- Fotos: mr

KÜNZELL Schulweg führt hier entlang

50 Meter hinter dem Haus: Hat ein Wolf in Dirlos ein Kalb gerissen?

26.09.21 - Der Hof der Familie Kern liegt idyllisch unweit des Dorfes Dirlos und der Rudolf-Steiner- Schule-Loheland. Eine Handvoll Kühe grast direkt hinter der Scheune sowie dem angrenzenden Wohnhaus. Fahrradfahrer und Spaziergänger tummeln sich am Samstagmittag auf einem schmalen Weg, der hier durch den Wald führt.

Die Kühe auf der Weide wirken an diesem Morgen friedlich, nur eine Mutterkuh steht etwas abseits und hält Ausschau nach ihrem Kalb. Das junge Tier, oder besser das wenige, was noch von ihm übrig ist, liegt nur wenige Meter entfernt. Wir haben die Überreste vorhin gefunden", berichtet Marek Kern. Erst am Nachmittag des vergangenen Tages habe er die Wiese überprüft, zu diesem Zeitpunkt sei noch alles in Ordnung gewesen. Mehrfach kontrolliert die Familie täglich den Zustand ihrer Tiere. Das Kalb sei offenbar in der Nacht geboren worden. "Da ist noch nie was passiert."

Alles innerhalb einer Nacht

Direkt hinter Scheune und Wohnhaus wurde das tote Kalb gefunden

Von dem Jungtier, dass nun tot auf der Weide liegt, sind noch nur Knochen und der Schädel übriggeblieben. Die Rippen wurden mit großer Gewalt gebrochen, ein Vorderlauf befindet sich unweit entfernt, der andere hingegen ist verschwunden. Offenbar hat hier ein großes Raubtier sein Unwesen getrieben.

Die Vermutung, dass ein Wolf das Tier tötete, liegt nahe. Das Rissbild ist identisch mit mehreren bestätigten Wolfsrissen von Nutztieren aus dem Raum Hersfeld-Rotenburg. Nur ein kurzer Blick rund um "den Tatort" fördert die nächsten Indizien ans Tageslicht. Drei Kothaufen, die charakteristisch für  den Wolf sind und aufgrund von Größe und Beschaffenheit eindeutig nicht zu Fuchs, Wildschwein oder Haushund gehören, liegen unweit des Kadavers.

Losung neben dem Kadaver

"Ich bin schon ziemlich lange Landwirt und habe auch einiges gesehen, so etwas allerdings noch nie", meint Vater Alexander Kern nachdenklich. Die Familie informiert einen "ehrenamtlichen sachkundigen Helfer" des Landes Hessen, der das Kalb begutachten soll. "Es geht uns nicht darum, jetzt einen großen Aufstand zu machen, aber unter der Woche kommen an unserem Hof täglich in den frühen Morgenstunden Kinder vorbei, die zur Loheland-Schule laufen", erklärt Marek Kern. "Wir wollen uns nichts vorwerfen, wenn dann mal etwas passiert." 

"Wir wollen nur nicht, dass etwas passiert"

Auf diesem Weg, der am Hof der Kerns vorbei führt, laufen täglich Kinder zur Schule ...

Die Rudolf-Steiner-Schule-Loheland liegt in unmittelbarer Nähe

Der "Rissgutachter" kommt einige Stunden später. Das Kalb sei nicht von einem Wolf getötet worden, erklärt der Mitarbeiter des Hofbieberer Forstamtes der Familie augenblicklich. Was es getötet haben könnte, wisse er allerdings nicht. "Er meinte, ein Wolf würde seine Beute von der Wiese wegzerren und nur in Einzelfällen vor Ort verzehren." Die drei verräterischen Kothaufen, die direkt neben dem Kadaver liegen, habe er erst gar nicht bemerkt. "Wir haben sie jetzt gesichert und wollen sie ihm geben", so Alexander Kern. Denn eine Beprobung, wie vom Land Hessen und dem kürzlich eingerichteten Wolfszentrum in solchen Fällen versprochen, möchte man in Dirlos auf alle Fälle. "Unsere Gegend ist ziemlich stark besiedelt. Wenn hier tatsächlich doch ein Wolf umgeht, müssen das die Leute wissen." (mr) +++


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