Um den Fuldaer Weihnachtsmarkt wird auf Facebook heftig gestritten - Archivbild: O|N

REGION Drohungen und Einschüchterungsversuche

"Dir sollte man aufs Maul hauen!"- Streit um Weihnachtsmarkt eskaliert

28.11.21 - Ich möchte dann mal lieber anonym bleiben: Ein Gedanke, den wohl aktuell viele Internetnutzer kennen, die ihre Meinung in Foren kundtun. Oftmals – und das ist wirklich das Traurige daran – aus gutem Grund.

Gestern Abend las ich einen Beitrag auf Facebook. Eine Frau teilte (vorsichtig) ihre Erfahrungen mit, welche sie am Freitag auf dem Fuldaer Weihnachtsmarkt sammelte. Nirgends sei sie kontrolliert worden, weder am Bratwurst- noch am Glühweinstand.  "Ich wurde nicht einmal nach meinem Impfnachweis gefragt." Sie habe dies anders erwartet und die vollen Plätze, beispielsweise rund um die Pfarrkirche, aus diesem Grund gemieden.

Das Teilen eines Erlebnisses oder einer harmlosen Beobachtung gerät, wie auch in diesem Fall, immer häufiger völlig außer Kontrolle. "Bewerb dich doch, dann kannst du den ganzen Tag kontrollieren!" ätzt sofort eine junge Userin und missversteht damit ganz absichtlich die Intention der Beitragsverfasserin. "Bleib daheim, wenn du dir in die Hose machst und halt deine verdammte Fresse", war ebenfalls darunter zu lesen. Mit einigen "gefällt mir" und "Love"-Emojis werden die Hetzer belohnt und weiter angestachelt.

Drohungen, Mobbing und Einschüchterungsversuche über die sozialen Medien nehmen ...Symbolbild: Pixabay

Ein negativer Trend, der immer weiter zunimmt. Auch unter anderen Weihnachtsmarkt-Beiträgen steht ähnliches geschrieben. Eine sachliche Diskussion ist hier weder möglich noch überhaupt gewollt. "Man sollte allen, die gegen den Weihnachtsmarkt sind, mal einen Besuch abstatten", lese ich beispielsweise von einem, der sich damit brüstet, "sich die Giftplörre nicht reinzuhauen".

"So einem Vogel wie dir sollte man mal richtig eine aufs Maul hauen", steht unter diesem Beitrag geschrieben: "Nirgendwo gab es Kontrollen, überall standen die Menschen dicht an dicht ohne Masken, es herrschte am Samstagnachmittag ein Gedränge, schlimmer noch als vor der Pandemie".

Offene Drohungen und Einschüchterungsversuche richten sich gegen diejenigen, die über ihre (negativen) Erfahrungen sprechen. Und dass, obwohl sie sicher die Wahrheit sagen. Eine Diskussion muss, gerade in Zeiten von bundesweit abgesagten Märkten aufgrund der prekären Corona-Lage, möglich sein.

Für mich das Aussagekräftigste an dieser ganzen Geschichte: Genau von denen, die sonst so laut auf Toleranz pochen, Impfungen, Tests oder andere Maßnahmen ablehnen, kommen jetzt die meisten Hassbotschaften. Wie war das nochmal mit dem zweierlei Maß messen? Wie auch immer: Ich schließe mich heute ausnahmsweise denen an, die auf das Recht der Anonymität setzen und verzichte somit dankend auf persönliche Angriffe – denn diesen sind insbesondere auch wir Pressevertreter immer häufiger ausgesetzt. +++


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