In Eichenzell wird Inklusion gelebt - Fotos: Carina Jirsch

EICHENZELL Gemeinsam Barrieren abbauen

"Gemeinde ist bundesweit Vorbildregion" - Inklusionsveranstaltung mit Bürgerfest

08.05.22 - Dass Inklusion in Eichenzell gelebt wird, ist kein Geheimnis - anlässlich des diesjährigen Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen, der bereits zum 30. Mal rund um den 7. Mai bundesweit mit Aktionen stattfindet, wurde am Samstag bei strahlendem Sonnenschein gemeinsam eine große Inklusionsveranstaltung mit Bürgerfest gefeiert.

Rika Esser, Sebastian Bönisch und Michael Brand liegt es am Herzen, Barrieren abzubauen ...

Udo Bauch, ehrenamtlicher Behindertenbeauftragter

Unter dem Motto "Tempo machen für Inklusion-Barrierefrei zum Ziel" soll auf die in vielen Bereichen immer noch fehlende Barrierefreiheit und auf die Probleme von Menschen mit Behinderungen aufmerksam gemacht werden. Gesellschaft soll für Menschen mit Behinderung so gestaltet sein, dass diese gleichberechtigt teilhaben können. Dafür müssen trotz zahlreicher Fortschritte und Verbesserungen durch die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen und vieler neuen gesetzlichen Verbesserungen noch immer viele Barrieren abgebaut und Benachteiligungen aufgehoben werden.

Andrea Tabaka von der AWO

Rika Esser, Behindertenbeauftragte Hessen

Johannes Rothmund, Bürgermeister aus Eichenzell

"Beim Thema Inklusion geht es darum, dass jeder hingehen kann, wo er will und an allem teilhaben darf", brachte es Roman Hein, Bewohner des Eichenzeller Herrenhauses zu Beginn der Veranstaltung auf den Punkt. Auch Rika Esser, Behindertenbeauftragte des Landes Hessen ließ es sich nicht nehmen einige Wort an die Besucherinnen und Besucher zu richten: "Ich kann mich noch an den ersten europäischen Protesttag in den 90ern erinnern. Seitdem ist viel Wegweisendes erreicht worden, trotzdem ist noch viel zu tun. Die Teilhabe von Menschen mit Behinderung kann nur gemeinsam gelingen. In Eichenzell hat man das definitiv schon verstanden".

Der Gesangsverein Concordia sorgte für musikalische Unterhaltung

Roman Hein, Bewohner des Herrenhauses in Eichenzell

Landtagsabgeordnete Sylvia Brünnel

Für Inklusion starkmachen

Die Idee zu solch einer Begegnungsveranstaltung kam von der Eichenzeller AWO-Quartiersmanagerin Andrea Tabaka. Felix Beusch als Projektleiter des Eichenzeller Herrenhaus und Udo Bauch als ehrenamtlicher Behindertenbeauftragter waren von der Idee sofort begeistert und beide Sozialraumakteure unterstützen Andrea Tabaka bei der Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung.

Auch CDU-Bundestagsabgeordneter Michael Brand wandte sich mit einigen Grußworten an die zahlreichen Besucher: "Wir müssen uns für Inklusion starkmachen - wer Inklusion will, der findet auch Wege", ist sich der Politiker sicher. Dabei sei es laut Brand, der die Schirmherrschaft für die Veranstaltung übernommen hatte, wichtig, nicht nur auf physische Barrieren, sondern auch auf unsere Barrieren im Kopf aufmerksam zu machen. "Wir müssen zum Umdenken bewegen und auch die Barrieren in unseren Köpfen abbauen". 

Schirmherr der Veranstaltung - Michael Brand

"Brauchen ein gelebtes Miteinander"

"Wir brauchen nicht nur Berührungspunkte, sondern ein gelebtes Miteinander. Das ist nicht nur ein Wunsch, sondern auch gesetzlich verankert", brachte es Landtagsabgeordnete Sylvia Brünnel anstreben. Der Politikerin liegt die gemeinsame Teilhabe sehr am Herzen: "Inklusion muss in den Regeln des Zusammenlebens fest verankert werden". Dass es im Landkreis Fulda bereits viele inklusive Angebote gibt, betonte auch Landtagsabgeordneter Thomas Hering: "Inklusion und Teilhabe geht nur im Einklang. Wir müssen Barrieren erkennen und überwinden. Eichenzell ist wirklich eine bundesweite Vorbildregion dafür, wie dies gelingen kann".

"Alleine geht es nicht - Inklusion kann nur in Kooperation gelingen. Viele Menschen mit Behinderung sind in der Gemeinde bereits fest integriert. Ich freue mich auf tolle Begegnungen und darauf, dass es in Zukunft hoffentlich noch mehr Menschen gibt, um Eichenzell noch aktiver, kreativer und inklusiver zu gestalten", so Sebastian Bönisch, Geschäftsführer von antonius-gemeinsam leben.

"Inklusion sollte selbstverständlich sein"

Des Weiteren richtete auch Bürgermeister Johannes Rothmund einige Worte an die Gäste: "Eine inklusive Gemeinde kann nur zusammen mit ehrenamtlichen, aktiven und engagierten Bürgerinnen und Bürgern funktionieren. Hier wird spürbar, dass es wirklich Spaß machen kann, Barrieren abzubauen. Inklusion sollte selbstverständlich sein". 

Abschließend machte Udo Bauch, Initiator der Veranstaltung und ehrenamtlicher Behindertenbeauftragter auf das gesellschaftliche und politische Ziel der Gleichstellung aufmerksam. "Leider schaffen wir es auch heutzutage noch nicht, ein Leben ganz ohne Barrieren zu führen, an dem jeder teilhaben kann. Hier besteht weiterhin großer Handlungsbedarf".

Unterhaltung und abwechslungsreiches Programm

Als Gastgeber fungierte der Handwerker- und Kulturverein 1894 Eichenzell e.V., dem es als ältester Eichenzeller Verein eine große Ehre ist, die Besucher betreuen und kulinarisch verwöhnen zu dürfen. Der Verein "Leben und Arbeiten in Eichenzell e.V.", der Musikverein Eichenzell, der Gesangsverein Concordia und der Rhönklub ZV Eichenzell sorgten für flotte musikalische Unterhaltung, ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm. Als besonderer Unterhaltungshöhepunkt trat die beliebte Herrenhausband und Sängerin Kimy (Kimberly Pompetzki) & Jonas Langstein auf. Sängerin Regina rundete das musikalische Programm ab.

Mit einer bunten Luftballonaktion wurde auf die Themen Inklusion und Barrierefreiheit farbenprächtig aufmerksam gemacht. Zugunsten des Verein "Leben und Arbeiten in Eichenzell", welcher durch sein vorbildliches Inklusionsprojekt "Herrenhaus" weit über die Stadtgrenzen bekannt ist, wurde außerdem eine große Tombola durchgeführt. Viele weitere Unternehmen aus Eichenzell unterstützen großzügig die inklusive Veranstaltung. Die Kleinen kamen bei Kinderschminken und weiteren Aktionen voll auf ihre Kosten. Ein Tag, der wieder mal gezeigt hat, dass Inklusion nur gemeinsam gelingen kann. (Lea Hohmann) +++


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