Der Deutsche Wetterdienst zieht Bilanz zum September. - Archivfoto: O|N/Maria Franco

REGION DWD zieht Bilanz

Sonniger, sehr trockener und phasenweise spätsommerlich warmer September

30.09.21 - Nach den tiefdruckgeprägten Wetterlagen des Sommers übernahmen im September vor allem Hochdruckgebiete die Wetterregie. Damit ebbte auch das Waschküchenwetter mit Starkregenfällen zunehmend ab. Entsprechend war der Regenschirm nur noch ein seltener Begleiter. Vielmehr wurden bei ruhiger sowie wolkenarmer Witterung Handschuhe und Übergangsjacke im Laufe des Tages da und dort durch T-Shirts und Shorts ersetzt. Turbulenter ging es dagegen im Norden zu, als nach dem astronomischen Herbstbeginn Tief "Tim" die Sturmsaison einläutete. Im Großen und Ganzen war der September zu warm, sehr trocken und sonnig. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen.

Spätsommerliche Wärme und immer wieder Frösteln in den Morgenstunden

Das Temperaturmittel lag im September 2021 mit 15,2 Grad um 1,9 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Vergleich zur aktuellen und wärmeren Periode 1991 bis 2020 betrug die Abweichung +1,4 Grad. Mehrheitlich spätsommerlich präsentierte sich der erste Herbstmonat. Im Südwesten wurden noch bis zu 13 Sommertage gezählt. Das Wärmemaximum erfolgte am 9.: Im Lee des Harzes gab es den letzten heißen Tag in diesem Jahr. Huy-Pabstorf meldete 30,0 Grad. Manchmal lagen Schwitzen und Frösteln im Tagesgang nah beieinander. Denn in klarer und trockener Luft gingen die Frühtemperaturen in der dritten Septemberdekade verbreitet in den niedrigen einstelligen Bereich zurück. In Merklingen, Baden-Württemberg, sowie in Oberstdorf gab es am 23. mit 0,9 Grad den bundesweit tiefsten Wert. In den Mittelgebirgen grüßte sogar der Bodenfrost.

Trockenster September seit 15 Jahren

Der September 2021 war mit rund 35 Litern pro Quadratmeter der trockenste erste Herbstmonat seit 15 Jahren - nach 2006 mit nur 30 Litern pro Quadratmeter. Gemessen wurden vom DWD knapp 45 Prozent weniger Niederschlag als im Mittel der Referenzperiode 1961 bis 1990 (61 l/m²). Verglichen mit der Periode 1991 bis 2020 lag das Minus bei fast 50 Prozent. Im Zustrom tropischer Luft entluden sich in der zweiten Monatsdekade hier und da noch einmal Gewitter und Starkregen. Auch am 26. kam es zu Wolkenbrüchen zwischen Bayern und Sachsen-Anhalt. Das in den Voralpen gelegene Kreuth-Glashütte meldete dabei mit 74,9 Liter pro Quadratmeter den höchsten Tagesniederschlag. Das Voralpenland war mit einer Monatssumme von über 160 Liter pro Quadratmeter auch die niederschlagsreichste Region.

Sonniger Süden, wolkenverhangener Norden

Mit 175 Stunden übertraf die Sonnenscheindauer ihr September-Soll von 150 Stunden (Periode 1961 bis 1990) um rund 15 Prozent. Im Vergleich zu 1991 bis 2020 betrug die positive Abweichung gut 10 Prozent. Über 230 Stunden zeigte sich die Sonne im Süden und damit doppelt so lange wie im wolkenverhangenen Norden.

Das Wetter in den Bundesländern Bayern und Hessen im September 2021

Bayern erreichte 14,8 Grad (12,8 Grad). Am 23. meldete Oberstdorf (neben Merklingen in Baden-Württemberg) mit 0,9 Grad die tiefste Temperatur in Deutschland. In der Fläche fielen 35 Liter pro Quadratmeter (72 l/m²). Starkregenfälle sorgten aber für eine unausgewogene Niederschlagsverteilung. Während in Mittel- und Unterfranken gebietsweise nur einstellige Monatssummen zustande kamen, erlebte Kreuth-Glashütte, Landkreis Miesbach, mit 74,9 Litern pro Quadratmetern am 26. den höchsten Tagesniederschlag. Hier fielen mit über 160 Liter pro Quadratmeter auch die höchsten Monatsmengen. Die Sonne schien im Freistaat 210 Stunden (160 Stunden).

In Hessen endete der September im Mittel mit 15,1 Grad (13,2 Grad) und sehr trockenen gut 25 Litern pro Quadratmetern (57 l/m²). Der Sonnenschein summierte sich auf 185 Stunden (142 Stunden). (pm) +++


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