Die Standbetreiber lassen sich trotz Corona-Maßnahmen nicht die Freude nehmen. - Fotos: Laura Walter

FULDA Corona-Maßnahmen am Weihnachtsmarkt

"Sollten wir nicht einfach alle froh sein, wenn wir überhaupt hier sein können?”

09.12.21 - Ein leckerer Crêpe, gebrannte Mandeln oder ein Lebkuchenherz? In diesem Jahr gelten besondere Corona-Schutzverordnungen, Masken- und Abstandspflicht. Der Inzidenzwert steigt stetig und die Sorge, dass der Weihnachtsmarkt kurzfristig doch geschlossen wird, ist bei den Standbetreibern jederzeit präsent. 

In vielen Regionen wurden die Weihnachtsmärkte abgesagt, weshalb die Freude bei Fuldaer Standbetreibern umso größer war. Die Befürchtung, dass der Weihnachtsmarkt auch in Fulda abgesagt wird, war bereits vor Beginn groß und bleibt auch stetig bei den Betreibern. "Wer weiß, ob wir bald wieder schließen müssen. Die Sorge ist natürlich jederzeit im Hinterkopf", berichtet einer der Standbetreiber.  

Lieber 2G als gar nichts

Die Inhaber des Schaustellerbetriebs Suermann & Zey.

In Anbetracht der derzeitigen Corona-Zahlen ist die 2G-Regelung bei Verzehrständen für die Betreiber die richtige Lösung: "Es ist doch besser 2G, als gar nichts und die Corona-Hilfen aus den Jahren zuvor gleichen vielleicht die Geschäftsausgaben aus, aber sichern uns doch nicht den Unterhalt", erzählt der Inhaber des Schaustellerbetriebs Suermann & Zey. Doch trotz der strengeren Maßnahmen seien die Besucher vorsichtig und zurückhaltend, was sich vor allem auch im Umsatz bemerkbar macht. Durch die letzten Geldeinbußen hatte er viele Zukunftsängste, weshalb er glücklich ist, unter egal welchen Bedingungen, etwas Geld verdienen zu können.  

"Inzwischen wissen die Leute doch alle, welche Maßnahmen gelten und wenn sich jemand nicht dranhält, schicke ich ihn eben weg", berichtet er. Umso ärgerlicher findet er, wenn Ungeimpfte und nicht-Genesene dann durch Umwege doch noch ihre Getränke oder Speisen erhalten und somit die Regelungen umgehen können. Aber für ihn und seine Frau steht vor allem das Zurückfinden in den Arbeitsalltag und das Betreiben des Standes mit leckeren Crêpes, Schokofrüchten und Mandeln im Vordergrund. Daher steht es für ihn nicht zur Debatte, ob 2G vielleicht nervig sein könnte, denn die Hauptsache sei, dass der Weihnachtsmarkt geöffnet hat.  

Kaum 2G-Verstöße bisher 

Tamara Tapess, Verkäuferin des Glühweinstands "Glühwürmchen"

Auch bei dem bekannten Glühweinstand "Glühwürmchen" werden die Impf- oder Genesenennachweise und der Personalausweis strengstens kontrolliert. Ohne gültigen Nachweis – kein Glühwein und das, ganz ohne Kompromiss. "Manche sagen schon, dass sie das nicht einsehen, aber dann müssen sie halt weitergehen, denn von uns bekommen sie dann nichts", erzählt die Verkäuferin, Tamara Tepass. "Wir sind alle so froh, dass wir offen haben dürfen und dann halten wir uns auch streng an die Auflagen", berichtet sie weiter. Zwar sind generell weniger Besucher auf dem Weihnachtsmarkt, doch nach ihrem Empfinden sei kein Unterschied zu merken, dass Ungeimpfte und nicht-Genesene nicht mehr kommen dürfen.  

Anders hingegen in der Glühweinpyramide mitten auf dem Universitätsplatz. Während der Besucheransturm in den Jahren zuvor immer groß war, sei infolge der neuen Maßnahmen spürbar weniger los. Nicht zuletzt macht sich dies auf die finanzielle Lage bemerkbar. Trotzdem wird sich auch hier strikt an die Vorgaben gehalten und bereits vor Bestellung nach dem Ausweis und dem jeweiligen Nachweis gefragt. "Manche sind schon grummelig oder genervt, aber wir machen doch auch nur unseren Job", sagt die Verkäuferin. Besonders verärgert seien natürlich diejenigen, die nicht als 2G gelten und somit keinen Glühwein ausgeschenkt bekommen. "Bei uns ist das aber zum Glück eher vereinzelt vorgekommen", berichtet sie.  


"Das Leben macht mehr Spaß, wenn man gesund ist" 


Durch die Maßnahmen fühlen sich die Besucher sicherer.

Für die Besucher scheinen die härteren Maßnahmen keine Probleme darzustellen – im Gegenteil: "Ich finde es normal, dass wir uns eben gegenseitig schützen, denn das Leben macht doch mehr Spaß, wenn man gesund ist", verrät ein Besucher. Er ist aus Thüringen mit seiner Frau angereist, weshalb die Freude auf dem Fuldaer Weihnachtsmarkt umso größer ist, da in Thüringen alle abgesagt wurden. Auch seine Frau versteht die Aufregung über die 2G-Maßnahmen nicht: "Wenn man weiß, dass man kontrolliert wird, stellt man sich eben drauf ein und dann sollte das doch in Ordnung sein."

"Die Maske und das Impfen schützt uns doch alle"

Auch andere Besucher zeigen sich verständlich über die Regelungen. "Es ist zwar total schade, dass es soweit kommen muss, aber ich sehe darin kein Problem." Vielmehr sollten die anderen Besucher glücklich über die Maßnahme sein, denn es sei ein Gefühl von Sicherheit. "Ohne die Maßnahmen wären wir nicht auf den Weihnachtsmarkt gekommen, aber so fühlen wir uns sicher." Die Auswirkungen fallen für alle Beteiligten unterschiedlich aus, doch eins haben sowohl die Besucher, als auch die Standbetreiber gemeinsam: Die Freude über den Weihnachtsmarkt und einen Hauch von Normalität in der Weihnachtszeit genießen zu können. (law) +++


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