Die Gebühren im Friedhofs- und Bestattungswesen in Fulda werden steigen - Symbolfoto: Pixabay

FULDA Erhöhung der Friedhofsgebühren beschlossen

"Kann man sich Sterben in Fulda überhaupt noch leisten?"

27.10.21 - Trotz heftiger Kritik seitens der Opposition werden die Gebühren im Fuldaer Friedhofs- und Bestattungswesen angehoben. Das haben die Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung am Dienstagabend in der Fuldaer Orangerie entschieden. Damit werden die Gebühren erstmals nach zehn Jahren erhöht. "Eine Zumutung für die Bürgerinnen und Bürger", findet die SPD.

Jonathan Wulff (SPD) dazu: "Friedhöfe haben auch einen parkähnlichen Charakter und deswegen gehören diese Kosten, unserer Meinung nach, zur Kulturpflege und sind dementsprechend vom Gemeindewesen zu tragen." Die Erhöhung komme zu Unzeit. 

Am Dienstagabend diskutierten die Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung ...

Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld

Insgesamt 21 Friedhöfe

"Es wird nicht so sein, dass Familien an den Rand der finanziellen Leistungsfähigkeit gelangen werden. Das war nie so und das wird auch in Zukunft nicht so sein. Zwei zentrale Friedhöfe in der Innenstadt wären mit Sicherheit günstiger als insgesamt 21 Stadtteilfriedhöfe, aber: Zu einer vernünftigen Politik gehört es eben auch, dass man den Menschen in den Stadtteilen ermöglicht, die Friedhöfe zu Fuß anlaufen zu können", erklärt Hans-Dieter Alt (CDU), Vorsitzender des Haupt- und Finanzausschuss.

Ehrengast: Ex-OB Wolfgang Hamberger

Patricia Fehrmann (CDU) schloss sich dem an: "Natürlich ist es nicht schön und nicht attraktiv, Gebühren zu erhöhen. Aber wir wissen, dass die Kosten stark gestiegen sind und das Bestattungswesen hat sich stark verändert. Überzeugend ist für uns auch der Vergleich zu anderen Städten." Stadtbaurat Daniel Schreiner nannte vergleichbare Zahlen aus der Stadt Marburg. Man liege dabei im Vergleich zu anderen Städten nicht im hessischen Spitzenbereich, sondern im Mittelfeld. 

Gut zehn Jahre sind seit der letzten Erhöhung vergangen. Die AfD/Bündnis C-Fraktion sowie Bündnis 90/Die Grünen forderten deswegen eine Aufschiebung der Kosten um zwölf Monate. Für die CDU sei dieser Änderungsantrag rein populistisch gesinnt, "inhaltlich haben Sie sich nicht mit der Erhöhung auseinandergesetzt", unterstellte Fehrmann.

"Nicht zumutbar"

Ernst Sporer Bündnis 90/Die Grünen sagt dazu: "Wir sehen die Kostenerhöhung auch aufgrund von Corona und anderen Preissteigerungen als unverhältnismäßig und sozial problematisch an." Robert Vey von der SPD sieht dies ähnlich: "Kann man sich Sterben in Fulda überhaupt noch leisten? Eine Beerdigung am Samstag kostet 600 Euro mehr. Aber das kann man sich ja nun aussuchen", sagte er höhnisch. Wenn man den Hessentag finanzieren kann, könne man laut Vey auch die Gebühren der Friedhöfe eigenständig übernehmen. Frank Schüßler (AfD) ergänzte: "Jetzt, wo alle Kosten durch die Decke gehen, sind zusätzliche Preiserhöhungen den Bürgern nicht mehr zu vermitteln. Viele sind noch von Coronaauswirkungen belastet, zum Beispiel durch einen Jobverlust." Er verstehe die Erhöhung als politische Instinktlosigkeit. "Das kann nicht im Sinne der Fuldaer Stadtpolitik sein."

Bei der anschließenden Abstimmung (CDU/CWE dafür, Opposition dagegen, keine Enthaltungen) wurde die Neufassung der Gebührenordnung für das Friedhofs- und Bestattungswesen der Stadt Fulda mehrheitlich beschlossen.

Lesen Sie hier mehr zu dem Thema. (nb) +++


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