Die Stadt Rotenburg sieht der amtierende Bürgermeister Christian Grunwald gut für die Zukunft gerüstet. - Archivfoto: O|N/Laura Struppe

ROTENBURG/F. O|N-Interview mit Christian Grunwald (1)

Ausbildung und Tourismus: Bürgermeister sieht Stadt auf einem positiven Weg

19.11.21 - "Ich betrachte die Entwicklung der Stadt Rotenburg positiv, allerdings mit der notwendigen Demut", erklärt Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald (44, CDU) im exklusiven OSTHESSEN|NEWS-Interview. Dabei verweist er auf viele Projekte, die in den vergangenen Jahren angeschoben worden sind. Seiner Meinung nach gibt es allerdings weiterhin viel zu tun. Im ersten Teil des Gespräches mit O|N blickt der Rathauschef auf die Stadtentwicklung, den Tourismus, den Ausbildungsstandort und das Dauerthema Herz-Kreislauf-Zentrum (HKZ).

Bürgermeister Christian Grunwald (CDU) Foto: Kevin Kunze

Die Rotenburger Innenstadt ist bereits im Wandel... Archivfotos: O|N/Kevin Kunze

Gerade hier am Fuldaufer sollen vielfältige Attraktionen entstehen.

Die positive Entwicklung sei allerdings nicht selbstverständlich, gerade durch die Corona-Pandemie habe man gemerkt, dass auch schnell Stolpersteine den Weg versperren können: "Es immer wichtig, nachhaltig zu agieren und die Ziele klar zu formulieren, ohne dabei finanzielle Risiken einzugehen. Zukünftig werden große Bereiche der Klimaschutz, der öffentliche Nahverkehr und die bauliche Stadtentwicklung einnehmen. Allerdings alles vor dem Hintergrund, dass dies wirtschaftlich auf ganz soliden Beinen steht", greift der Rathauschef voraus.

Zwar sei die Stadt nicht so stark von der Pandemie betroffen, wie andere Städte oder Gemeinden - wichtige Gelder fehlen trotzdem. Dies zeigt auch der kürzlich eingebrachte Haushaltsentwurf: "Für das Jahr 2022 erleiden wir finanziell gesehen einen Rückschlag: Die Zuweisungen im Rahmen des kommunalen Finanzausgleichs sind rund eine Million geringer, als wir 2020 gerechnet haben. Das ist ein herber Schlag für eine Stadt wie Rotenburg." Des Weiteren kämen durch die Auflösung der Alheimer Kaserne weitere finanzielle Verluste zustande, da man dadurch rund 600 Einwohner verliere. Trotz der negativen Aspekte sehe man laut Grunwald die positive Entwicklung - gerade im Bereich Tourismus zeige sich dies besonders stark:

Tourismus rückt stärker in den Fokus


"Dass wir ein touristischer Ort sind, merken wir deutlich an den Übernachtungszahlen - im Sommer waren wir in vielen Wochen komplett ausgebucht. Gerade der Rad- und Campingtourismus ist hier sehr gefragt, dies gilt es auch im Verbund mit den anderen Kommunen weiter auszubauen und zu fördern." Dabei sei unter anderem die Neugestaltung des Fuldaufers in der Innenstadt und viele weitere Projekte nur der Anfang, so Grunwald weiter.

Seit Anfang September gibt es ein weiteres freudiges Ereignis für die Stadt Rotenburg. Die Ausbildungsstätte der Bundespolizei ist seit zehn Wochen in der Alheimer Kaserne. Rund 800 Personen lernen oder bilden dort aus - als ehemalige Garnisonsstadt und jahrzehntelanger Bundeswehrstandort ein echter Gewinn für alle Rotenburger, so der 44-Jährige: "Wir sind dankbar, dass die Bundespolizei langfristig ein Teil unserer Stadt sein wird. Auch über die zehn Jahre hinaus gab es bereits Signale, dass der Standort als Fortbildungsstätte genutzt werden soll. Das ist ein absoluter Imagegewinn - neben dem touristischen Aspekt, auch die Stadt der Schulen und Ausbildung zu sein."

Rotenburg als Stadt des Studiums und der Ausbildung


In der Alheimer Kaserne ist nun die Bundespolizei zu Gast. Archivfotos: O|N/Gerhard Manns

Die Bundespolizei ist mindestens für die nächsten zehn Jahre fester Bestandteil ...

Neben der Bundespolizei sorgen das Studienzentrum für Verwaltung und Justiz und die BKK-Akademie dafür, dass insgesamt über 2.000 Schüler und Studenten in der Stadt ihre Ausbildung oder ihr Studium absolvieren. "Davon profitiert auch der Einzelhandel und die Gastronomie. Natürlich versuchen wir einigen Personen zu verdeutlichen, wie schön es in Rotenburg ist und einige der Menschen sogar in der Stadt zu halten. Gerade im Zeitalter von Homeoffice oder Co-Working-Spaces ist dies eine enorme Chance für die gesamte Region", ergänzt Grunwald.

Ein leidiges Thema ist indes die Zukunft des Herz-Kreislauf-Zentrums am Rodenberg. Emotionale Debatten im Kreistag, unzufriedene Rotenburger und besorgte Mitarbeiter. All diese Faktoren spiegeln ein kompliziertes Gesamtbild wider. Für Bürgermeister Christian Grunwald hat die Diskussion indes viele Facetten: "Man muss differenzieren zwischen dem Erhalt des HKZ und dem Erhalt der medizinischen Leistungen in der Stadt. Es muss die Frage gestellt werden, wie bleibt der nördliche Teil des Landkreises akutmedizinisch versorgt - dabei steht außer Frage, dass sich etwas verändern muss, damit der gesamte Klinikkomplex in kommunaler Hand bleiben kann. Leider ist es bisher keinem gelungen, diese Rationalität den Menschen zu verdeutlichen und zu kommunizieren."

Das Dauerthema Herz-Kreislauf-Zentrum am Rodenberg.

Die Emotionalität der Rotenburger sei laut Grunwald vollkommen verständlich, gerade vor dem Hintergrund, dass bereits das Katasteramt, Amtsgericht oder auch die Bundeswehr aus der Stadt verschwunden seien - mit dem HKZ sei nun ein weiterer Identifikationsfaktor angegriffen. "Es geht für uns darum, medizinische Leistungen auch in anderer Weise in Rotenburg durch das Kreiskrankenhaus zu behalten. Dabei geht es unter anderem um den Aufbau einer akut kardiologischen Station innerhalb des Kreiskrankenhauses, um sicherzustellen, dass jedem im Landkreis, die gleiche medizinische Betreuung gewährleistet werden kann", so der Bürgermeister weiter. Wie die Zukunft des HKZ in den nächsten Jahren aussehen werde, könne aufgrund dieser ungeklärten Umstände nicht vorhergesagt werden, ergänzt Grunwald abschließend.

In unserem zweiten Teil des Exklusiv-Interviews mit Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald erfahren Sie seine persönlichen Zukunftspläne und wie er seine Niederlage bei der Wahl des Ersten Kreisbeigeordneten einordnet. (Kevin Kunze)+++


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