus Ziermais gelegt. Das 23. Körnerbild ist anspruchsvoll und farbenfroh.

Der Früchteteppich sendet nicht nur die optische Faszination aus, sondern auch der Geruchssinn wird inspiriert. Die Vielfalt an Blumen und Gewürzen verströmen einen besonderen Geruch in der Kirche. Während der Öffnungszeiten gilt die Kirche zu Ruppertenrod schon als Pilgerstätte. Von Marburg, Kassel bis nach Frankfurt reisen in jedem Jahr Menschen an, um dieses Kunstwerk anzusehen. Es ist außergewöhnlich, wie man mit den Produkten aus der Natur, solche eine Farbenpracht herstellen kann. Überzeugen Sie sich selbst von der Ausdruckskraft dieses Körnerbildes. Gönnen Sie sich eine Kulturreise in die schöne Fachwerkkirche mitten in Mücke-Ruppertenrod, direkt auf der B49.

Die Öffnungszeiten sind immer sonntags von 14-17 Uhr und von montags bis samstags von 16-18 Uhr.  Am Ruppertenröder Herbstmarkt, dem 30.10.2021 ist der Früchteteppich  von 12-18 Uhr zu sehen. (pm) +++


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