Das Verwaltungsgebäude der RhönEnergie in Fulda - Archivbilder: O|N / Laura Struppe und Hendrik Urbin

FULDA Gutes Geschäftsjahr 2020

RhönEnergie vor großen Herausforderungen: Turbulenzen am Energiemarkt

08.12.21 - Steigende Preise, neue Rekordwerte bei Gas und Strom und die Umsetzung der Klimaziele bei schwierigen Rahmenbedingungen. Und dazu die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Für die Energieversorger wächst die lange Liste der Herausforderungen. Und von außen betrachtet erscheint es kaum vorstellbar, wie sich die Situation in den kommenden Jahren verbessern soll.

Bedingt durch die Coronavirus-Pandemie hat sich das Nutzungsverhalten begründbar komplett geändert. Während der Lockdowns fuhren die Busse praktisch ohne Fahrgäste, die Schwimmbäder blieben geschlossen. Durften die Freibäder im Sommer öffnen, spielte das Wetter nicht mit. Zumindest im Geschäftsjahr 2020 blieben die Geschäftszahlen trotz der Herausforderungen stabil. "Wir sind gut und glimpflich durch das Geschäftsjahr gekommen", sagte Dr. Arnt Meyer am Dienstagnachmittag in einer Webkonferenz vor dem Trägerausschuss der RhönEnergie.

Geschäftsführer der RhönEnergie: Dr. Arnt Meyer (links) und Martin Heun ...

Der Geschäftsführer der RhönEnergie Fulda sprach von einigen Turbulenzen im zweiten Quartal 2020. Zum Glück wurde die Situation anschließend besser. "Die rund 20 Monate andauernde Pandemie konnte uns als Unternehmen der kritischen Infrastruktur nicht aus der Bahn werfen", Martin Heun, Sprecher der Geschäftsführung der RhönEnergie Fulda. "Auch wir haben einige Kratzer abbekommen, konnten aber Kurs halten. Die Region kann sich auf uns verlassen."

Doch beim Blick in die Zukunft stellen sich für die Verantwortlichen der Energieversorger viele Fragen. Die beiden Geschäftsführer Dr. Arnt Mayer und Martin Heun sprachen von vielen Herausforderungen. Ein Beispiel: Der Energieanbieter "gas.de" habe seine Lieferung eingestellt. Für die RhönEnergie als Grundversorger kamen so rund 1.000 Neukunden hinzu. Kunden, für die keine Energie bestellt wurde. Diese müsse nun teuer eingekauft werden. Offen ist trotz der Jahreszeit, wie sich die Geschäftszahlen für das Jahr 2021 entwickeln und darstellen werden.

"Die Rahmenbedingungen stimmen nicht"

Der Umbau und Ausbau der Netze, Lieferengpässe etwa bei Photovoltaikanlagen oder Modulen für Ladesäulen und die langwierigen Genehmigungsverfahren erschweren die Situation. Meyer übte deutliche Kritik an der Politik und der Bundesnetzagentur. Die Netze müssen dafür ausgelegt werden, den Strom aus erneuerbaren Energien transportieren zu können.

Aus Sicht der RhönEnergie seien Wärmepumpen technsich-wirtschaftlich nicht zielführend. Und, dass die Erdgasleitungen in der Zukunft nicht von Wasserstoff genutzt werden sollen, kann Meyer nicht nachvollziehen. Auch für die dringend notwendigen Investitionen etwa in die Netze gelte: "Die Rahmenbedingungen stimmen nicht."  Was weiterhin passt: Die Netze der RhönEnergie sind zuverlässig. Die Nichtverfügbarkeit betrug zuletzt 4,80 Minuten, in Deutschland 10,73 Minuten. "Unsere Netze haben eine hervorragende Struktur", sagte Mayer.

Bevor die Geschäftsführer ihre Berichte vorstellten, wurde Erhard Mörmel (CDU) als Vorsitzender vom Trägerausschuss einstimmig wiedergewählt. Zu seiner Stellvertreterin wählten die Ausschussmitglieder einstimmig die Sozialdemokratin Birgit Kömpel.

Impulse in vielen Bereichen

Seit nunmehr fünf Jahren unterstützt die RhönEnergie-Gruppe mit der Aktion "Mein Versorger – mein Verein" das Vereinsleben in der Region. Bislang sind 150 Projekte in den Bereichen Sport, Kultur, Soziales, Umwelt und Bildung gefördert worden. Dafür hat das Unternehmen bisher bereits 500.000 Euro bereitgestellt. Ergänzt wird dieses Engagement neuerdings durch die Crowdfunding-Aktion "Herzensprojekte". Über eine Spendenplattform können nun auch kleinere, weniger mitgliederstarke Vereine Projekte vorstellen. Eingehende Spenden werden von der RhönEnergie Fulda in einem bestimmten Rahmen verdoppelt.

Um der wegen der Bäderschließungen von Pädagogen befürchteten "Generation der Nichtschwimmer" entgegenzuwirken, rief die RhönEnergie Fulda im Juni zusammen mit der DLRG die Aktion "swim4you" ins Leben. In den vergangenen sechs Monaten haben bereits über 400 Kinder an den sehr stark nachgefragten Kursen teilgenommen und zu einem großen Teil das Schwimmabzeichen "Seepferdchen" gemacht. Die Intention dieser und anderer Maßnahmen gesellschaftlicher Unternehmensverantwortung (Corporate Social Responsibility) fasst Dr. Arnt Meyer so zusammen: "Unser Unternehmen ist fest in der Region verwurzelt und eng mit den Menschen verbunden. Gerade in schwierigen Zeiten möchten wir dies durch soziales Engagement unterstreichen."

So stellt sich die RhönEnergie Fulda mit Tatkraft den Herausforderungen der Zukunft. Martin Heun: "Anders als in den Jahren zuvor lässt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht absehen, wie sich die Energiemärkte weiter entwickeln werden. Doch wir für unseren Teil haben unsere Hausaufgaben gemacht."

Der beratende Kommunale Trägerausschuss der RhönEnergie Fulda (KTA) zählt 25 Mitglieder. Stadt Fulda und Landkreis Fulda stellen jeweils 12 Mitglieder, der Landkreis Hersfeld-Rotenburg stellt eine Person. Die Mitglieder des KTA werden auf Vorschlag der kommunalen Gesellschafter berufen. Die Veranstaltung am 7. Dezember 2021 war eine konstituierende Sitzung, denn ein Großteil der Mitglieder wurde neu benannt. (Hans-Hubertus Braune) +++


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