Der Setter, mein liebster Freund in Kinder- und Jugendtagen - Fotos: Miriam Rommel

REGION Zum Welthundetag: Fotoaufruf

Ich war und bleibe Hundemensch! - Erinnerungen an tolle Vierbeiner

10.10.21 - Wuff! Rückblickend betrachte ich es als großes Glück, gleich mit zwei Hunden aufgewachsen zu sein. Ein Gordon Setter (er war zwei Jahre alt, als wir ihn übernahmen), später folgte ein unglaublich lieber Magyar Vizsla-Welpe. An die Erlebnisse mit beiden erinnere ich mich nicht nur heute, am Welthundetag, gerne.

Jeder, der die Setter kennt, weiß: Diese Hunde haben einen ziemlichen Dickschädel. Gepaart mit Vornehmheit – ein verächtlicher Blick über die Schulter oder schier nicht enden wollendes Desinteresse, was manche Befehle betrifft, sind diese Tiere sanftmütig ihrer Familie gegenüber. Beim Spielen klappte unserer beispielsweise seine Zähne ein. Gut, nicht wirklich, aber es sah so aus. Die Lefzen zog er über seine Beißerchen, was urkomisch aussah. Alles, um nur niemanden zu verletzten. Als "Chef im Haus" bestand er darauf, wahrgenommen zu werden, gerne in den unmöglichsten Situationen. Es hat uns fast einen Herzinfarkt beschert, als wir eine seiner größten Eigenheiten kennenlernten. War ihm langweilig, setzte er sich vor uns und starrte uns an. Kein Zureden half. Nach gefühlt endlosem Glotzen sprang er in die Luft und bellte wie verrückt. Das hat ihm Spaß gemacht. Unterbrechen konnte man diese "Anfälle" mit ausgiebigem Schmusen, dann war alles ok.

Gute Freunde: Mein Gordon Setter und unser Nachzügler, ein Magyar Vizsla ...Fotos: Miriam Rommel

Posing im heimischen Garten: Der Setter wusste jederzeit, sich gut in Szene zu setzen ...

Der Setter hasste Wasser und Schmutz im Allgemeinen, kam aber dennoch an keinem Misthaufen vorbei, ohne sich heimlich darin zu wälzen. Befürchtete er Ärger, fing er vorsichtshalber an, furchtbar laut loszujaulen (unglaublich peinlich). Viele Leute meinten dann, er höre sich an wie eine geschändete Kuh und hatten Mitleid mit dem Simulanten. "Mein" Hund liebte es, seine Menschen im Schlaf anzustarren. Nickte man auf dem Sofa ein, setzte er sich, nur Zentimeter vom Gesicht entfernt und glotze wieder. Nicht nur einmal wurde ich von seinem schlechten Atem geweckt. Dennoch war er mein Herzenshund, dem ich, spätestens in der Pubertät, auch das ein oder andere Tränchen ins Fell drückte, wenn ich heimlich meine Sorgen mit ihm teilte.

Bestechen konnte man meinen besten Freund mit Plätzchen. War die Vorweihnachtszeit gekommen und der Duft der süßen Backwaren zog durch das Haus, saß er andächtig vor dem Backofen. Nichts und niemand konnte ihn von dort wegbewegen. Irgendwann steigerte sich seine Obsession derart, dass man nur das Wort "Plätzchen" sagen musste. Sofort lief ihm der Sabber von den Lefzen und er begann zu kauen.

Der Vizsla war ein ganz anderer Charakter, er war vollkommen unkompliziert und bis zum Verrücktwerden anhänglich. Als Welpe wollte er den ganzen Tag getragen werden, aber auch später, mit über 25 Kilogramm Lebendgewicht, ließ er nichts unversucht, um beispielsweise auf den Schoß zu klettern. Gerne bahnte er sich während der Autofahrt seinen Weg (ohne Rücksicht auf Verluste) bis zum Fahrer, um seinen Kopf durch das Lenkrad zu stecken.

Einer kann nie still halten, der andere ist genervt

Die Devise des Vizslas: Hauptsache AUF den Menschen

Nachdem dieser kleine Kerl rund 15 rohe Bratwürstchen geklaut (und verschlungen) ...

Schlief man in seiner Nähe ein, beließ er es nicht beim Anstarren: Er kroch einem einfach unter den Pullover und gab erst Ruhe, wenn er mit seiner Schnauze auf dem Hals seines Opfers zum Liegen kam. Mit einem tiefen Seufzer bekundete er dann seine Zufriedenheit. Als "letzte Waffe", wenn ich als Teenager partout nicht aufstehen wollte, ließ meine Mutter das kleine Ungeheuer in mein Zimmer. Trampelnd und mit gefühlt 100 km/h kam er um die Ecke, nahm Anlauf und landete auf mir. Wo genau, war zumindest ihm in diesen Moment immer ziemlich egal.

Hat man gerne mal seine Ruhe, sollte man sich nie für einen Vizsla entscheiden. Privatsphäre existiert bei diesen Tieren einfach nicht. Selbst beim Gang auf die Toilette muss diese Rasse immer "mitten im Geschehen" sein. Das kann mitunter ziemlich anstrengend werden.

Unserer war ein ziemlich fröhliches Geschöpf mit viel Unsinn im Kopf und noch mehr Kraft, die er nicht einschätzen konnte. Die einbetonierte Laterne im Garten – umgerissen vom tobenden Ungarn. Die Wäsche, die meine Mutter im Garten zum Trocknen aufhing: Runtergerissen und zerlöchert durch den Schmutz gezerrt. Er war lieb zu seinen Menschen, aber, anders als seine Rassevertreter, an keinen anderen Lebewesen interessiert. Er war rundum ein toller Hund.

Machen Sie mit!

Am 10. Oktober ist Welttag des Hundes. An diesem Sonntag wird "der beste Freund" des Menschen mit einem eigenen Aktionstag gefeiert. Haben auch Sie schöne Geschichten oder herzige Fotos Ihres Tieres? Wir freuen uns, wenn Sie uns auf Facebook unter unserem Artikel daran teilhaben lassen. (Miriam Rommel) +++


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