Protestaktion aus Ehrenberg (Rhön) auf dem Uni-Platz in Fulda - Fotos: Jonas Wenzel

EHRENBERG (RHÖN) Protestaktion gegen Schließung

Erste bankfreie Kommune in Hessen? - Rund 1.330 Unterschriften überreicht

26.11.21 - Mit der geplanten Schließung der letzten Bank und dem Abbau des letzten Geldautomaten erhält die Gemeinde Ehrenberg (Rhön) ein neues ungewolltes Alleinstellungsmerkmal. Nach gemeindeeigenen Recherchen wird die Hochrhöngemeinde ab 1. Januar 2022 zur ersten Kommune in ganz Hessen ohne Filiale und Geldautomat. Das schreibt die Gemeinde in einer Pressemitteilung.

Vertreter der Gemeinde überreichten nun rund 1.330 Unterschriften an den Bankvorstand der VR Bank Fulda gegen die Schließung der Bank. Nachdem über 300 Menschen im Oktober auf dem Fuldaer Uniplatz vor der Bankzentrale vielfältig gegen die Schließung demonstrierten, äußerten sich zahlreiche Organisationen und Verbände zum Thema. Die Senioren-Union und der Generationenverein MiteinanderFüreinander befürchten, dass insbesondere ältere und wenig mobile Menschen benachteiligt werden. Der Trägerverein des Biosphärenreservates Rhön (VNLR) sieht negative Effekte für die wirtschaftliche Entwicklung vor Ort.

Kritik an Sparmaßnahme

Sie kritisierten die Sparmaßnahme der Genossenschaftsbank und forderten dazu auf, die Schließung zu revidieren. Auch die Fraktionen des Kreistages des Landkreises Fulda werden sich mit der Thematik der Bankenschließung in ihrer nächsten Sitzung befassen. Die gewählten Vertreter der Genossinnen und Genossen der VR Bank Fulda eG aus Ehrenberg äußerten scharfe Kritik gegenüber der Entscheidung und der intransparenten Vorgehensweise. 13 Vertreterinnen und Vertreter erklärten ihren Rücktritt, sollte es bei den Plänen der Bank bleiben. Der Vorstand der VR Bank Fulda sieht sich wirtschaftlich nicht in der Lage, die Filiale oder den SB-Bereich in Ehrenberg aufrechtzuerhalten.

Bürgermeister Kirchner zeigte sich enttäuscht, dass Gespräche mit dem Vorstand der Bank ohne greifbares Ergebnis blieben. "Die Führung der VR Bank Fulda sieht keine Alternativen zur Schließung. Einzige Idee seitens der Vorstände war, dass unser Bürgerbüro im Rathaus eine Geldausgabe organisieren könne. Das ist für eine Bank, die sich als Partner der Region versteht, mit einem Betriebsergebnis vor Bewertung von 16 Millionen Euro und einer Bilanzsumme von über 2,2 Milliarden Euro ein unzulänglicher Vorschlag. Wir wollten über echte Alternativen sprechen, hierfür haben wir leider keinerlei Bereitschaft feststellen können."

"Stärkung des ländlichen Raums"

Die Ehrenberger Gemeindevertretung hält es für nicht nachvollziehbar, dass innerhalb von neun Wochen der Standort Ehrenberg ohne jede Vorwarnung komplett geräumt wird. Sie beschloss daraufhin einstimmig, die Geschäftsbeziehungen mit der Bank einer kritischen Prüfung zu unterziehen. Kirchner fordert die Kreis- und Landespolitik auf, das allseits als wichtig erachtete Thema "Stärkung des ländlichen Raums" in die Tat umzusetzen: "Unsere Kommune ist vielleicht nur der Beginn eines Dammbruchs. Wir benötigen eine gelebte Unterstützung der Grundversorgung in unserem ländlichen Raum, gerade in Zeiten tiefgreifender Transformationsprozesse. Ganz konkret und nachhaltig, damit das Leben in den Dörfern attraktiv bleibt", heißt es in der Pressemitteilung abschließend. (pm) +++


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