An der Tankstelle "Großenmoor" an der A7 mussten Autofahrer am Donnerstagmorgen einen stolzen Preis von 2,24 Euro für Super Plus in Kauf nehmen. - Fotos: Klaus Denhard

REGION Preisschock an der Zapfsäule

Spritpreis von 2,24 Euro - Wer soll das denn noch bezahlen?

15.10.21 - Wer zurzeit auf die Anzeigetafeln der Tankstellen blickt, traut seinen Augen kaum - die Spritpreise schießen rasant in die Höhe und Autofahrer müssen zunehmend deutlich tiefer in die Tasche greifen. OSTHESSEN|NEWS hat an osthessischen Tankstellen nachgefragt und ist dabei auf jede Menge frustrierte Autofahrer gestoßen.

Preise der Tankstelle in Neuenberg. Fotos: Lea Hohmann

Tankstelle Fulda Nord

Tankstelle in der Künzeller Straße in der Nähe des Emailierwerks

Zahlreiche Menschen sind auf das Auto angewiesen und somit den steigenden Preisen ausgesetzt. " Viele Kunden kommen herein und schütteln einfach nur den Kopf, weil sie nicht glauben wollen, was draußen auf der Anzeigetafel steht. Aber dafür können wir leider auch nichts, ich muss ja selbst für diesen Preis tanken", erzählt eine Tankstellenmitarbeiterin. Kurz darauf betritt eine verärgerte Kundin den Verkaufsraum und möchte ihrem Ärger Luft machen: "Das ist einfach nur wahnsinnig. Wie soll man das denn auf Dauer bezahlen können?", fragt sich die frustrierte Fahrerin. In den letzten Wochen habe sie deutlich mehr Geld für Sprit ausgeben müssen. Zudem sei sie Alleinverdienerin und habe zwei Kinder, die ebenfalls auf die Nutzung des Autos angewiesen sind. "Irgendwie muss man das ja auch noch bezahlen können", so die Autofahrerin. 

Fahrrad in den Wintermonaten keine Option

Auch eine weitere Kundin, die gerade ihr Auto komplett vollgetankt hat, ist schockiert: "Ich frage mich, wie das noch weitergehen soll. Leider müssen wir das wohl so hinnehmen. Eine andere Regierung zu wählen, bringt ja auch nichts. Beim Thema Spritpreise sind sich wohl alle einig". Auch das Fahrrad sei für sie in den Wintermonaten keine Option: "Keiner setzt sich morgens bei diesen Temperaturen aufs Rad", so die Autofahrerin. 

Auch an den Zapfsäulen in der Leipziger Straße müssen Autofahrer steigende Preise ...

An einer weiteren Tankstelle stieß OSTHESSEN|NEWS ebenfalls auf Unverständnis: "Die steigenden Preise hängen ja mit dem internationalen Ölpreis zusammen - das aber auf dem Rücken der Bürger auszutragen, kann ich absolut nicht nachvollziehen. Es ist traurig, dass der Staat hier nicht gegenlenkt". Auch der Tankstellenmitarbeiter betont: "Die Kunden sind sichtlich genervt, außerdem ist deutlich weniger los. Es ist wirklich erschreckend, dass die Preise weiter erhöht werden sollen, ich bin gespannt wie das noch weitergeht".

Zudem seien auch öffentliche Verkehrsmittel keine Alternative: "Wenn man aus einem kleinen Dorf in der Rhön kommt, kann man nicht mal eben bequem einen Bus nach Fulda nehmen. Da muss Mobilität auch mal neu gedacht werden. Die Benzinpreise so stark anzuheben, ist da keine Lösung", so der Mitarbeiter, der anfügt: "Ich kann mich noch daran erinnern, wie niedrig die Preise waren, als ich im Kindesalter oft mit meinem Opa unterwegs war. Dass es einige Jahre später mal so eskaliert, ist einfach nur erschreckend. Die Preise waren zuletzt vor knapp neun Jahren so hoch". 

Im ländlichen Raum auf das Auto angewiesen

Auch einer weiteren Fahrerin wird beim Anblick der Spritpreise schwindelig: "Ich komme aus Eiterfeld und bin nun knapp 40 Kilometer nach Fulda gefahren, nur um meinem Termin beim Augenarzt wahrzunehmen. Ich möchte gar nicht darüber nachdenken, wie viel Geld jetzt schon für den Sprit draufgeht. Im ländlichen Raum hat man ja gar keine andere Möglichkeit und ist auf das Auto angewiesen". 

Über die steigenden Spritpreise ärgerte sich auch ein weiterer Kunde, der außerdem in einer Fahrschule angestellt ist: "Ich habe das Gefühl, dass keiner daran denkt, wie das alles weiter gehen soll. Die steigenden Preise bringen so viel mit sich. Ich bin selbst Fahrschullehrer und möchte nicht daran denken, wie sich das auch in diesem Bereich auf die Kosten auswirkt".

Eins steht fest - Tanken ist so teuer wie schon lange nicht mehr. Und leider müssen Autofahrer wohl auf lange Sicht mit einem weiteren Anstieg der Spritpreise rechnen. (Lea Hohmann) +++


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