Sabina Kaeser und Thomas J. Hauck von der Schweizer Kunst-Manufaktur "Das Archiv" - Fotos: Erich Gutberlet

FULDA / PETERSBERG Europäisches Kulturerbe-Siegel

Die spinnen, die Schweizer! – Spektakuläre "Rote Fäden"-Kunstaktion

30.09.21 - Wer derzeit durch den Garten der Domdechanei schlendert, der staunt nicht schlecht. Denn dort – im Laubengang – wird eine spektakuläre Kunstinstallation mit roten Fäden geschaffen. Das Projekt ist Teil einer Veranstaltungsreihe, mit der die Stadt Fulda und die Gemeinde Petersberg mit der Unterstützung des Bistums Fulda der Bevölkerung ihre gemeinsame Bewerbung für das Europäische Kulturerbe-Siegel (EKS) vorstellen möchten (OSTHESSEN|NEWS berichtete).

Der noch jungfräuliche Laubengang im Garten der Domdechanei am vergangenen Freitag ...

"Das Archiv" im Gespräch mit O|N-Redakteur Matthias Witzel

O|N-Fotograf Erich Gutberlet hat die Arbeiten an der Rote-Fäden-Installation übers ...

Im Kern geht es der EU bei der Vergabe des Siegels darum, unter den einzelnen EKS-Stätten, von denen es bislang 48 gibt, eine kulturelle Vernetzung zu schaffen. Und da passt das Rote-Fäden-Projekt dazu wie die Faust aufs Auge, ähnelt die Installation doch einem riesigen Spinnennetz. Dieses wird am Donnerstag nach einer Einführung um 18 Uhr im Auditorium Maximum der Theologischen Fakultät mit einer Performance des Schweizer Künstlerduos Sabina Kaeser und Thomas J. Hauck offiziell freigegeben und darf dann bis zum 18. Oktober bewundert werden.

Durch diese zeitliche Begrenztheit erinnert das Projekt zunächst einmal an die Werke von Christo. "Was aber so nicht stimmt", erläutern Kaeser und Hauck im O|N-Gespräch. "Christo hat Dinge verhüllt. Wir dagegen öffnen den Raum für neue Blickwinkel und verändern die Sehweise des Betrachters – ähnlich wie bei den optischen Täuschungen von M. C. Escher." 

Die beiden sympathischen Künstler, die eine Art Kunst-Manufaktur in der Schweiz mit dem Namen "Das Archiv" betreiben ("Weil wir so viele Sachen sammeln"), sind schon im Zirkus aufgetreten, haben Theater und Musik gemacht und Bühnenbilder angefertigt. Seit über 20 Jahren gehören ihre Rote-Fäden-Projekte, die sie europaweit realisieren, zu ihrem Hauptschaffen. Das Arbeitsmaterial: Baumwollgarn und Maurerschnur. Drei bis fünf Kilometer davon werden verwendet – und das nur für die kleineren Installationen.

Sabina Kaeser im Gespräch mit interessierten Passanten

Seit vergangenem Freitag sind Kaeser und Hauck nun im Laubengang am Werkeln, spinnen dort ihr Netz und immer wieder werden sie von Passanten angesprochen. "Die Leute sind alle angetan und sehr interessiert." Und wer weiß? Vielleicht wird es sogar eine Wiederholung geben. "Das Projekt hier im Garten der Domdechanei ist der Prototyp", erklärt Klaus H. Orth vom Kulturamt Fulda. Und Christine Kenner vom Landesamt für Denkmalpflege ergänzt: "Wenn wir mit unserer Bewerbung Erfolg haben und das Europäische Kulturerbe-Siegel bekommen, haben wir vor, dass weitere Rote-Fäden-Installationen folgen, nicht allein in der Michaelskirche und in der Liobakirche, sondern auch an verwandten, in der Karolingerzeit gleichfalls bedeutenden Stätten Europas."

Das komplette Programm der Kulturerbe-Tage in Fulda und Petersberg vom 30.09. bis 02.10.2021 finden Sie unter www.raban-europa.de. (mw) +++

Mit dabei beim Pressegespräch: Klaus H. Orth vom Fuldaer Kulturamt (links) ...



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