Sie laufen weiter: Ines Caspar (links) und Tina Kröning vom Altenburger Lauftrett - Foto: Traudi Schlitt

ALSFELD Stadtteil schafft laufend die 10 000 Euro

Spendenaktion "Altenburg hilft Altenburg" meldet weiteren Erfolg

06.10.21 - Mehr als 3.500 Kilometer und 10.000 Euro an Spenden – das ist die unglaubliche Bilanz des Spendenlaufs, den der Altenburger Lauftreff unter dem Motto "Altenburg hilft Altenburg" vor wenigen Wochen ins Leben gerufen hat, um Spenden für den gleichnamigen Ort im Überflutungsgebiet an der Ahr zu sammeln.

Die Idee dazu hatten Ines Caspar und Tina Kröning, die just an dem Tag des Unglücks zu einer Wanderung auf dem Weg in die Region waren, zunächst weiterfuhren, dann aber doch von der Wucht der Katastrophe eingeholt wurden und den Rückweg antraten. "Wir haben unsere Wanderung dann hier gemacht, aber der Gedanke an die Menschen dort ließ uns nicht los", berichtet Caspar. Sie und Kröning hatten unterwegs zwar schon die Rettungsmannschaften mit den Booten gesehen, das ganze Ausmaß sahen sie aber auch erst später in den Nachrichten. "Uns war schnell klar, dass wir hier irgendwie helfen mussten", so Caspar, die direkt Kontakt mit Menschen vor Ort aufnahm und gemeinsam mit Alsfelder Unternehmen und dem Lions Club für erste, praktische Hilfe sorgte: Eine Lieferung mit Gaskochern für Mütter mit kleinen Kindern verließ den Vogelsbergkreis, ebenso wie dringend benötigte Stirnlampen, für die ebenfalls Sponsoren gefunden wurden.

"Als wir dann erfuhren, dass es einen Ort namens Altenburg im Überflutungsgebiet gibt, war das noch einmal ein Extra-Auslöser", erinnern sich die Initiatorinnen, die sich mit anderen Akteuren in ihrem Dorf zusammensetzten und einen Spendenaufruf starteten. Eine Idee für die erste Aktion war schnell geboren: ein Spendenlauf, bei dem alle Läuferinnen und Läufer ihre gelaufenen, gewalkten oder gejoggten Kilometer angeben konnten und mindestens mit einem Euro oder mehr in der Spendenkasse quittieren sollten. "Wir hofften, dass wir zumindest die Tausendermarke knacken würden", so Caspar, die wie ihre Mitinitiatorin Tina Kröning selbst überrascht und begeistert ist von der Hilfsbereitschaft der Menschen.

"Wir haben jetzt, zum Ende des Projekts, über 10.000 Euro auf dem Spendenkonto"; freuen sie sich, hinzu kommen in der Altenburger Gesamtbilanz auch die 2.600 Euro, die das Brückenfest einspielte. "Ich denke, von großer Bedeutung für die Spendenbereitschaft ist zum einen die Identifikation der Menschen über den gemeinsamen Ortsnamen, zum anderen aber auch die Gewissheit, dass unser Geld eins zu eins genau dort ankommt", so Caspars Einschätzung.

Sie ist inzwischen im engen Kontakt mit dem Ortsverbandsvorsitzenden Werner Lanzerath, der – am Anfang skeptisch – voller Begeisterung über die große Spendenbereitschaft eines einzelnen Orts ist. Sein Ort ist der einzige in der ganzen Region, in dem 100 Prozent der Gebäude geschädigt sind, ein Wiederaufbau wird lange dauern und den Menschen und Hilfskräften vor Ort noch viel abverlangen. In Altenburg an der Ahr gibt es inzwischen ein Gremium, das dafür sorgen will, dass die Spenden gerecht verteilt werden. "Das Geld soll in erster Linie Menschen ohne Versicherungsschutz zur Verfügung gestellt werden sowie Mieterinnen und Mieter, die von Hilfspaketen der Regierung nicht so stark profitieren wie Hauseigentümer", so eine erste Idee zur Verwendung der Gelder.

"Natürlich wissen wir, dass wir mit unserem Spendenaufkommen ein Tropfen auf dem heißen Stein sind, aber wir sind zumindest das, und wenn viele unsrem Beispiel folgen, können wir viel bewirken", so Caspar und Kröning, die sich im Namen aller Beteiligten bei den Spendern und Sponsoren bedanken. Dies waren zahlreiche Firmen in der Region, die nicht alle einzeln genannt werden können. "Wir möchten aber ganz besonders den Auszubildenden der Firma Krause danken: Sie haben in ihrer Firma eine Laufaktion ins Leben gerufen, die von den Inhabern mehr als großzügig unterstützt wurde." Überhaupt sieht es so aus, als hätten alle Menschen auch persönlich von der Hilfe profitiert: "Helfen macht ein gutes Gefühl, ist teambildend und verbindet", lautet eine Erfahrung aus der Aktion, die Caspar und Kröning auch mit ihren Lauftreff-Kolleginnen und -Kollegen teilen: "Ohne die tatkräftige Mithilfe unserer Läuferinnen und Läufer hätten wir das Projekt so nicht umsetzen können."

In Altenburg geht die Hilfe weiter: In den nächsten Tagen geht das Crowdfunding-Projekt des SVA gemeinsam mit der VR Bank HessenLand an den Start. Hier können noch weitere Spenden eingezahlt werden. Zahlungseingänge bis zu 50 Euro werden von der Bank verdoppelt, sodass am Ende noch einmal mit einer ähnlich hohen Summe wie beim Lauf zu rechnen sein wird. Und noch eine Aktion steht in den Startlöchern: Am 23. Oktober wird es in Altenburg eine Weinverkostung mit Weinen von der Ahr geben. Auch hier wird der Erlös in den Altenburger Spendentopf fließen. (pm) +++


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