Stadtpfarrer Stefan Buß - Archivfoto: O|N/Hendrik Urbin

FULDA Der Stadtpfarrer bei O|N

Impulse von Stadtpfarrer Buß: Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

24.11.21 - Ich bin hier unterwegs durch die Fußgängerzone von Fulda. Hoppla, was klebt da? Ein Aufkleber: Gewaltfreie Zone für Frauen. Was soll das heißen? Der SKF – der Sozialdienst katholischer Frauen im Bistum Fulda macht durch die Aufkleberaktion in der Innenstadt von Fulda auf den Tag gegen Gewalt an Frauen aufmerksam.

Am 17. Dezember 1999 verabschiedet die UN-Generalversammlung ohne Abstimmung eine Resolution, nach der der 25. November zum Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, auch "Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen", bestimmt wurde. Damals zeigte sich die Generalversammlung "beunruhigt darüber, dass Frauen nicht in den vollen Genuss ihrer Menschenrechte und Grundfreiheiten kommen, und besorgt darüber, dass es nach wie vor nicht gelungen ist, diese Rechte und Freiheiten im Falle von Gewalt gegen Frauen zu schützen und zu fördern".

Alljährlich soll mit dem internationalen Gedenktag das öffentliche Interesse auf die Gewalt gegen Frauen gelenkt werden und Strategien zur Bekämpfung in den Mittelpunkt rücken. Hintergrund für die offizielle Initiierung des Aktionstages 1999 durch die Vereinten Nationen (Resolution 54/134) war die Entführung, Vergewaltigung und Folterung dreier Schwestern und ihre Ermordung im Jahr 1960. Die Schwestern Mirabal waren in der Dominikanischen Republik durch Militärangehörige des damaligen Diktators Rafael Trujillo verschleppt worden. Schon seit 1981 organisierten Menschenrechtsorganisationen alljährlich zum 25. November Veranstaltungen, bei denen die Einhaltung der Menschenrechte von Frauen und Mädchen auf die Agenda gesetzt werden. Ins Zentrum rücken dabei die Themen Zwangsprostitution, sexueller Missbrauch, Sextourismus, Vergewaltigung ebenso wie Genitalverstümmelung, Häusliche Gewalt und Zwangsheirat.

Das Thema ist auch über 20 Jahre nach der Resolution noch hoch aktuell und durchaus auch ein Thema in Europa und Deutschland. Häusliche Gewalt gegen Frauen nimmt zu und kennt keine geographischen Grenzen. Sie beschränkt sich nicht auf ein bestimmtes Alter oder eine bestimmte Hautfarbe und betrifft alle Arten familiärer Beziehungen und soziale Klassen. Statistiken zeigen, dass 12 % bis 15 % der Frauen in Europa jeden Tag Opfer häuslicher Gewalt sind. Sie ist eine der am weitesten verbreiteten Menschenrechtsverletzungen weltweit und muss bekämpft werden. Unsere Solidarität als Frauen und Männer ist wichtig, sowie der menschenwürdige Umgang im kleinen Miteinander des Alltag. (Stefan Buß) +++


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