Emma Engel studiert in Heidelberg und saß nur wenige Gebäude entfernt. - Foto: Desiree Dietvorst

HEIDELBERG Neue Details nach Amoklauf an Uni

Fuldaerin Emma Engel geschockt: "Sonst sitze ich in diesem Hörsaal"

25.01.22 - Grauenvolle Momente ereigneten sich am Montag in der Universitätsstadt Heidelberg (Baden-Württemberg). Ein 18-jähriger Student eröffnete in einem Hörsaal das Feuer. Vier Menschen werden bei dem Amoklauf verletzt, eine junge Frau erliegt am Nachmittag ihren Verletzungen. Anschließend nahm sich der Täter das Leben. Das Motiv ist bislang noch unklar, wie die Polizei am späten Montagabend in einer Pressemitteilung bekannt gibt.

Studentin Emma Engel: "Wir haben eine E-Mail von der Universität erhalten"

Unter den zahlreichen Studierenden befindet sich auch die Fuldaerin Emma Engel. 2019 zog sie nach Heidelberg, um dort Molekulare Biotechnologie zu studieren. "Ich befinde mich jetzt im fünften Semester und habe deswegen fast nur Online-Unterricht", erzählt sie im OSTHESSEN|NEWS-Gespräch. "Aber ich kenne den Hörsaal und habe dort schon viele Stunden verbracht." Sie ist noch immer geschockt von dem Vorfall, nachdem sie mehrere Stunden das Studentenwohnheim nicht verlassen durfte. "Als ich vorhin endlich nach draußen durfte, habe ich die ganzen Polizeiabsperrungen und den Tatort gesehen. Ich kann es noch immer nicht glauben." 

Aufgrund der Corona-Pandemie haben aktuell nur die Erstsemester Präsenzunterricht - "und dann passiert so etwas". "Hier im Neuenheimer Feld sind nur Studenten, ich habe mich hier immer sicher gefühlt." Wie die kommenden Wochen aussehen werden, weiß sie noch nicht. "Der Unibetrieb soll aber am Dienstag weitestgehend geregelt weiterlaufen", sagt sie abschließend mit einem Kloß im Hals.

Hintergrund

Mit diesem Gewehr soll der junge Student um sich geschossen haben. Fotos (2): Jürgen Mahnke

Die Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Polizei dauern noch weiter an. ...

"Der junge Mann hatte kurz vor 12:30 Uhr den Hörsaal, in dem vor rund 30 Studenten ein Tutorium abgehalten wurde, betreten und ohne Vorwarnung mit einer Langwaffe geschossen. Nach der Tat flüchtete der Täter ins Freie und richtete sich dort in der Nähe des Botanischen Gartens selbst. Bei ihm wurden zwei Langwaffen sichergestellt. Nach den derzeitigen Erkenntnissen soll er beide Waffen wenige Tage vor der Tat im Ausland erworben haben. Die Ermittlungen zu deren Herkunft dauern noch an. In seinem Rucksack wurden rund 100 Schuss Munition sichergestellt", so die Polizei.

Er kündigte die Tat an

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Heidelberg wurde die Wohnung des 18-Jährigen in Mannheim und weitere Räumlichkeiten bei seinen Eltern durchsucht. Wie die Polizei bestätigte, hatte der Student unmittelbar vor der Tat eine WhatsApp-Nachricht an seinen Vater geschickt. Er schrieb: "Dass Leute jetzt bestraft werden müssen." Details müssten noch verifiziert werden. (nb) +++

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