In der Pressekonferenz ging es um die Omikron-Variante. - Symbolbild: O|N

REGION Lauterbach, Wieler und Drosten

Experten-Trio zu Omikron: So dominierend ist inzwischen die Virus-Variante

15.01.22 - Deutschlandweit 92.223 Corona-Neuinfektionen - so viele wie noch nie gab das Robert-Koch-Institut (RKI) am Freitagmorgen bekannt. Grund genug, die aktuelle Lage zu evaluieren. Hierzu hatten sich am Mittag Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD, 58), RKI-Präsident Lothar Wieler (60) und Charité-Virologe Christian Drosten (49) in einer Pressekonferenz geäußert. O|N gibt den Überblick.

"Wir kommen jetzt langsam in die Lage hinein, wo wir Omikron bald als die dominierende Virus-Variante in Deutschland bekämpfen müssen", stellte Lauterbach zu Beginn fest. Wichtig sei es jetzt, keine Omikron-Wand zu bekommen, sondern einen "steilen Hügel". Die Einschränkung der Kontakte, aber auch die 2G-Plus-Regelung würden hierbei einen entscheidenden Beitrag leisten und Wirkung zeigen.

Entwarnung gibt es auch noch nicht für die Krankenhäuser. Symbolbild: O|N

Bisher gebe es jedoch noch keinen Grund zur Entwarnung. "Ich glaube, dass wir jetzt in ein schwieriges Fahrwasser kommen. Wir werden viele Menschen mit Infektionen versorgen müssen. Die Krankenhäuser und Labore werden an ihre Belastungsgrenze kommen", so der 58-Jährige. Zudem warnte er vor dem Gedanken, in Deutschland eine Durchseuchung einfach zu akzeptieren. Um das Infektionsgeschehen weiter einzudämmen, werde die Booster-Impfkampagne fortgeführt. "Ich bin mit dem Tempo insgesamt zufrieden, wir werden es aber noch einmal beschleunigen", erklärte der SPD-Politiker weiter.

"Delta in den nächsten Tagen vollständig verdrängt"

"Die Omikron-Welle türmt sich weiter auf, und das mit einer Dynamik, wie wir sie in dieser Pandemie bislang noch nicht gesehen haben", berichtete Wieler und ergänzte: "Im Moment macht Omikron bundesweit schon mehr als 70 Prozent aller Neuinfektionen aus. Wir gehen davon aus, dass Delta in den nächsten Tagen vollständig verdrängt sein wird." Die Fallzahlen seien so hoch wie nie. "Und sie werden weiter steigen." Knapp ein Prozent der Bevölkerung sei momentan mit dem Corona-Virus infiziert, die Dunkelziffer sei wohl noch höher. Der RKI-Präsident appellierte noch einmal, sich impfen zu lassen. Schwere Verläufe könnten so verhindert werden. 

Mildere Verläufe, jedoch schnellere Verbreitung

Auch Virologe Drosten meldete sich zu Wort und stellte fest: "Es ist im Moment eine schwierige Zeit zu kommunizieren, da viele Missverständnisse im Umlauf sind." Zwar seien die Omikron-Verläufe milder, aber es gebe viel zu viele Fälle und die Lage verschärfe sich. Die Impflücke in Deutschland sei noch groß, besonders in Hinblick auf die ältere Bevölkerung. "Wir wissen im Moment nicht, ob wir uns eine Immunisierung durch das Virus selbst in Deutschland schon leisten können", sagte Drosten. Da befänden wir uns wohl noch ein bisschen im Blindflug. Doch Omikron könnte derzeit etwas besser kontrollierbar sein. "Das Virus ist in sich nicht stärker", konstatierte der Experte. Ein angepasster Impfstoff in diesem Jahr werde trotzdem nötig sein. (mkr) +++


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