Die neue Variante wurde in Südafrika nachgewiesen. - Symbolbild: Pixabay

REGION Drosten: Bewertung noch zu früh

Was man bisher über die neue Variante des Coronavirus aus Südafrika weiß

27.11.21 - Hinter der schlichten Abkürzung B.1.1.529 verbirgt sich eine neue Variante des Coronavirus, die sich nicht nur in Südafrika, sondern in vielen Teilen der Welt ausbreitet. Viele Medien berichten seit dem Freitagmorgen über diese neue Entwicklung. Regierungen vieler Länder erlassen Einreiseverbote für Südafrika und schicken Reiserückkehrer in Quarantäne.

Die EU will den Flugverkehr nun komplett unterbinden und auch die Bundesregierung lässt die Einreise nur noch für Menschen mit einem deutschen Reisepass zu und verhängt eine Quarantäne. Erstmals aufgetreten ist B.1.1.529 vergangene Woche in Botswana. Die WHO beschäftigt sich aktuell eingehend mit der neuen Variante und will nach der Beratung bekannt geben, ob man sie als "besorgniserregend" oder "von Interesse" einstufen möchte.

Generell empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation allen Ländern "weiterhin eine risikobasierte und wissenschaftliche Herangehensweise bei der Verhängung von Reisebeschränkungen anzuwenden", so WHO-Sprecher Christian Lindmeier am Freitag. "Vor der Verhängung von Reisebeschränkungen wird gewarnt", gab er weiterhin bekannt.

Die Aufmerksamkeit afrikanischer Forschender erregte die neue Variante durch ihr rasches Ausbreiten in Pretoria und Johannesburg. Hier stieg die Zahl der Neuinfektionen in den letzten Wochen stark an und wurde zu 90 Prozent von B1.1.529 getragen. Unklar ist aktuell, ob dies auf eine schnellere Übertragbarkeit zurückzuführen ist, oder ob die neue Mutationsvariante in dieser Region auf besonders viele ungeimpfte und nicht genesene Menschen getroffen ist und sich darum zügig ausbreiten konnte, weil unter ihnen noch kein Immunschutz bestand.

Besonders viele Mutationen feststellbar


B1.1.529 weißt besonders viele Mutationen auf. Alleine über 30 davon betreffen das sogenannte Spike-Protein, also die kleine "Antenne" oder der "Stachel" auf der Oberfläche der Viruskugel. Dieses Spike-Protein ist auch Ansatz der Wirkung der aktuell verwendeten Impfstoffe. Diese regen nämlich die Muskelzelle des Oberarms dazu an, das Spikeprotein kurzzeitig selbständig herzustellen und den Körper so gegen das Virus zu trainieren. Somit ist nun die Befürchtung einiger Virologen, dass die Impfwirkung abgeschwächt werden könne. Diese Befürchtung bestand auch schon bei der Delta-Variante. Hier hat sich glücklicherweise gezeigt, dass die bereits bestehenden Impfstoffe sehr gut gerade vor schweren Krankheitsverläufen schützen. Ein Vorteil der mRNA Impfstoffe ist außerdem, dass sich diese bei Bedarf sehr schnell, binnen zwei bis vier Wochen anpassen lassen.

Dem Berliner Virologen Christian Drosten zufolge gibt es aktuell noch zu wenige Erkenntnisse, um die neue Variante zu bewerten. Laut Drosten sei es unklar, ob B1.1.529 ansteckender oder gefährlicher sei als die aktuell vorherrschende Delta-Variante. Die nachgewiesenen Genomveränderungen alleine seien aktuell noch kein Anlass dazu, die neue Variante mit Sorge zu betrachten. Hierzu seien noch weitere Erkenntnisse über das Verhalten von B1.1.529 bezüglich des Übertragungspotentials und der Erkrankungsschwere, die sie auslöst, nötig. (Adrian Böhm) +++


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